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Fastnachtssaison ist eröffnet / Zampern bei eisigen Temperaturen / Leißnitzer Männer feiern zum 30. Mal Männerfastnacht

Mit fahrendem Museum von Haus zu Haus

Cindy Teichert / 08.01.2017, 19:08 Uhr
Leißnitz (MOZ) Traditionell startet Anfang Januar die Fastnachtssaison. Bis Mitte März ziehen an jedem Wochenende Kostümierte durch die Dörfer der Region, um nach altem Brauch mit viel Krach die Geister des Winters zu vertreiben. Neubrück, Ragow und Leißnitz eröffneten den Fastnachtsreigen.

Bereits am Freitag startete Neubrück ins närrische Wochenende. Nach dem Einmarsch ins Festzelt führten traditionell die Kinder und Jugendlichen ihr Programm auf. Die Bühne wurde von Barbies erobert und selbst Rapper Cro war mit seiner Panda-Maske vor Ort und entführte die Zuschauer in seinen "Traum".

Nach einer kurzen Nacht ging es am Sonnabend mit dem Zampern weiter. Angeführt von den "Schlaubetaler Dorfmusikanten" zog man bei eisigen Temperaturen von Haus zu Haus, wo man die Narren schon mit einer Geldspende, Eiern und auch so mancher Leckerei erwartete. So spendierte die Bäckerei Habermann Pfannkuchen. Am Abend spielte die Gruppe "Herz Ass" im Festzelt zum Tanz auf. Die jungen Männer des Dorfes hatten ein lustiges Programm einstudiert. Sie machten sich als Stewardessen verkleidet auf nach Brasilien, wo sie die Hüllen fallen und in Baströckchen nach Sambarhythmen die Hüften kreisen ließen.

Auf eine Reise nahmen auch die Ragower ihre Zuschauer beim Abendprogramm mit. Hier wurde ein Abstecher durch die musikalischen Epochen des letzten Jahrhunderts gemacht. Los ging es in den 30er-Jahren mit den Comedian Harmonists. Schlussendlich landete man im Jetzt, wo sich Britney Spears und Robbie Williams ein Stelldichein im Märkischen Dorfkrug gaben. Natürlich wurde auch in Ragow gezampert, allen voran das Musik-Team aus Eisenhüttenstadt. Oft bat man die Kapelle in die Häuser, damit die Instrumente nicht einfrieren und auch die Narren sich aufwärmen. Auch Bürgermeister Werner Gröschke ließ das Zampervolk auf die Veranda und verwöhnte es mit belegten Broten und Quarkspitzen.

Ein besonderes Jubiläum feierten am Sonnabend die Leißnitzer Männer. Im Winter 1987 fand dort die erste Männerfastnacht statt. Es ist nun also 30 Jahre her, das sich die Herren des Ortes "emanzipierten" und es ihren Frauen gleichtaten, die sich jährlich bei ihrer Weiberfastnacht amüsierten. André Kaufmann nahm das Jubiläum zum Anlass, einen alten Traktorhänger aufzurüsten und ihn komplett mit Holz zu verkleiden. An den Innenwänden des Wagens hängen Bilder mit Erinnerungen aus 30 Jahren Männerfastnacht. Beim Zampern mit den "Glienicker Blasmusikanten" durch Leißnitz und seine Ortschaften war das Gefährt dabei und so manch ein Anwohner nutzte die Gelegenheit, die Fotoausstellung in dem Anhänger zu besuchen.

Am Abend ging es mit Tanz- und Diskomusik und zahlreichen Besuchern im Festzelt munter weiter. Zuerst marschierten die Männer ein, die vor 30 Jahren den Anfang machten. Der damalige "Anführer" Eberhard Sradnick frischte mit seinen Erzählungen Erinnerungen an vergangene Zeiten auf.

Schon immer wurden in Leißnitz Programme der Spitzenklasse präsentiert. So zeigten die Schwersten von ihnen viel Bauch und Haut bei einem Sumokampf. Auch mit sexy Tänzen sorgten die Leißnitzer für Applaus. Zwischendrin gab es aber auch professionell gedrehte Filme auf der Leinwand zu sehen, welche aktuelle Themen des Dorfalltages auf charmant-lustige Weise verarbeiteten. Höhepunkt des Abends war eine Tombola. Die Leißnitzer Männer spendierten zu ihrem 30-jährigen Jubiläum hochwertige Gewinne und verlosten unter den Besuchern Gutscheine verschiedener Friedländer Gewerbetreibender.

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