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Galerist plant Großes in Zehdenick

Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Galerist Jörg Zieprig arbeitet an einer großen Ausstellung anlässlich des Reformationsjubiläums.
Bei ihm laufen die Fäden zusammen: Galerist Jörg Zieprig arbeitet an einer großen Ausstellung anlässlich des Reformationsjubiläums. © Foto: MZV
Martin Risken / 12.01.2017, 08:15 Uhr
Zehdenick (GZ) Es wird die Ausstellung des Jahrzehnts: Seit zweieinhalb Jahren laufen die Vorbereitungen für eine Gemeinschaftsausstellung mit Arbeiten von Ernst Barlach und des spanischen Künstlers Jorge Rando in der Klosterscheune Zehdenick. Die Finanzierung ist noch nicht ganz gesichert.

Es wird der Beitrag der Klosterscheune zum Reformationsjahr 2017. Denn sowohl Barlach als auch Rando arbeiteten mit religiösen Themen. Ihre Werke seien Auskunft tiefer Gläubigkeit, begründet Jörg Zieprig die Auswahl der Künstler. Wobei die Präsentation der Skulpturen aus dem Nachlass Barlachs an sich schon etwas Besonders ist. Denn: "Ernst Barlach gehört zu den wohl bedeutendsten deutschen Expressionisten. Sein Werk ist, wie er selbst, im Norden verwurzelt. Frankreich, Russland und Italien waren seine Zwischenstationen. Er kehrte jedoch wieder nach Norddeutschland zurück, um in Güstrow sein Hauptwerk zu schaffen", schreibt die Ernst-Barlach-Stiftung in Güstrow über ihren Namensgeber. Barlach starb 68-jährig am 28. Oktober 1938 in Rostock.

"Es wäre die erste Barlach-Ausstellung in Berlin und Brandenburg seit Jahrzehnten", so Zieprig. Die Skeptiker, die anfänglich sagten, dass er es kaum schaffen werde, eine so umfangreiche Ausstellung mit Barlach-Arbeiten nach Zehdenick zu holen, hat der Galerist mittlerweile eines Besseren belehrt. Von den drei Partnern aus der Region, die die Ausstellung sponsern wollen, haben mittlerweile zwei zugesagt. Mit dem dritten Sponsor stehe er noch in Verhandlungen. "Die Ausstellung ist zu 70 Prozent sicher", zeigte sich Zieprig am Mittwoch optimistisch.

Es wäre die Chance für die Klosterscheune, internationales Publikum nach Zehdenick zu locken, auch wenn eine große Barlach-Ausstellung vergangenes Jahr schon in Wedel bei Hamburg, dem Geburtsort des Künstlers, zu sehen war. Sollte es mit der Finanzierung klappen, würde aller Voraussicht nach Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die Ausstellung unter dem Titel "Mystiker der Moderne" am 7. Mai eröffnen. Die Schau wäre bis zum 30. Juli zu sehen. Auch Kontakte mit der spanischen Botschaft gebe es schon. Nicht ausgeschlossen, dass der Botschafter Spaniens zur Vernissage kommt.

Jorge Rando ist ein Bildhauer aus Malaga, der der neoexpressionistischen Bewegung zugerechnet wird. Einen bedeutenden Raum in seinem Werk nimmt die sakrale Malerei ein, bei der er wesentliche Themen der abendländischen Kunst aufgreift. In einer der Leidensgeschichte Christi gewidmeten Reihe benutzt der 75-Jährige vorwiegend die Farben Magentarot, Grün und Schwarz, aber auch Nuancen von Gelb, Rot und Blau. Christus erscheint in diesen Gemälden gedemütigt, als ein leidendes Wesen, das die gesamte Menschheit repräsentiert.

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