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Täter bittet auf Parkplatz in polnischem Grenzort um Geldwechsel und zieht Opfer unbemerkt Scheine aus Portemonnaie

Trickdiebe stehlen Hohensaatener Rentner 200 Euro

Langfinger am Werk: Trickdiebe haben einem Hohensaatener Rentner auf einem polnischen Parkplatz 200 Euro aus seinem Portemonnaie gestohlen.
Langfinger am Werk: Trickdiebe haben einem Hohensaatener Rentner auf einem polnischen Parkplatz 200 Euro aus seinem Portemonnaie gestohlen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Steffen Göttmann / 14.01.2017, 06:00 Uhr
Hohensaaten (MOZ) Kurt Adamek aus Hohensaaten ist am Freitagvormittag auf dem Parkplatz vor einem Einkaufsmarkt im polnischen Grenzort Osinow Dolny einem Trickdiebstahl zum Opfer gefallen. "Ich habe gerade meine Einkäufe im Kofferraum verstaut, als mich ein Mann und eine Frau baten, ihnen zwei Euro zu wechseln", berichtete der Rentner. Die Leute kamen ihm nicht verdächtig vor. "Ich dachte, sie wollen auch einkaufen gehen und brauchen eine Münze für den Einkaufswagen", erzählte er. Also holte er sein Portemonnaie heraus, öffnete es, ließ sich die Zwei-Euro-Münze geben. Als der Mann sagte, er könne auch ganz kleines Münzgeld gebrauchen, ließ ihn Kurt Adamek in sein Portemonnaie greifen. "Das war ein Fehler", lautet Kurt Adamek späte Einsicht. Denn wie er dann feststellte, fehlten ihm um die 200 Euro im Portemonnaie. Gleichzeitig hatte der Mann, der ihm gegenüber stand, in der anderen Hand eine Serviette. Er habe ihn wohl abgelenkt und so die Scheine aus dem Portemonnaie gezogen.

Zuhause angekommen, rief Kurt Adamek beim Polizeirevier in Bad Freienwalde an. Auf eine Anzeige in Polen verzichtet der Rentner, da er sein Geld ohnehin nicht wiedersehen werde. "Ich will aber andere Leute warnen, damit sie nicht auf die gleiche Masche hereinfallen", sagte Kurt Adamek.

Die Täter sprachen zwar gebrochen Deutsch, seien aber keine Polen gewesen, betonte er. Beide seien von etwas dunklerem Teint gewesen. Kurt Adamek vermutet den arabischen Kulturkreis als Herkunftsort. Das Kennzeichen ihres Autos konnte er nicht feststellen, da sie weiter entfernt parkten.

Ob Trickdiebstähle auf den Grenzmärkten häufiger vorkommen oder ob es eine neue Masche ist, sei ihr nicht bekannt, sagte Bärbel Cotte-Weiß, Pressesprecherin der Polizeidirektion Ost in Frankfurt. Von Polen bekomme sie keine Zahlen. Und Anzeigen wegen Diebstahls in Polen nehme die deutsche Polizei nicht auf. "Wir empfehlen, den Opfern von Diebstählen und anderen Straftaten, dort Anzeige zu erstatten, wo es passiert ist", ergänzte die Sprecherin.

Derartige Trickdiebstähle auf deutschen Märkten entlang der Oder seien der Polizei vollkommen unbekannt. Die letzte Welle von Trickdiebstählen seien an der Autobahn passiert. Die Täter täuschten eine Panne vor. Helfern erzählten sie, dass sie kein Bargeld hätten, würden aber gerne ihren Ring eintauschen. Hinterher stellte sich jeweils heraus, dass das vermeintliche Schmuckstück wertloser Tand war.

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