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Von Menschen und Ziegen

Die Künstlerin Dietlind Horstmann-Köpper rückt eines ihrer Ölgemälde über der Käsetheke in Brodowin zurecht.
Die Künstlerin Dietlind Horstmann-Köpper rückt eines ihrer Ölgemälde über der Käsetheke in Brodowin zurecht. © Foto: MOZ/Marco Marschall
Marco Marschall / 15.01.2017, 19:00 Uhr
Brodowin (MOZ) Direkt über der Käsetheke hängt das Bild vom Ziegenbock mit den geschwungenen Hörnern. Hals und Schulterpartie allerdings erscheinen wie die eines Menschen. Solche sonderbaren Mischwesen interessieren die Künstlerin Dietlind Horstmann-Köpper seit jeher. Sie sieht darin die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier illustriert und mit ihr die Konflikte innerhalb dieser Beziehung. "Ich sehe viel Menschliches in Tieren und gleichermaßen auch Tierisches im Menschen", sagt sie. "I'm only human" (Ich bin auch nur ein Mensch) hat die 69-Jährige aus Schneverdingen (Niedersachsen) ihre Auswahl an Ölgemälden und Linolschnitten genannt, die nun ein halbes Jahr oder länger im Hofladen des Ökodorfes Brodowin zu sehen sein werden. Am Sonnabendnachmittag wurde die Ausstellung, die ausnahmslos Tiermotive zeigt, mit Sekt und Käsehäppchen eröffnet.

Ein Aal ist nun im Laden zu sehen, auch ein Hase - der Großteil der Werke aber zeigt Ziegen und Schafe. Einst habe sie selbst viele Tiere auf ihrem Hof gehabt, erzählt die Künstlerin. Übriggeblieben seien derzeit nur noch Fische und ein Dackel. Ihre Bilder passen gut zum Ambiente des Hofladens und zur gesunden und bewussten Ernährungsweise, die bei den Produkten im Vordergrund steht.

Fleisch als Lebensmittel ist dabei auch ein Thema was Dietlind Horstmann-Köpper umtreibt. Vegetarierin sei sie nicht, gehe sogar zur Jagd. Doch versuche sie beim eigenen Konsum, ein Maß zu finden und dem toten Tier, das sie ernährt, auch ein Stück mit Demut zu begegnen. Die Auseinandersetzung damit habe auch in der Malerei eine gewisse Tradition. So verweist die Künstlerin beispielsweise auf Rembrandts geschlachteten Ochsen, der im Louvre ausgestellt ist, oder auf den Maler Chaim Soutine, der sich Zeit seines Schaffens auch damit beschäftigte.

Noch stärker auf Mischwesen konzentriert sich Dietlind Horstmann-Köppers Ausstellung, die sie im April mit Künstlerkollegen in Hamburg eröffnet. Sie heißt die "Zähmung des Faun" und widmet sich ganz dem Mythos des gehörnten, bocksfüßigen Waldgeistes und in diesem Zusammenhang der Wildheit im Menschen. In Brodowin scheint dieses Thema nur bei einzelnen Werken durch. Allesamt sind sie auch verkäuflich, kosten zwischen 300 und 3000 Euro.

Der Hofladen in der Dorfstraße89 ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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