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Im Funkloch: 50-Meter-Sprint für eine SMS

Der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann (re.) hatte gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Kleßen-Görne, Joachim Tessenow (li.), den Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher (Mitte) nach Kleßen eingeladen, um über die Mobilfunkproblematik zu sprechen.
Der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann (re.) hatte gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Kleßen-Görne, Joachim Tessenow (li.), den Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher (Mitte) nach Kleßen eingeladen, um über die Mobilfunkproblematik zu sprechen. © Foto: Euent
Sandra Euent / 23.01.2017, 14:50 Uhr
Kleßen (MOZ) Das Navi hat mich noch hingeführt, vor das Dorfgemeinschaftshaus in Kleßen, aber das nutzt ja auch GPS und kein Mobilfunk. Denn damit kann Kleßen nicht dienen - Görne übrigens auch nicht. Die beiden westhavelländischen Örtchen, die zum Amt Rhinow gehören, liegen im Funkloch. Und dabei ist es egal, bei welchem Anbieter man ist. Telekom und ihr D1-Netz sind ebenso wenig vorhanden wie das D2-Netz von Vodafone und das Netz von Telefonica (E-Plus/O2).

Die Menschen in den Orten wissen das. Sie kennen auch die wenigen Stellen, wo eventuell etwas Netz zu finden ist. Ortsbürgermeister Joachim Tessenow, der auch Unternehmer ist, rennt mit seinem Mobiltelefon immer 50 Meter weiter, wenn er eine SMS für das Online-Banking erwartet. Manchmal klappe es, manchmal sei die Zeit abgelaufen, bis die Nachricht durchgekommen sei und er wieder am Computer sitze, erzählt Tessenow am Montagmorgen im Dorfgemeinschaftshaus.

Zu Gast ist der Landtagsabgeordnete und Vorsitzender der Wirtschaftsausschusses Ralf Holzschuher (SPD). Geladen hatte neben dem Bürgermeister der Amtsdirektor Jens Aasmann (SPD), der auch den stellvertretenden Amtsdirektor und Amtsbrandmeister Michael Mirschel und den Kleßener Ortsvorsteher Michael Austen mit an den Tisch gebeten hat.

Die Problematik beschäftigt die Menschen schon seit einigen Jahren. Was fehlt, ist ein Mobilfunkmast. Die momentan vorhandenen, zum Beispiel in Friesack und Rhinow, schaffen es nicht, ihre Signale in ausreichender Stärke in die Dörfer zu senden. An einem Platz für den Mast soll es nicht scheitern, sichert Tessenow zu, den würde man schnell finden. Anfragen bei Netzbetreibern hätten aber bis jetzt nichts gebracht. Es sei auf die nicht vorhandene Wirtschaftlichkeit hingewiesen worden, erklärte Jens Aasmann. Einzig Vodafone hätte seine Signale an den vorhandenen Masten verstärkt, aber wirklich viel genützt hat das nicht.

Kürzlich hatten sich auch Dierk Homeyer und Dieter Dombrowski (beide CDU) in einer sogenannten Kleinen Anfrage zu diesem Thema an die Landesregierung gewandt. Die Antwort ernüchternd. Unter anderem hieß es: "Die Mobilfunkabdeckung regelt der Markt." Man dränge aber in Gesprächen mit den Providern darauf, die Netze zu verbessern.

Holzschuher hatte am Montag auch keinen Mobilfunkmast im Gepäck und konnte auch sonst nichts versprechen, außer sich für das Anliegen der Menschen in Kleßen und Görne einzusetzen. Für ihn gehöre der Mobilfunk eigentlich schon zur Grundversorgung. Er will am Thema dran bleiben und sich im Laufe des Februars äußern, wie eventuell weiter verfahren werden kann. Übrigens betrifft das Thema nicht nur den Mobilfunk im ländlichen Raum, auch der Digitalfunk, den Feuerwehr und Polizei nutzen, weise an einigen Stellen in der Region Lücken auf, wie Amtsbrandmeister Michael Mirschel aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Auch da will Holzschuher nachhaken.

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