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Steinmeiers Liebeserklärung

Thomas Messerschmidt / 23.01.2017, 07:02 Uhr
Mötzow (MZV) (tms) Es war, als dringe ein Popstar in den proppevollen Saal des Domstiftsguts Mötzow vor. Diverse Personenschützer hatten sich unter die altersübergreifende Fangemeinde gemischt, die geduldig dem ganz persönlichen Moment mit Frank-Walter Steinmeier (SPD) entgegen sah. Der Bundesaußenminister, der sich sicher sein kann, dass er in der Bundesversammlung am 12. Februar 2017 zum neuen Bundespräsidenten gewählt wird, hatte zur "Feier zum Neujahrsbeginn" nach Mötzow eingeladen. Ein "gemütliches Zusammensein" mitten in seinem von Rathenow bis Jüterbog reichenden Wahlkreis war angekündigt. Und doch wussten all die geladenen SPD-Genossen und Unterstützer, dass es eine Art Abschiedsvorstellung würde. Viele hatten kleine Geschenke dabei, baten um ein Autogramm, ein Foto mit ihm. Steinmeier nahm sich Zeit, drang im Slalom- und Zeitlupenstil vom Eingang zur Bühne vor. Dennoch hatte er mit Beginn seiner Rede erst die Hälfte der vom Publikum erhofften persönlichen Begegnungen erlebt. Gelöst stand er am Rednertisch und stellte sogleich klar: "Ich bin nicht gekommen, um Abschied zu nehmen. So schnell werdet ihr mich nicht los! Ich bin gekommen, um Danke zu sagen!" Es gebe viele Leute, ohne die er hier nicht stünde. Allen voran Manfred Stolpe. Margrit Spielmann sei er dankbar, "wie wir den Übergang vor fast zehn Jahren geschafft haben." Von ihr hatte er 2009 den Bundestagswahlkreis 60 übernommen und zweimal direkt gewonnen. Steinmeier weiß: "Das ist das Ergebnis der Arbeit von ganz vielen. Herzlichen Dank allen, die mitgearbeitet haben. Ich hoffe, das hat der Region genutzt! Meine Bitte: Lasst die Unterstützung, die ich haben konnte, meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin angedeihen." Steinmeier weiter: "Ich habe fast alle Ecken kennengelernt. Vom Göschel-Hof in Golm bis zum Schloss in Wiesenburg." Tatsächlich war er trotz Außenministeramt oft in seinem Revier unterwegs, legte Wert auf Begegnungen, unterstützte, wo er konnte - Butzower Dorfkirche, Schloss Reckahn, Bahnwohnungen Kirchmöser, Kulturverein Brandenburg an der Havel. Am liebsten half er, wenn Ehrenamt im Spiel war. "Ob Hospizdienst, Feuerwehr, THW oder Strickerinnen - ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die sich jenseits ihrer Pflichten um ihre Nächsten kümmern." Steinmeier lebt es trotz gewaltigem Arbeitspensum als Außenminister und Bundestagsabgeordneter vor und wird es als Bundespräsident weiterhin tun. Und er verspricht seinem Wahlkreis die Treue zu halten: "Wie gesagt, das ist kein Abschied. Ich werde auch meine Wohnung in Saaringen behalten." Er wolle weiterhin informiert sein, was hier vor Ort geschieht. "Das ist keine Drohung, sondern eine Liebeserklärung!"

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