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Gute Aussichten für Lichtenow

Spartanisch: Nur mit einem Kachelofen kann derzeit der große Sportraum beheizt werden. Marcel Assmann freut sich, dass das Vorhaben unterstützt wird.
Spartanisch: Nur mit einem Kachelofen kann derzeit der große Sportraum beheizt werden. Marcel Assmann freut sich, dass das Vorhaben unterstützt wird. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Irina Voigt / 25.01.2017, 06:21 Uhr
Lichtenow (MOZ) Auf einem guten Weg ist nun endlich das Projekt Dorfkonsum Lichtenow. Dort trainieren seit Jahren über 100 Sportler des DoKan-Kampfkunstvereins. Ihre herausragenden sportlichen Leistungen erbringen sie unter widrigen Bedingungen.

Es ist kalt. Nicht nur draußen, sondern auch im Sportraum. In den spartanischen Umkleiden stehen Heizlüfter. Das soll sich nun bald ändern. Auch duschen wird man im ehemaligen Lichtenower Dorfkonsum bald können. Wenn das Haus aus den 1970er-Jahren zum Mehrzweckgebäude umgebaut sein wird.

Die über 100 Vereinsmitglieder zwischen zwei und 76 Jahren warten schon lange sehnlichst darauf. Seit über fünf Jahren wird am Projekt des Ausbaus des alten Konsums zu einer akzeptablen Sportstätte, in der auch andere Veranstaltungen stattfinden können - einem Mehrzweckhaus im wahrsten Sinne -, getüftelt, geplant, gerechnet und kalkuliert. Fördermittel stehen bereit und die Mitglieder werden einen erheblichen Eigenanteil für die Finanzierung einbringen.

Es war etwas problematisch, diesen Sachverhalt den Gemeindevertretern, von denen kaum einer weiß, wie die Bedingungen sich vor Ort tatsächlich gestalten, nahe zu bringen. Mit viel Entschlossenheit und einer großen Portion Durchhaltevermögen von Verein und Ortsbeirat ist es nun endlich so weit, dass im Februar der Beschluss gefasst werden kann. Zuletzt hatte sich nach den Gemeindevertretern auf ihrer Sitzung noch einmal der Bauausschuss mit dem Vorhaben beschäftigt. Nun ist man dort wie in Lichtenow guten Mutes.

Das Problem, vor dem man fast kapitulierte, waren die Kosten. Erste Berechnungen hatten 212 000 Euro für notwendige Baumaßnahmen ausgewiesen. Das war 2015. Kostenschätzungen nach der neuen Bauordnung vom Dezember 2016 beliefen sich auf 324 000 Euro. Bei dieser Summe wäre der Eigenanteil des Vereins in nicht mehr zu stemmen gewesen. "Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen den Sport ermöglichen, auch denen, die über Brandenburger Teilhabegutscheine für zehn Euro zu uns kommen", sagt Vereinschef Marcel Assmann. Die ganze Gemeinde war gefordert. Fachbereichsleiter Robert Knobloch argumentierte, dass diese Summe "vom schlimmsten Fall" ausginge, man aber sicher wäre, dass sie nicht aufgebraucht werden würde. Die Gemeindevertreter hatten sich vorgestellt, dass mit dem Ausbau des Mehrzweckgebäudes das Gemeindebüro überflüssig werden könnte. Das sei aber nicht der Fall, hielt Ortsvorsteher Herbert Peschke dagegen, denn dafür würden im Jahr lediglich Betriebkosten fällig, eine kleine Summe also. Eine Mehrzwecknutzung käme aber dem gesamten Ortsteil zugute für Veranstaltungen, Lesungen und Kitasport. Den Gedanken, den Dorfkonsum dennoch auszubauen, gaben die Gemeindevertreter nicht auf. "Jeder Ortsteil sollte seine Begegnungsstätte haben", stellte Volker Müller (Linke) fest, also auch Lichtenow.

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