Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ärger über Straßenbaupläne der Stadt in Kohlsdorf

Reparieren statt blechen: Jürgen Wesner, Siegfried Fussan, Ortsbeirat Rainer Mauske, Horst Kaske und Enrico Tepper (v. li.) fordern eine örtlich begrenzte Lösung.
Reparieren statt blechen: Jürgen Wesner, Siegfried Fussan, Ortsbeirat Rainer Mauske, Horst Kaske und Enrico Tepper (v. li.) fordern eine örtlich begrenzte Lösung. © Foto: MOZ
Jörg Kühl / 30.01.2017, 06:59 Uhr
Kohlsdorf (MOZ) "Nein, es geht uns nicht nur um die Anliegerbeiträge. Sondern auch um Sinn und Nutzen der ganzen Aktion." Anwohner Siegfried Fussan ist einer der Wortführer gegen die Pläne der Stadt, die Anliegerstraße "Neue Heimat" in Kohlsdorf auf der gesamten Länge von 600 Metern grundhaft auszubauen.

Anlass der Pläne ist, dass ein etwa 30 Meter langes Stück, dort wo der alte Pflasterbelag auf den Betonbelag der Straße trifft, abgesackt ist. Pfützen nach Regenfällen sind hier die Regel, das Wasser rinnt auf benachbarte Grundstücke. "Ich musste meine Garageneinfahrt erhöhen, weil immer Wasser eindrang", berichtet etwa Jürgen Wesner, der eines der vier betroffenen Grundstücke bewohnt.

Am 19. Januar hatten Vertreter der Stadtverwaltung bei einem Vor-Ort-Termin ihre Pläne zur Behebung des Problems vorgestellt und bei den Anwohnern offene Münder hinterlassen. Denn statt einer Reparatur, die aus der Stadtkasse zu bezahlen wäre, wurde der grundhafte Ausbau der gesamten Strecke vorgeschlagen. Grobschätzung 430 000 Euro.

40 Prozent davon würde die Stadt übernehmen, 60 Prozent die Anwohner laut geltender Satzung. Das wären 230 000 Euro. Da 49 Grundstücke "umlagefähige Anlieger" sind, kommen laut Taschenrechner im Durchschnitt knapp 5000 Euro auf jeden betroffenen Haushalt zu. Tatsächlich differieren die Beträge zwischen 1200 und mehr als 10 000 Euro.

Die Bürger ärgern sich, dass die Stadt nicht das ihrer Ansicht nach naheliegende Prozedere einer örtlichen Reparatur samt Einbau einer ebenfalls örtlichen Regenentwässerung ins Auge fasst. Denn den oberen Teil der Straße, der aus massiven Betonplatten zusammengesetzt ist, halten die Anwohner für unkaputtbar, mindestens aber noch für Jahrzehnte haltbar.

"Die Schadstelle nur örtlich zu flicken, ist bautechnisch nicht sinnvoll", stellt die für Tiefbau zuständige Sachbearbeiterin in der Stadtverwaltung, Silke Post klar. Das Ergebnis würde nicht lange halten. Man könne allenfalls darüber nachdenken, von der Betonkante aus bis zum Anstieg der Pflasterstraße grundhaft auszubauen. Das wären dann mindestens 100 Meter. In diesem Falle müsse allerdings geklärt werden, ob nur die am dann ausgebauten Teilstück anliegenden Bürger, oder auch die restlichen, die den "neuen" Abschnitt ja auch nutzen, an den Kosten beteiligt werden. "Wir als Verwaltung schlagen einen grundhaften Ausbau der ganzen Straße vor, da einerseits auch das Betonstück in ein Paar Jahren fällig würde, und wir darüberhinaus ein einheitliches Erscheinungsbild für erstrebenswert erachten", so die Fachfrau in der Stadtverwaltung.

Einstweilen wurde den betroffenen Bürgern ein Fragebogen ausgehändigt, wo sie ankreuzen können, ob sie für oder gegen den Ausbau ihrer Straße sind und einen Kommentar formulieren können. Entscheiden werden es letztlich die Stadtverordneten.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG