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Falkenberg-Höhes Amtswehrführer Robert Müller zieht Bilanz / Forderung nach hauptamtlicher Kraft

Technische Hilfeleistungen steigen

Frauen-Power: Nicole Schwarz aus Leuenberg hat die Kettensägenausbildung gemeistert.
Frauen-Power: Nicole Schwarz aus Leuenberg hat die Kettensägenausbildung gemeistert. © Foto: Heike Jänicke
Heike Jänicke / 31.01.2017, 06:06 Uhr
Kruge (MOZ) Wenn die Feuerwehren im Amt Falkenberg-Höhe alarmiert werden, dann rücken sie in den meisten Fälle zur technischen Hilfeleistung aus. 2016 waren es 46 und damit 73 Prozent aller Einsätze. Das bilanziert Amtswehrführer Robert Müller am Sonnabend in seinem Jahresrückblick in Kruge.

Etliche Feuerwehrfahrzeuge stehen am Sonnabendabend am Kulturhaus in Kruge. Hin und wieder huscht ein Feuerwehrmann ins Gebäude. Im Foyer duftet es nach gebratenem Fleisch. Siggrid Reuß hat das Catering übernommen und ein üppiges Büfett aufgebaut. Im großen Saal sitzen Feuerwehrmänner und -frauen in Uniform an den Tischen. Dazwischen plaudern Vertreter der Kommunalpolitik mit den Blauröcken. Robert Müller (34), der Amtswehrführer von Falkenberg-Höhe, trifft letzte organisatorische Absprachen. Währenddessen genießen Frank (53) und sein Vater Jürgen Mühlenhaupt (77) und die anderen Blauröcke um Dannenbergs Löschengruppenführerin Ute Schindler (37) das erste Bier.

Die Dannenberger gehören zu den 262 Männern und Frauen, die den freiwilligen Feuerwehren in den Gemeinden des Amtes Falkenberg-Höhe die Treue halten - die einen im aktiven Dienst, die anderen in der Jugendfeuerwehr oder in der Alters- und Ehrenabteilung. Sie alle stehen an diesem Abend im Mittelpunkt.

Holger Horneffer, Amtsdirektor von Falkenberg-Höhe, freut sich, Sebastian Nestroy, den neuen Kreisbrandmeister von Märkisch-Oderland, und Hans-Dieter Kandzia, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, begrüßen zu können. Doch vor allem dankt der Verwaltungschef in seiner Eröffnungsrede den Einsatzkräften der freiwilligen Feuerwehren, den Familien und Partnern und nicht zuletzt den Firmen, die die Blauröcke freistellen, wenn sie zum Einsatz alarmiert werden.

Dass dafür der Brunower Löschgruppe immer noch nicht das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) zur Verfügung steht, bedauert Holger Horneffer. "Wir setzen aber alles daran, dass das Fahrzeug bald kommt", versichert er am Sonnabend. Auch für die Falkenberger sei ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) bestellt. Doch die Ausschreibung habe durch das Land noch einmal korrigiert werden müssen, so dass es sich hinausziehe.

Ohne Verzögerungen kommt an diesem Abend Robert Müller zu Wort. Der Amtswehrführer blickt auf 2016 zurück. Während sich die Mitgliederzahl in den Jugendfeuerwehren von 70 (2015) auf insgesamt 78 erhöht hat, ist bei den aktiven Blauröcken ein Rückgang um 44 auf 120 Mitglieder zu verzeichnen. In der Alters- und Ehrenabteilung hingegen stieg die Zahl von 55 (2015) auf 64 Männer. Insgesamt gibt es im Amtsgebiet 59 Atemschutzgeräteträger, zwei mehr als 2015. Davon sind 30 Männer und Frauen (51 Prozent) einsatzbereit. Zirka 165 000 Euro hat das Amt für die Feuerwehren im vergangen Jahr ausgegeben, davon unter anderem 40 000 Euro für Ausrüstung.

Wie in anderen Amts- und Stadtwehren der Region verzeichnet auch Robert Müller eine Zunahme der Einsätze zur technischen Hilfeleistung. 2016 waren es 46 dieser Art. Damit entfallen 71 Prozent aller Einsätze (63) unter anderem auf Türnotfallöffnungen, Verkehrsunfälle oder Sturmeinsätze. 17-Mal sind die Blauröcke zu Bränden alarmiert worden, davon zu sechs Klein- und fünf Großbränden.

Insgesamt bescheinigt Robert Müller den Feuerwehrmännern und -frauen eine hohe Einsatz- und Ausbildungsbereitschaft. Angesichts steigender Einsatzzahlen, höherer Anforderungen auch im rückwärtigen Dienst macht der Amtswehrführer allerdings eine Forderung auf: "Wir werden nicht darauf verzichten können, unsere fleißigen ehrenamtlichen Kräfte durch eine hauptamtliche Kraft oder Teilzeitkraft zu verstärken. Die Pflichtaufgaben wie Prüfungen von Geräten, Materialverwaltung, Inventarisierung, Logistik und Reinigung können nicht mehr ehrenamtlich geleistet werden. Hier sind der Träger des Brandschutzes und die Politik gefordert."

Dass die Amtswehr Falkenberg-Höhe auf einem guten Weg ist, das schätzt Kreisbrandmeister Sebastian Nestroy ein. "Ihre Struktur gefällt mir. Das ist die Zukunft", so der Altlandsberger.Und ehe sich die Blauröcke am Büfett laben und tanzen können, gibt es Urkunden, Bescheinigungen und Medaillen für 60 Jahre, 50, 40 bis 10 Jahre treue Dienste.

Mehr dazu lesen Sie in der Mittwochausgabe.

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