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Bunte Kostüme wohin man blickt: Bei Minusgraden wurde am Sonnabend in Görsdorf bei Storkow und Glienicke gezampert

Mit Tanz und Alkohol gegen den Frost

Elke Lang und Tatjana Littig / 13.02.2017, 06:12 Uhr
Görsdorf/Glienicke (MOZ) Wer den Hut aufhat, der geht immer voran, sagt man, da wo die Musik spielt. In Görsdorf hat am Sonnabend wieder das Bla-Mu-Echo aus Wendisch Rietz gespielt, das auch schon an den vergangenen Wochenenden Zamperer der umliegenden Dörfer schwungvoll blasend beschallt hatte. Der Hut war hier in Görsdorf ein riesengroßer Sombrero, und der temperamentvolle Schnurrbartträger darunter entpuppte sich bei näherem Hinsehen als Angelika Raue, die Vorsitzende des Dorfklubs. Sie zog eine etwa vierzigköpfige Narrenschar hinterher, die sich vorher auf ihrem Grundstück unweit des Dorfeingangs aus Richtung Kolberg mit einem zweiten Frühstück hatte beköstigen lassen.

Renner war der leuchtend gelbe Eierlikör, der bei dem eisigen Wind wie Öl durch die Kehlen lief. Immerhin gehört Görsdorf zu den Storkower Ortsteilen, die sich flächenmäßig am weitesten ausbreiten, zumal noch ein Neubaugebiet dazugekommen ist. Da tat Stärkung gleich am Start schon mal richtig gut. Die Tour dauerte bis etwa 16 Uhr, wobei es keine Mittagspause gab. "Wir verhungern und verdursten nicht. Das sieht man doch", zeigte Viola Lengert lachend auf sich selbst. Aber sie war in ihren molligen Wintersachen längst nicht die Dickste. Den Rekord schlugen zwei aufgeblasene Narren, einen Koch und eine Ballerina darstellend. Auch Super Mario - eine populäre Videospiel-Figur - und Co. waren mit dabei. Der öffentliche Fastnachtstanz findet am Sonnabend ab 20 Uhr im Gemeindehaus statt.

Gut 20 Kilometer weiter: Auch in Glienicke haben die Narren den frostigen Temperaturen getrotzt und sind am Sonnabend fröhlich durch ihr Dorf gezampert. "Mit Tanz und Alkohol geht's", so der Tenor. Seit vielen Jahren mit von der Partie: Nadine Märker und ihre Familie. Bis auf den anderthalbjährigen Sohn Carl zeigten sich die Familienmitglieder in Kostümen aus Walt Disneys Arielle, die Meerjungfrau. "Alle Kostüme sind selbst gemacht", erzählte Nadine Märker im Kraken-Outfit stolz. Wer die Meerjungfrau verkörperte? Na, selbstverständlich Ehemann Frank.

"Kirsch am frühen Morgen vertreibt Kummer und Sorgen", belehrte Heike Selchow aus der Zampergesellschaft lachend die Nachbarn. Zwischen zwei Häusern berichtete sie, dass sie mit ihren 47 Jahren die Älteste in der Runde sei. Doch ans Aufhören denke sie noch lange nicht. "Das ist halt Tradition, damit bin ich groß geworden." Das Gemeinschaftsgefühl stehe im Vordergrund, erklärte Ulrike Krzyzanowski im Känguru-Kostüm.

Zum ersten Mal dabei: Alex Müller. Er und seine Freundin Isabell Peschke - sie, eine gebürtigen Glienickerin - reisten zur Fastnacht aus St. Gallen in der Schweiz an. Zum Frühstück wurde die Gesellschaft, wie schon seit über 40 Jahren, im Haus ihrer Familie begrüßt. Es wurden warme Brötchen, Stullen sowie Pfannkuchen gereicht. Als die Musiker der Glienicker Blasmusikanten und der Glienicker Gaudi Buam "Märkische Heide, märkischer Sand" spielten, kommentierte Karl Gleitze: "Das ist unser Lied." Er schnappte sich seine Frau Lieselotte und tanzte mit ihr in der Küche.

Am Sonnabend wird im Dorfgemeinschaftshaus in Glienicke ab 19 Uhr weiter gefeiert. Zum Tanz spielt die Band Passat, zudem geht es weiter im Programm. Der Titel: Wilder als der Westen.

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