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Tag der offenen Tür im künftigen Kinderheim "Haus am Weg" in Mönchwinkel stößt auf große Resonanz

Zuhause auf Zeit für Babys

Bunte Dekoration: Michael Kiekebusch, Geschäftsführer der Trägergesellschaft der neuen Einrichtung, und die pädagogische Leiterin des Heim, Franka Ziegler in einem der Schlafzimmer für Babys und Kinder bis zu sechs Jahren.
Bunte Dekoration: Michael Kiekebusch, Geschäftsführer der Trägergesellschaft der neuen Einrichtung, und die pädagogische Leiterin des Heim, Franka Ziegler in einem der Schlafzimmer für Babys und Kinder bis zu sechs Jahren. © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 13.02.2017, 07:50 Uhr
Mönchwinkel (MOZ) Im großen Gebäude neben dem Bürgerhaus in Mönchwinkel kehrt bald wieder Leben ein. Ein freier Träger eröffnet dort ein Kinderheim. Noch wird gebaut, doch das Interesse bei einem Tag der offenen Tür am Sonnabend war enorm.

Immer wieder kamen neue Gäste auf das Grundstück in der Neuen Spreeauer Straße, und nach einem Rundgang durch das Haus ließen sich viele noch zu Kaffee und Kuchen nieder. "Wir freuen uns sehr, dass hier nach zwanzig Jahren wieder Leben einkehrt", sagte Tobias Thieme, Grünheider Gemeindevertreter aus Mönchwinkel. Zu DDR-Zeit befand sich im Objekt ein Kinderkurheim.

Das neue Nutzungskonzept knüpft an diese Geschichte an. Die "Haus am Weg", eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft, hat sich eingemietet. Kleinen Kindern und deren Eltern soll dort in Zukunft der Weg in eine bessere Zukunft geebnet werden. Gleichzeitig entsteht aber auch ein Angebot für Familien aus Mönchwinkel und Umgebung: eine kleine Kindertagesstätte mit 15 Betreuungsplätzen. "Wir haben dafür bereits erste Anfragen bekommen", berichtete Franka Ziegler, die pädagogische Leiterin der Einrichtung, am Sonnabend.

Aufhalten in der Kita sollen sich aber auch Kinder, die vorübergehend im Haus am Weg leben. Der Träger nimmt dort künftig Kinder vom Säuglings- bis zum Vorschulalter vorübergehend zum Wohnen und zur Betreuung auf, teils in Begleitung von Mutter oder auch Vater, teils alleine. "Durch Kita sowie begleitete und unbegleitete Kinder vereinen wir drei Unterprojekte unter einem Dach", sagte Franka Ziegler.

Zwei Babys leben sogar bereits auf dem Gelände - in einem Nebengebäude, das bereits hergerichtet ist. Die Hintergründe dieser beiden Kleinen, die beide aus Fürstenwalde kommen, machen auch das Konzept des Hauses deutlich. In einem Fall schritt nach Angaben von Franka Ziegler das Jugendamt ein - das Baby wurde wegen Kindeswohlgefährdung aus seinem Elternhaus genommen. Im zweiten Fall habe sich die Mutter in einer Situation der Überforderung freiwillig entschieden, ihr Kind vorerst abzugeben.

Wie lange sich die Kinder in Mönchwinkel aufhalten, soll von Fall zu Fall unterschiedlich sein - und auch, wie es nach dem Aufenthalt im Heim für sie weitergeht. Unter Umständen können sie zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren, vor allem aber geht es um die Suche nach einer Pflegefamilie, so Franka Ziegler. Wenn Mutter und Kind gemeinsam bei "Haus am Weg" ein Zuhause auf Zeit finden, geht es der Einrichtung unter anderem darum, einen strukturierten Tagesablauf zu vermitteln.

Einige Details zum Heim sind derzeit noch offen. Die Zahl der Plätze muss noch festgelegt werden; zu dieser Frage stehen noch Gespräche mit dem Jugendamt an. Und auch ein Eröffnungsdatum fehlt noch. Voraussetzung dafür ist genannte Vereinbarung mit dem Amt. Und es müssen Umbauarbeiten im Haus beendet werden, die in der ersten Etage, dem Mutter-Kind-Bereich, noch in vollem Gange sind.

Auf die Immobilie in Mönchwinkel stieß der Träger nach Angaben seines Geschäftsführers Michael Kiekebusch durch Zufall. "Wir haben etwas fernab des Brennpunkts Berlin gesucht", sagt er. Auch Kinder aus der Hauptstadt sollen im Haus am Weg aufgenommen werden.

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