Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Helmut Tusche verkauft freitags und sonnabends selbst geräucherten Fisch

Booßener Räucherware

Der Fisch ist fertig: Freitags ist Räuchertag bei Fischer Helmut Tusche aus Booßen. Die auf diesem Weg haltbar gemachten Ware verkauft er noch am gleichen Tag sowie am Sonnabend in seinem Hofladen.
Der Fisch ist fertig: Freitags ist Räuchertag bei Fischer Helmut Tusche aus Booßen. Die auf diesem Weg haltbar gemachten Ware verkauft er noch am gleichen Tag sowie am Sonnabend in seinem Hofladen. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 13.02.2017, 19:45 Uhr
Booßen (MOZ) "Noch sieben Minuten", sagt Helmut Tusche zur Begrüßung, "dann können wir den Räucherofen öffnen". Er nimmt es genau bei seinem Räucherfisch. Jeden Freitag oder bei Bedarf - wie etwa Plattenbestellungen - auch mal in der Woche wird geräuchert.

Wie lange der Fisch im Ofen bleibt, hänge auch vom Wetter ab. "Wenn es kalt ist, braucht der Ofen etwas länger, um auf die richtige Temperatur zu kommen", erklärt er. Im Ofen werde der Fisch erst getrocknet, dann gegart und zum Schluss bekomme er durch Buchen- und Erlenspäne seinen leckeren Geschmack. Am Freitag und Sonnabend ist der Hofladen von Helmut Tusche in Booßen geöffnet, wo man dann den fertigen Fisch kaufen kann.

Die Größe des überschaubaren Hofladens täuscht allerdings etwas über die wahre Größe des Betriebs hinweg. Fisch aus der Niederlausitz steht auf seiner Schürze. Das ist kein Versehen. An mehreren Standorten - unter anderem eben auch in der Niederlausitz - bewirtschaftet er zirka 200 Hektar Teich- und Wasserfläche. Ein bunter Mix an frischem Fisch ist so ständig im Angebot. Egal ob Hecht, Zander, Wels, Aal oder Karpfen. Gerade letzterer machte ihm im vergangenen Jahr besonders Freude. "Eigentlich gibt es einen Trend, dass gerade zu den Feiertagen immer weniger Karpfen verkauft werden", sagt er. "Das liegt sicherlich daran, dass die Leute aus der Generation, die den Fisch traditionell zubereiten, immer weniger werden", erklärt er. "Wir konnten entgegen dem Trend den Karpfenabsatz um vier Prozent steigern", freut sich Helmut Tusche. "Bei uns bekommt der Kunde den Karpfen mittlerweile genauso, wie er ihn will", erklärt er den unerwarteten Zuwachs. Egal ob nur ausgenommen oder als Filet. Dazu gibt es gleich die passenden Gewürze. "Die Zeiten, in denen man einen lebenden Karpfen mit nach Hause genommen hat und der noch drei Tage in der Badewanne geschwommen ist, sind endgültig vorbei", erklärt er lachend.

Auch für den Fischer allerdings gibt es Sorgen. "Der Weltmarkt macht vor unserer Tür keinen Halt", so Helmut Tusche. "Wenn in Asien der Pangasius mit viel Antibiotika gezüchtet wird und deshalb preiswert ist, schlägt sich das natürlich auch auf unsere Preise nieder". Zu schaffen macht dem Fischer auch der Kormoran. "Der Fischreiher holt sich mal ein Fisch", sagt Helmut Tusche. "Das ist in Ordnung. Wir leben in Einklang mit der Natur. Beim Kormoran ist es allerdings so, dass er für einen Beutefisch drei andere verletzt. Die verenden dann elend", erklärt der Fachmann. Seit Anfang der 1990er-Jahre habe sich der Bestand der Kormorane in Ostdeutschland stark vergrößert.

Gewässerpflege & Fischzucht Tusche, Bahnhofsweg 9c, Booßen, 033605 204, www.tusche-fisch.de

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG