Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kreisliche Baubehörde schickt Antrag an die Kommune zurück

Altfriedländer dürfen Stege am See bauen

Doris Steinkraus / 17.02.2017, 06:24 Uhr
Altfriedland (MOZ) Noch in diesem Jahr will der Neuhardenberger Ortsteil am Klostersee in Altfriedland neue Stege errichten. Mehrmals war das Vorhaben baulich verändert worden, wodurch sich die Umsetzung verzögerte. Lange warteten alle auf eine Entscheidung des kreislichen Bauamtes. Die ist am Donnerstag gefallen.

Die Altfriedländer können ihre Badestege bauen. "Wir haben den Antrag heute in die Post gegeben. Er geht zurück an das Amt", erklärte die Beigeordnete des Landrates Carla Bork am Donnerstag auf MOZ-Anfrage. Am Mittwochabend hatte das Thema Stegebau noch für hitzige Diskussionen im Neuhardenberger Gemeinderat gesorgt.

Zwei Seiten umfasst die Chronologie, die die Amtsverwaltung zum Thema "Stege in Altfriedland" zusammengestellt und den Abgeordneten zu ihrer Sitzung übergeben hatte. Der Hintergrund: Ein Gutachter stellte 2014 fest, dass die vorhandenen Stege an dem beliebten Badesee nicht mehr tragfähig sind. Sie mussten gesperrt und schließlich abgerissen werden.

Die erste Idee des Altfriedländer Ortsbeirates war die Errichtung einer Seebühne mit Stegen. Dies vor dem Hintergrund, dass im Sommer verschiedene Veranstaltungen an der Klosterruine und auf der Festwiese am See stattfinden. Dafür wurde laut kreislichem Bauamt bereits am 17. März 2014 ein Bauantrag gestellt. Das Vorhaben "Seebühne" verwarf der Ortsteil jedoch bald, nachdem erste Kostenschätzungen Summen ergaben, die nicht zu stemmen gewesen wären. Mehrere Planungsänderungen für den Bau zweier einfacher Stege wurden nachgereicht. Der letzte im Mai 2016.

Angesichts des dauerhaften Defizits im Haushalt von Neuhardenberg war von Anfang an klar, dass für einen Ersatzstegebau auf Jahre hin kein Geld da ist. Ortsvorsteher Dieter Arndt setzte viele Hebel in Bewegung, um das Projekt dennoch anzugehen. "Wir werden es ausschließlich mit Spenden realisieren", versicherte er noch einmal in der Sitzung am Mittwochabend. Und lieferte sich einen Disput mit der Amtsverwaltung, warum es nicht vorwärts geht.

Ironie des Ganzen: Vier Wochen, nachdem 2016 der Bauänderungsantrag gestellt worden war, trat eine neue Landesbauordnung in Kraft. Nach der sind Boots- und Badestege nicht mehr genehmigungspflichtig. Arndt verlas einen Passus aus der alten Bauordnung von 2008, wonach dies auch schon damals möglich gewesen wäre. "Wir haben eine andere Rechtsauffassung", konterte Fachbereichsleiter Dietmar Müller. Das Vorhaben sei sehr wohl genehmigungspflichtig gewesen. Amtsdirektorin Grit Brinkmann stärkte ihm den Rücken. "Ansonsten hätte uns die Baubehörde den Antrag zurück geschickt", sagte sie. Was einige in der Runde bezweifelten angesichts der langen Dauer bei der Bearbeitung. Die sei Personalengpässen geschuldet gewesen, räumte Carla Bork ein. Die Behörde hätte entsprechend der Übergangsregelung der neuen Bauordnung auch nach der alten verfahren und entscheiden können. Sie hatte sich den Vorgang selbst noch einmal auf den Tisch geholt, umgehend geprüft und die Rücksendung in die Wege geleitet.

Damit tritt nun das in Kraft, was Jürgen Auge (Linke) in der Sitzung beantragt hatte. Er wollte aufgrund der geänderten Gesetzeslage per Beschluss der Gemeindevertretung den ganzen Bauantrag zurück ziehen, bauen und dann eine Bauanzeige fertigen. Das wurde mehrheitlich abgelehnt.

Dieter Arndt machte deutlich, dass umgehend gebaut werde müsse. "Sonst springen unsere Sponsoren ab. Sie sind sehr ungeduldig", betonte er. Nun stehen die Signale auf Grün, können die Altfriedländer loslegen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG