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Bald kommen die Umzugswagen

Manja Wilde / 18.02.2017, 07:23 Uhr
Kienbaum (MOZ) Mitte April beginnt die erste Umzugswelle im Block Puschkinstraße 9. Anfang Mai setzen die Handwerker ihre Maschinen in den Wohnungen an. Das in den 1970er-Jahren erbaute Haus wird saniert und modernisiert. 1,8 Millionen Euro investiert die Gemeinde Grünheide.

Der große Sperrmüllhaufen neben den Mülltonnen zeigt es an: Die Mieter haben begonnen, ihre Keller zu entrümpeln. Es sind die ersten Zeichen der bevorstehenden Bauarbeiten. Der Aufgang D ist als erster dran. Sechs Mietparteien wohnen dort. Während in ihren Wohnungen neue Fußböden, Heizkörper, Badewannen, Rohre und Elektroleitungen eingebaut werden, ziehen sie in Ausweichquartiere, ebenfalls in den Blocks.

Das sorgt für Aufregung und viele Fragen. Am Donnerstagabend hatte die Gemeinde zur Einwohnerversammlung eingeladen. Mehr als 20 Gäste fanden sich im Bürgerhaus ein. Fast alle 24 Mietparteien waren vertreten.

Jürgen Apitz, Geschäftsführer der Procon Architektur- & Ingenieurbüro GmbH, umriss das Vorhaben. Die Arbeiten erstrecken sich über zwei Jahre. Jede Wohnung bekommt einen neuen Balkon - auch die, die bislang keinen haben. An der Giebelseite verschwinden die Wellblechplatten, kommt neue Dämmung an die Wand. In den Waschküchen erhalten die Waschmaschinen Abwasseranschlüsse, damit das Wasser nicht mehr über den Beton läuft. In den Kellerfluren werden neue Trinkwasser- und Heizleitungen verlegt, zudem entsteht eine neue Heizungsanlage, ergänzte Jenny Eggen vom Büro für Gebäudetechnik. Stromzähler werden in einen zentralen Zählerraum platziert, eine zentrale Satelliten-Anlage ersetzt die vielen Schüsseln, fügte Roland Fahrendholz an, dessen Büro auf Elektrotechnik spezialisiert ist.

Die vier Aufgänge werden nacheinander angegangen. Übergreifende Arbeiten wie das Installieren einer neuen Heizungsanlage sollen 2017 erfolgen. Knapp 1,1 Millionen Euro stehen im Gemeindehaushalt, 2018 ist es etwas weniger.

Ein Umzugsunternehmen baut die Möbel ab, stellt Kartons zur Verfügung, informierte Bauamtsleiterin Claudia Kulosa. Die Kosten und trägt die Gemeinde.

"Kann ich Wäsche während der Arbeiten auf dem Dachboden trocknen?", fragte Sabrina Ulbrich. Sie steht der Sanierung zwiegespalten gegenüber. "Wir arbeiten Vollzeit und haben ein kleines Kind, da bedeutet das Ein- und Auspacken Stress", ergänzte die 28-Jährige. Andererseits sei es schön, dass die "verranzten Balkone" ersetzt werden. Valentin Krifft (63) monierte, dass er nur Plattenheizkörper bekommt. Eine Fußbodenheizung und eine Solaranlage auf dem Dach hätte er lieber gesehen. Bärbel Sommerfeld kritisierte, dass zu spät über die Sanierung informiert worden sei. "Vor sechs Monaten habe ich den Fußboden im Kinderzimmer neu gemacht", sagte die Rentnerin. Nun seien die 300 Euro rausgeschmissenes Geld. Die Maßnahme sei schon lange im Gespräch gewesen und nun von der Gemeindevertretung beschlossen, entgegnete Claudia Kulosa.

Die Arbeiten am Aufgang D sollen im Sommer beendet sein. Für den 31. Juli ist der Wiedereinzug avisiert. Die Arbeiten im Aufgang C folgen ab 7. August.

Nach Abschluss der Arbeiten steigen die Mieten um einen Euro je Quadratmeter, informierte Claudia Kulosa auf Nachfrage. Im Schnitt würden sie dann bei 4,70 bis 4,80 Euro je Quadratmeter liegen.

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