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Trottheide-Gutachten erneut kritisiert

Geben nicht klein bei: Die Vereinsmitglieder (hier vor dem Landgericht Neuruppin) fordern die konsequente Überwachung des ehemaligen Tontagebaus.
Geben nicht klein bei: Die Vereinsmitglieder (hier vor dem Landgericht Neuruppin) fordern die konsequente Überwachung des ehemaligen Tontagebaus. © Foto: MZV
Thomas Pilz / 21.02.2017, 05:45 Uhr
Marienthal (GZ) Der Trottheide-Verein hat die Weichen neu gestellt. Am vergangenen Freitag wählten die Mitglieder wieder den Vorstand und verabschiedeten eine Entschließung. Tenor: Die Grube müsse unbedingt weiter untersucht werden - vor allem um auf gefährliche Entwicklungen zeitnah reagieren zu können.

Die Mitglieder des Vereins zeigten sich unzufrieden mit der Situation, zumal der Zustand des ehemaligen Tagebaurestloches noch immer "Anlass zu Sorge" gebe.

Und das nachdem in den Jahren 2001 und 2002 sowie erneut 2005 und 2006 "illegal Müllablagerungen vorgenommen" worden seien, die größenteils bis heute dort verblieben seien. Die Vereinsmitglieder diskutierten darüber "engagiert und klar positioniert" und berieten zukünftige Schritte zur angemessenen Kontrolle des Tontagebaurestlochs Trottheide, erklärte Vereinschef Christian Albroscheit.

Ärgerlich sei zudem, wie das jüngste Gutachten über die Schadstoff-Verteilung im Gewässer zustande kam: Denn die seit zehn Jahren am Seegrund reagierenden Stoffe sind nach Überzeugung des Vereins nicht in die Probeentnahmen einbezogen worden. Vielmehr hatten es die Gutachter bei Entnahmen im Umfeld "im Zentimeterbereich an der Sedimentoberfläche und im Wasser über der Ablagerungsstelle und an anderen Stellen des Sees (jeweils nur vom Boot aus) bewenden lassen", heißt es in der Entschließung.

Die bei einer Bürgerversammlung am 19. April vergangenen Jahres vorgetragenen Ergebnisse eignen sich laut Verein nicht zur vorbehaltlosen Entwarnung. Vielmehr wurde offenbar, "dass wesentliche Untersuchungen auch nicht fachgerecht und zu kurz durchgeführt worden waren". Zum Beispiel in der falschen Jahreszeit, nämlich im Herbst und Winter.

Daher fordert der Verein, die Untersuchungen zum Teil zu wiederholen, und zwar in der wärmeren Jahreszeit. Vor allem aber, sollte es unterlassen werden, die Rutschgefahr an den Hängen der Grube zu vermeiden, indem dort Material aufgetragen wird aus dem Tontagebaurestloch, wo "illegale Einbringungen" lagern.

Vor diesem Hintergrund stellt der Verein mehrere Forderungen auf: Ausstehende Beprobungen sollten dieses Jahr in der geeigneten Jahreszeit fortgesetzt werden. Überdies seien Fisch-Proben vorzunehmen.

All das im Rahmen einer möglichen Abstimmung zwischen Landesbergamt, dem Trottheide-Verein sowie dem Institut, das das Gutachten bewertete, das UFZ Leipzig, sowie einem neuen Gutachter. Bevor es aussagekräftige Ergebnisse gibt, müsse alles vermieden werden, "was die ergänzenden Messungen und deren Ergebnisse unverantwortlich beeinträchtigen könnte, insbesondere die Verlagerung von Abraummaterial auf die Flächen illegaler Einbringung".

Zuguterletzt sollte das Landesbergamt seine Tätigkeit in Bezug auf die Trottheide für eine "vollständige Transparenz" sorgen.

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