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Boote mit Verbrennungsmotor sind auf der Müggelspree jetzt tabu / Anrainer mit Elektromotor erhalten weiter Ausnahmegenehmigung

Umweltschutz vermiest vielen Anglern ihr Hobby

Manja Wilde / 24.02.2017, 07:36 Uhr
Mönchwinkel/Hangelsberg (MOZ) Mal eben auf die Müggelspree hinausfahren und die Angel auswerfen - für viele Anrainer des Gewässers ist das nicht mehr möglich. Seit Anfang des Jahres gibt es von der unteren Wasserbehörde des Landkreises auch für sie keine Sondergenehmigung mehr, wenn ihr Boot einen Verbrennungsmotor hat. Und einen solchen haben noch die meisten.

"Wir haben uns bei Händlern schlau gemacht, aber viele Elektromotoren schaffen Strömung und Entfernungen nicht", sagt Patrick Eichmann vom Angelverein Mönchwinkel. In Frage kämen nur Modelle ab 2000 Euro, ergänzt Mario Lippold, der Kassenwart des Vereins. Und das wollen oder können sich viele nicht leisten. Vor allem älteren Mitgliedern sei aber nicht zuzumuten, zurück zu paddeln, falls der Motor schlapp mache.

Betroffen sind zwei Angelvereine in Hangelsberg und einer in Mönchwinkel. "70 bis 80 Mitglieder auf jeden Fall", sagt Lippold. Er fürchtet, dass manch einer sein Hobby nun aufgeben müsse.

Ganz klaglos haben die Angler die Änderung nicht hingenommen. Lippold gehört zu denen, die Widerspruch einreichten. Von einer Sammelklage, die zunächst angestrebt war, sei aber mangels Erfolgsaussichten Abstand genommen worden. Auch im jüngsten Ortsbeirat von Hangelsberg sprachen die Angler das Thema an.

"Insgesamt gab es 83 Ausnahmegestattungen für die Befahrung der Müggelspree", sagt Annerose Trippens, die Leiterin des Kreis-Umweltamtes. Alle Bootsbesitzer, die ab 2013 die Verlängerung beantragten, wurden auf die neuen Auflagen hingewiesen. Bislang erteilte das Amt 25 Ausnahmegenehmigungen für E-Motoren angetriebene Boote, die nun bis 2023 gelten.

"Das Verfahren läuft seit fast 20 Jahren", sagt Annerose Trippens. Niedrige Wasserstände im Sommer, viel Kraut und die Einstufung als Flora-Fauna-Habitat hätten nun dazu geführt, dass Verbrennungsmotoren verbannt wurden. "Die Motoren wirbeln den Schlamm auf und verfangen sich im Kraut", erklärt Annerose Trippens. Ihrer Kenntnis nach seien die Elektro-Motoren aber heute so stark, dass sie die Strömung problemlos schaffen.

Die Müggelspree ist von der Großen Tränke bei Fürstenwalde bis zum Bretterschen Graben in Erkner ein nicht schiffbares Landesgewässer. Paddel- und Ruderboote bis 1500 Kilogramm Wasserverdrängung dürfen sie ohne Erlaubnis befahren.

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