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Entscheidung bis zur Sommerpause

Reparatur oder neue Piste? Ein Radfahrer kommt an einem verregneten Februartag die Klandorfer Dorfstraße in südliche Richtung hochgefahren.
Reparatur oder neue Piste? Ein Radfahrer kommt an einem verregneten Februartag die Klandorfer Dorfstraße in südliche Richtung hochgefahren. © Foto: MOZ/Marco Marschall
Marco Marschall / 24.02.2017, 07:50 Uhr
Klandorf (MOZ) Bürgermeister Uwe Schoknecht will zügig Klarheit darüber erreichen, wie mit der Klandorfer Dorfstraße verfahren wird. Die Initiative für den Erhalt der Dorfstraße befürchtet, dass Schoknecht die Bau-Variante Hocheinbau durchdrücken will.

Nach der Bauausschusssitzung zur Dorfstraße von Klandorf hat Bürgermeister Uwe Schoknecht in der jüngsten Gemeindevertretersitzung die Marschrichtung vorgegeben. Bis zur Sommerpause will er eine Entscheidung herbeiführen. Mehr Aufschluss darüber, wie aufwändig die Straße saniert oder repariert wird, dürfte die Gemeindevertretersitzung am 21.März bringen. Dann sollen die vier Varianten, die noch im Rennen sind, erneut vorgestellt werden und die Schorfheider Abgeordneten sagen, wo die Reise hingeht. Ein Beschluss ist für die Runde im Mai vorgesehen.

Gebaut werden soll im Ort erst 2019. Warum also die Eile? "Ich möchte, dass wieder Frieden einkehrt in Klandorf", sagt Uwe Schoknecht. Die Diskussion zur Straße sei lange ohne Ergebnis geführt worden, die Fronten verhärtet.

Zur Debatte stehen die reine Instandsetzung der Straße für rund 79000Euro, eine Instandsetzung mit Schaffung von Ausweichstellen für 332000Euro, eine Verbreiterung mit Naturstein für 462000Euro und ein Asphalt-Hocheinbau für etwa 476000Euro.

Die Initiative für den Erhalt der Dorfstraße, vertreten durch Kurt Oppermann, plädiert für die erste Variante. Sie wäre der einzige der ursprünglich sieben Vorschläge, bei dem keine Anliegerbeiträge fällig werden. Alle anderen Optionen sehen für die Grundstückseigentümer an der Haupterschließungsstraße eine Kostenbeteiligung von 35 Prozent vor. Auf die Gemeinde entfielen folglich 65 Prozent, die sie sich allerdings fördern lassen kann.

"Für uns geht es nicht nur um die Kosten, sondern ums Ortsbild", sagt Kurt Oppermann im Gespräch mit der MOZ. Lutz Paproth, ebenfalls von der Klandorfer Initiative, stimmt ihm zu. "Wir wollen keine Uniformität", stellt er klar. Das Kredo der Gemeinde laute "Vielfalt statt Einfalt". Das solle auch für die Straßen gelten.Eine Unterschriftensammlung im Dorf belege, dass die Bewohner dies auch so sehen.

Aus Sicht der Initiative sollen die Klandorfer mitentscheiden. Wobei nicht klar ist, ob das Votum der Anlieger oder des kompletten Dorfes zählen sollte. Oppermann und Paproth befürchten aber, dass Bürgermeister Uwe Schoknecht ohnehin seine Lieblingsvariante, den Hocheinbau, durchdrücken will.

Das Schorfheider Gemeindeoberhaupt macht im Gespräch mit der MOZ keinen Hehl daraus, dass er diese teurere Variante favorisiert. Auch aufgrund ihrer Langlebigkeit. Die Straße soll danach 50 Jahre halten. Gerüchte, wonach größere Baulanderschließungen der Grund für den Sanierungswunsch seien, weist er zurück. Da sei nichts geplant. "Es handelt sich bei der Variante um meinen persönlichen Favoriten. Die Reparatur-Variante ist damit aber definitiv nicht vom Tisch", betont Uwe Schoknecht ausdrücklich.

Die Begleitung einer Entscheidungsfindung zwischen ihm und den Klandorfern durch eine Art Mediator, wie es der Hochschulprofessor Jürgen Peters im Schorfheider Bauausschuss vorgeschlagen hatte, wird es zunächst wohl nicht geben. Die Gemeinde sieht vor dem 21. März keinen solchen Termin vor.

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Dr. Andreas Steiner 24.02.2017 - 13:46:07

Mein Brief an den Bürgermeister

Soeben habe ich diesbezüglich eine Mail an den Bürgermeister Schoknecht geschrieben, die ich hier veröffentliche: Sehr geehrter Herr Schoknecht, mit Befremdung und Verärgerung habe ich den heutigen MOZ-Artikel (http://www.moz.de/wirtschaft/wirtschaft/artikel-ansicht/dg/0/1/1554695/) zu Klandorf gelesen. Mir war in Erinnerung, dass gerade Sie dafür pladiert haben, das Entscheidungsverfahren zur Klandorfer Dorfstraße zeitnah mit einer Mediation zu begleiten, in dem alle Beteiligten und Fachleute (u.a. die Professoren Peters und ggf. Succow) eingebunden werden. Ein ruhiger und nicht übereilter demokratischer Prozess, der zu einem vernünftigen Ausgleich führt. Gemäß dem Artikel soll dies nun nicht mehr stattfinden. Weiterhin bin ich mir jetzt auch nicht mehr sicher, ob die Gemeindeverwaltung wirklich den Mehrheitswillen der Klandorfer Anwohner respektieren und erfüllen möchte und wird oder vielmehr der Bürgermeisterwillen mehrheitlich vom Bündnis Schorfheide/SPD durchgedrückt wird. Anders als Sie bin ich der Auffassung, dass eine überhastete Entscheidung, bzw. eine solche, die nicht den Bürgerwillen respektieren wird, auf Dauer nicht Ruhe, sondern nachhaltigen Unfrieden in die Dorfgemeinschaft bringt. Für die Entscheidung haben wir genügend Zeit nach der Sommerpause. Auch möchte ich davor warnen, dass sich die Sache eventuell vor Gerichten wiederfindet und dadurch ein langes Verfahren anhängig werden könnte. Mit einer solchen Blockade wäre keinem geholfen. Ich habe den Eindruck, dass die Klandorfer bis aufs Äußerste gehen könnten. Hiermit kündige ich an, dass ich als Gemeindevertreter nicht gegen den Mehrheitswillen der Klandorfer entscheiden werde. Einige Gemeindevertreter werden sich dem anschließen. Ich gehe davon aus, dass dies ein wahlkampfrelevantes Thema werden wird, was ich, wenn hier keine vernünftige und tragfähige Einigung erzielt wird, medial groß aufhängen lassen werde. Mit besten Grüßen Andreas Steiner, Fraktionsvorsitzender Freie Wähler/BKB

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