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Abschied mit Wehmut

Kerstin Unger / 01.03.2017, 06:30 Uhr
Crussow (MOZ) Er war seit zweieinhalb Jahrzehnten das Gesicht der Crussower Feuer-wehr. Mit Wehmut nahm Rainer Kallenbach am Montagabend Abschied vom aktiven Dienst. Er hinterlässt nicht nur ideelle, sondern auch genetische Spuren.

"Meine Stunde hat geschlagen. Wenn man älter wird, muss man wegtreten", begann Brandmeister Rainer Kallenbach seine Abschiedsrede vor seinen Kameraden, Vertretern benachbarter Ortswehren, der Angermünder Wehrführung und dem stellvertretenden Bürgermeister. "Es hat Spaß gemacht. Nun ist der Spaß vorbei", sagte er wehmütig.

"Mit 65 Jahren muss man aufhören, ob man möchte oder nicht. Die Jugend rückt nach", meinte der stellvertretende Bürgermeister Christian Radloff. Er dankte Rainer Kallenbach für seinen Einsatz mit guten Worten und kleinen Geschenken, die es auch von anderen Gratulanten gab. Christian Radloff hatte eine Freizeitkarte mit allen Wander- und Radwegen der Region mitgebracht, dazu eine Broschüre über Angermünde sowie die aktuelle Stadtchronik. Dazu gab es einen Cremant von der Uckermärkischen Apfelgräfin. Dem Dank schloss sich Ortsvorsteher Dieter Grenz an, der einen Party-Eimer überreichte.

Auch mehrere Mitglieder der Ortswehr nahmen das Wort und gaben einige Episoden zum Besten. Ulrich Büttner erinnerte an die Wiederbelebung der Crussower Wehr vor fast 25 Jahren, die von Harald Graße angeschoben wurde. An alle Crussower, die mitmachen könnten, wurden damals Einladungen verschickt. Viele kamen am 2. August 1992 ins Vereinshaus. Aber wer sollte die Führung übernehmen? "Rainer hat gesagt: Ich mach's. Und er hat durchgehalten bis heute." Schade sei nur die Rückläufigkeit beim Nachwuchs. Man habe einmal eine aktive Jugendfeuerwehr gehabt.

Auch der Führungswechsel ist am Montag vollzogen worden. Stadtbrandmeister Jürgen Duckert übergab Markus Marnitz, der zuvor zum Brandmeister befördert wurde, die Bestellungsurkunde. Seine Stellvertreterin ist die frischgebackene Löschmeisterin Julia Kallenbach, die Tochter des scheidenden Ortswehrführers, die aus der Jugendwehr hervorging. Befördert wurde an diesem Abend auch Ulrich Büttner zum Oberlöschmeister.

Rainer Kallenbach, der im Berufsleben Förster war, gab zum Abschied Bier und Bockwurst aus. Sein Herz war schwer. "Wer gerne geht, mit dem stimmt was nicht", meinte er. Langeweile wird bei ihm jetzt jedoch nicht aufkommen. "Ich habe Haus, Hof und Tiere, gehe ab und zu zur Jagd. Irgendwas ist immer - und wenn die ehemaligen Kollegen aus dem Wald anrufen."

Außerdem freut sich die Alters- und Ehrenabteilung über einen rüstigen Mitstreiter.

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