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Von Hamburg nach Melchow

Viola Petersson / 01.03.2017, 19:12 Uhr
Melchow (MOZ) Eine Schule hat Melchow schon lange nicht mehr. Mitte der 1970er-Jahre war Unterrichtsschluss im Dorf. Heute lernen die Steppkes das Abc, das Schreiben, Lesen und Rechnen in Grüntal, an der dortigen Grundschule, wohingegen die Großen zumeist in Eberswalde büffeln. Oder in Bernau.

Ortschronist Frank Waschkowski gehörte zu einem der letzten Jahrgänge, die die vierte Klasse noch in Melchow absolvierten. "Ich bin 1969 eingeschult worden", so der Melchower. An die eigene Schulzeit kann er sich noch gut erinnern. Doch davor? Durch einen Glücksfall ist dem Melchower jetzt die Schulchronik von einst in die Hände gefallen. Beziehungsweise: Sie kam mit der Post. Aus Hamburg. Heinz-Peter Löwe, ein pensionierter Lehrer, habe sie ihm geschickt. Nein, zu Melchow habe Löwe überhaupt keine Beziehung oder Verbindung.

Löwe sammele einfach alles rund um den Schulanfang herum, also Zuckertüten, Ranzen, Bücher, weiß Waschkowski inzwischen aus einem Gespräch mit dem Spender. Auf der Suche streife der Hanseat unter anderem über Flohmärkte. Bei einem dieser Besuche sei er auf besagte Chronik von Melchow gestoßen. Er selbst habe damit nichts anfangen können, doch er begann zu recherchieren. Und wandte sich schließlich an den ehrenamtlichen Bürgermeister des kleinen Dorfes bei Berlin, an Ronald Kühn. So nahm der Zufall schließlich seinen Lauf.

Die Chronik, berichtet Waschkowski nach einer ersten Sichtung, stamme von 1895, als in Melchow die Schule eröffnet worden war. Also aus der Anfangszeit. Sie beinhalte zudem einen sogenannten Vordruck von 1888. Und auch andere Ereignisse, wie 1904 die Errichtung des Bahn-Haltepunktes, seien dokumentiert. Zunächst war die Schule in der Alten Dorfstraße angesiedelt, im ehemaligen Gutsgebäude. Zu DDR-Zeiten wechselte sie den Standort. In das einstige Schulgebäude zog eine Krippe ein. Heute sei es ein Wohnhaus, im Eigentum der Kommune.

Die Chronik sei erstaunlicherweise in einem sehr guten Zustand. Vermutlich stamme sie aus einer Haushaltsauflösung. Am Freitag, 17 Uhr, will die Gemeinde im "Lindengarten" das Büchlein erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Auch Löwe war dazu eingeladen. "Aber leider ist er verhindert", bedauert Chronist Waschkowski.

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