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Andreas Köcher informierte die Angler von "Früh Auf 1961 Genschmar" über Neuerungen im Fischereirecht und gab Tipps für die neue Saison

Fischereiaufseher: "Wir jagen doch keine Verbrecher"

Unter Angler-Kollegen. Aufseher Andreas Köcher (3.v.r.) pflegt ein freundliches Verhältnis zu den Petri-Jüngern. Er setzt auf die Vernunft der Angler und fährt seit 1991 gut damit.
Unter Angler-Kollegen. Aufseher Andreas Köcher (3.v.r.) pflegt ein freundliches Verhältnis zu den Petri-Jüngern. Er setzt auf die Vernunft der Angler und fährt seit 1991 gut damit. © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 06.03.2017, 05:03 Uhr
Genschmar (MOZ) Lange war die Schulung vorbereitet worden. Am Freitagabend hatte es endlich geklappt: Andreas Köcher, seit 1991 Fischereiaufseher in Brandenburg, war bei den Anglern vom Genschmarer Verein "Früh Auf 1961" zu Gast. Bevor er den 35 Petri-Jünger zählenden Verein aber auf die jüngsten Neuerungen im Bereich des Angelns aufklärte, brach er eine Lanze für sein auf Vertrauen und Vernunft setzendes Herangehen: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit ruhigen und klaren Worten mehr erreicht als mit Provokation und Druck", erklärte er. "Schließlich fahren wir nicht raus, um Verbrecher zu jagen."

Köcher wohnte noch in Schwedt, als er 1991 als einer der ersten im Land von Umweltminister Matthias Platzeck zum Fischereiaufseher ernannt wurde. Sein Ausweis trägt die Nummer zwei. Seit vielen Jahren ist der inzwischen in Schönfließ wohnende 57Jährige an der Oder und den Seen der Region unterwegs, um nach dem Rechten zu schauen. Einen der kapitalsten Fälle hatte er vor Jahren mal an einem See bei Falkenhagen, wo der Koch eines dortigen Hotels die Restaurantspeisekarte mit Selbstgefangenem bereicherte und dabei gegen viele Regeln verstoßen hatte. .

Verändert habe sich in jüngster Zeit das Strafmaß für Vergehen gegen die Gesetze und Verordnungen, die Angler und auch Fischer zu beachten haben, erklärt er den Genschmarern. So kostet das Erwischt-werden beim Raubfischangeln ohne Fischereischein jetzt 50 Euro. Wer seine Dokumente nicht vorzeigen kann, zahlt 15 Euro. "Oder bringt sie mir Zuhause vorbei", erklärte Köcher. Meistens klappe es dann auch, dass die Angler dann die Papiere später zeigen.

Wer Fische fängt, die die Mindestgröße noch nicht erreicht haben, zahlt 75 Euro. Wenn nicht gleich an den Aufseher, dann eben später mit Bearbeitungsgebühr bei der Kreisverwaltung. Wer den Fang nicht unverzüglich hältert, weil er noch Fotos für soziale Netzwerke machen muss, bis die Tier elend zugrunde gehen, zahlt 100 Euro.

75 Euro werden fällig, wenn kleine Fische als lebendige Köder verwendet werden. Jede zusätzliche Angel zu den beiden erlaubten kostet 50 Euro Bußgeld. Entscheidend dabei ist, dass die zusätzliche Angel mit Köder versehen und einsatzbereit ist, wenn der Aufseher kommt. Bei einer verpackten Angel wird kein Bußgeld fällig. Wer dabei ertappt wird, dass er seine Angeln nicht beaufsichtigt, zahlt 75 Euro.

Auf Nachfrage der Angler informierte er noch über die Invasion der Wollhandkrabben, die auch in der Oder auf dem Vormarsch ist und bittet darum, sofort zu melden, wenn die kleinen Grundeln entdeckt werden. Das sind gefährliche Laichvernichter, die im Rhein schon großen Schaden angerichtet haben.

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