Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Marwitzer Kirche: Die 250-Jährige braucht dringend eine Kur

Akute Probleme: Die Schäden am Mauerwerk sind auf den ersten Blick zu sehen, die am Dach nicht unbedingt.
Akute Probleme: Die Schäden am Mauerwerk sind auf den ersten Blick zu sehen, die am Dach nicht unbedingt. © Foto: MZV
Robby Kupfer / 08.03.2017, 07:15 Uhr
Marwitz (OGA) Seit Anfang des Jahres ist Markus Schütte der neue evangelische Pfarrer nicht nur für Velten, sondern auch für Marwitz. "Ich bin hier von der Gemeinde sehr herzlich aufgenommen worden", zieht er ein erstes Fazit, muss jedoch gleich ein "Aber" hinterherschicken: "Wir haben hier ein großes Problem, und das ist der 250 Jahre alte Kirchenbau". Denn die spätbarocke Marwitzer Kirche weist massive Schäden auf. Das geht aus einem umfangreichen Sanierungsgutachten hervor, welches bereits vor zwei Jahren in Auftrag gegeben wurde.

Die Ergebnisse hat Pfarrer Schütte jetzt auf den Tisch bekommen. Bei dem 1767 errichteten Gotteshaus muss demnach nicht nur das Dach neu gedeckt werden, auch beim Fundament kommt die Gemeinde nicht um eine kostenintensive Sanierung herum.

Gerade dort sind die Schäden auch auf den ersten Blick zu sehen. Markus Schütte kann gleich mehrere Stellen aufzeigen, wo am Fundament nicht nur der Putz bröckelt, sondern bereits das dahinter liegende Mauerwerk durch eindringende Feuchtigkeit massiv geschädigt ist. Zudem weist der Kirchenbau an mehreren Stellen Setzungsrisse auf. Diese vertikalen Risse an der Außenwand und im Kirchenschiff sehen teilweise dramatisch aus. Und sie sind ein Zeichen dafür, dass die gesamte Statik der auf einem Feldsteinsockel des Vorgängerbaus errichteten Kirche inzwischen in Mitleidenschaft gezogen ist.

Beim Dach sind die Schäden zwar nicht so augenfällig, aber die Gutachter vom Hoppegartener Büro IBS zeigen auch hier akuten und umfangreichen Handlungsbedarf auf. So muss die gesamte Dacheindeckung erneuert werden. Dabei sollen auch wieder die ursprünglich verwendeten Biberschwanz-Ziegel aufs Dach kommen, die zu DDR-Zeiten mangels Material zum Teil durch Betonsteine ersetzt wurden. Auch am Dachstuhl, insbesondere an den eingemauerten Dachköpfen, werden umfangreiche Zimmermannsarbeiten nötig sein. Insgesamt veranschlagt das Gutachten eine Summe von 300 000 Euro. "Das ist jenseits aller finanziellen Möglichkeiten, die eine Kirchengemeinde wie Marwitz mit ihren 300 Mitgliedern hat", betont Schütte. Der Pfarrer will deshalb alle möglichen Fördermitteltöpfe anzapfen. Er hofft auf Mittel aus dem Staatskirchenvertrag, von der Landeskirche und von der Stiftung Denkmalschutz. "Aber wir müssen in jedem Fall auch erhebliche Eigenmittel aufbringen", weiß Schütte. Er hofft deshalb auf das Engagement der Marwitzer, bei denen er über die Kirchenmitglieder hinaus eine große Identifikation mit ihrer Kirche festgestellt hat.

"Wir brauchen Ideen, Spendenaktionen, vielleicht einen Förderverein", regt er an. Von einem Termin bei Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys brachte er noch nichts Konkretes, wohl aber viel Verständnis mit: "Auch die Gemeinde denkt darüber nach, wie sie uns helfen kann."

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG