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Rentnerinnen Ingrid Radant, Martina Ruppert und Gisela Zühlke schätzen und pflegen die Gemeinschaft

Drei, die mitmischen

Lieber gemeinsam als einsam: Darüber sind sich Ingrid Radant (75), Martina Ruppert (64) und Gisela Zühlke (69/v. l.) aus Hönow einig.
Lieber gemeinsam als einsam: Darüber sind sich Ingrid Radant (75), Martina Ruppert (64) und Gisela Zühlke (69/v. l.) aus Hönow einig. © Foto: MOZ/Margrit Meier
Margrit Meier / 08.03.2017, 07:30 Uhr
Hönow (MOZ) Wer nichts tut, vereinsamt. Drei, die das sofort unterschreiben, sind Martina Ruppert (64), Gisela Zühlke (69) und Ingrid Radant (75). Die drei Großmütter sind unentwegt auf Tour und stehen stellvertretend für viele Frauen am heutigen 8. März.

Die ehemalige Informatikerin, Montiererin bzw. Baderin und Serviererin sind vergnügt. Sie sitzen bei Gisela Zühlke in der sonnigen Wohnstube. Jede hat eine Nascherei mitgebracht. Und Sekt. Der sei gut für den Kreislauf, kichern die drei, die sich seit Jahren kennen, vergnügt.

Doch das war nicht immer so. "Ich bin 2007 arbeitslos geworden und in ein tiefes Loch gefallen", gesteht Martina Ruppert. Irgendwer gab ihr den Tipp, sich doch in der Hönower Volkssolidarität zu engagieren. "Das war meine Rettung. Ich habe dadurch einen enorm großen Bekanntenkreis gewonnen", erzählt die 64-Jährige. Mit Gisela Zühlke und Ingrid Radant trifft sie öfter in der Woche zusammen. Zum Beispiel in der KSB-Sportgruppe von Ramona Rosner. Durch diese Sportgruppe und den Tipp einer Mitturnerin wiederum ist Ingrid Radant zur Volkssolidarität gekommen. Das war vor 19 Jahren. Alle drei sind auch im Verein der Gartenfreunde Hönow aktiv. Dort ist die Zahlenfrau Martina Ruppert die Schatzmeisterin. Die beiden anderen arbeiten im Vorstand mit und sind die guten Seelen, die so manche Veranstaltung, jüngst den Fasching, mit vor- und nachbereiten. Demnächst, am 13. Mai, ist ab 10 Uhr wieder Pflanzenbörse am Vereinshaus. Darauf freuen sich die drei schon sehr.

Und da gibt es ja noch Brotzeit, eine Aktion der Schauspielerin Uschi Glas. "Alle sieben bis zehn Tage sind wir schon im Morgengrauen unterwegs. Und bereiten für Schulkinder das Frühstück vor", erzählt Gisela Zühlke, die stolz ein Foto durch die Reihe gibt. Denn erst vor wenigen Tagen kam Uschi Glas nach Berlin, spendierte den vielen Aktiven - darunter auch Bärbel Kimmer und Erika Machorn - einen gemütlichen Dankeschön-Abend. Während Ingrid Radant in der Rosenhain-Schule dieses Ehrenamt erfüllt, was darin besteht, für etwa 35 Frühstücker Wurst und Käse zu drapieren, Gemüse und Obst zu schnippeln sowie Getränke vorzubereiten, sind die anderen beiden an der Grundschule am Schleipfuhl in Hellersdorf tätig. Das bedeutet für die drei Damen, in ihrem mehrtägigen Turnus zwischen 5 und 5.30 Uhr aufzustehen, denn die Schicht beginnt um 6 Uhr und endet gegen 9 Uhr. "Auch wenn ich dann frei habe und andere aus meiner Gruppe zur Brotzeit gehen, werde ich wach", bekennt Ingrid Radant, der man ihre 75 Jahre partout nicht glauben möchte. Es seien ganz liebe Kinder in der Schule. So manches brauche zum Frühstück auch mal eine herzliche Umarmung. Und bekommt sie natürlich prompt von den gestandenen Großmüttern. Die achten nebenher darauf, dass die Kleinen Tischsitten, wie das Benutzen von Servietten, lernen. Schaden, so sind sie sich einig, könne es nicht. Während Martina Ruppert ihrem Mann Holger dankbar ist, dass er sie im Winter rasch mit dem Auto zur Schule fährt und ihr das Radeln erspart, Gisela Zühlke viel und oft mit ihrem Mann unterwegs ist, ist Ingrid Radant schon seit Langem Witwe. Doch allein, so sagt sie, sei sie nicht. Denn bei allem, was die die Frauen schon aufgezählt haben, da fehlt ja noch der Hönower Dorfchor. Klar, dass die drei da auch mitmischen.

Immer donnerstags um 14 Uhr trifft sich die Volkssolidarität im Siedlerheim der Gartenfreunde in der Ernst-Thälmann-Straße 21. "Und jedermann ist da herzlich willkommen", lädt Gisela Zühlke ein. Wie auch im Dorfchor, der seit 37 Jahren von Hannelore Teinzer geleitet wird und, wie viele andere Singegemeinschaften, jüngeren Nachwuchs braucht. Die Chorproben sind im Siedlerheim immer einmal im Monat am Mittwoch um 16 Uhr. Das nächste Mal geprobt - Küchen- und Volkslieder - wird am 15. März. Dann speziell für das Chortreffen im Hoppegartener Gemeindesaal am 19. März. Logisch, dass die drei dabei sind.

Mehr zu diesem Thema: www.moz.de/frauentag

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