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Spielzeugmuseum eröffnet Saison mit kleinen Flitzern

Familie Linsner aus Sieversdorf und ihre Enkelin aus Berlin, hier mit Museumsleiter Frithjof Hahn (li.), besuchten das Spielzeugmuseum zum ersten Mal.
Familie Linsner aus Sieversdorf und ihre Enkelin aus Berlin, hier mit Museumsleiter Frithjof Hahn (li.), besuchten das Spielzeugmuseum zum ersten Mal. © Foto: weber
Simone Weber / 08.03.2017, 09:38 Uhr
Kleßen (MOZ) Am 1. März eröffnete das Spielzeugmuseum in Kleßen die neue Saison mit Raritäten auf vier Rädern. "In der diesjährigen Sonderausstellung werden Spielzeugautos von frühen Blechautos bis hin zu Kunststoffautos aus der DDR-Zeit thematisch zusammengefasst", erzählt Frithjof Hahn, Leiter des Spielzeugmuseums. "Neben Exponaten aus dem Depot werden zu den Spielzeugen auch Originalverpackungen oder Spielzeuganleitungen gezeigt."

In der Sonderausstellung entdeckte auch Familie Linsner mit ihrer Enkelin auf ihrem Museumsbesuch ein besonderes Exponat - ein blaues sprachgesteuertes Auto. "Wir sind vor einem Jahr aus dem Berlin nahen Raum nach Sieversdorf gezogen und entdecken jetzt das Havelland", erzählt Oma Linsner bei ihrem ersten Besuch im Spielzeugmuseum.

Das "Kommando-Auto Anno 2000" könne durch Sprache gesteuert werden. "Da macht das Spielen Spaß", führt Frithjof Hahn den blauen Flitzer vor, der aber nur auf die Kommandos "Ab" und "Stop" reagiert. "Der Trick des Start- und Stopp-Mechanismus ist eine im Dach eingebaute Membran, die auf den Luftstrom des Spielers beim Aussprechen der Kommandos reagiert."

Klingt fast nach Science Fiction. Allerdings wurde das kleine Blechauto schon von 1937 bis 1951 durch die bekannte Spielwarenfabrik Schuco (Schreyer und Co.) in Nürnberg hergestellt. 1974 ging die Firma pleite.

"Es gibt aber auch Firmen wie beispielsweise in Brandenburg/Havel, die jahrzehntelang erfolgreich Blechspielzeug produzierten", erzählt der Museumsleiter. "Seit 1880 produzierte Ernst Paul Lehmann Blechdosen, unter anderem für Apotheken. Daraus ging ein paar Jahre später eine erfolgreiche Spielzeugfirma hervor. Ihre Spezialität waren humorvolle und mechanisch sehr fein ausgefeilte Lauffiguren, die Tiere und Menschen darstellten." So gibt es den "Man-da-rin", einen Mandarin, der in einer Sänfte getragen wird. 80 bis 90 Prozent der Produktion wurden exportiert. Die Firma hatte in den USA ein eigenes Vertriebsnetz. 1947 wurde die Firma in Brandenburg/Havel enteignet - später als VEB Mechanische Spielwaren bekannt. Auch Lehmann-Spielzeugfiguren aus alter Zeit werden heute im Spielzeugmuseum ausgestellt.

Das "Spielzeugmuseum im Havelland" in Kleßen besteht jetzt seit zehn Jahren. Von 1830 bis 1960 diente das Gebäude als Schule. In dem Haus befand sich auch eine Lehrerwohnung. Das Museum zeigt vor allem in Deutschland seit den 1880er Jahren industriell hergestelltes Spielzeug. "Das BUGA-Jahr hat sich auch in den Besucherzahlen des Spielzeugmuseums bemerkbar gemacht. Neben den Touristen, die nur das BUGA-Gelände besuchten, gab es auch Besucher, die die Region rechts und links erkundeten, zum Beispiel auch Fahrradtouristen", sagt Frithjof Hahn. "Auch nach der BUGA gibt es, wie in den letzten Jahren generell, vermehrt Touristen aus dem Bundesgebiet, die im Havelland Urlaub machen. So zum Beispiel aus Sachsen und Thüringen, aber auch aus anderen Bundesländern wie Bayern."

Das Spielzeugmuseum, das sich im Schulweg 1 in Kleßen befindet, ist bis Ende November mittwochs bis sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Jeden ersten Mittwoch im Monat lädt das Spielzeugmuseum zum Seniorentag ein. Dann wird um 15.00 Uhr eine kostenlose Führung angeboten. Im Museumsladen kann man eine Auswahl an Spielwaren und Kinderbüchern erwerben. Mehr Infos gibt es unter 033235/29311 oder auf www.spielzeugmuseum-havelland.de.

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