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Der Verein "Kobbelner Steine" engagiert sich mit mehreren Projekten / Waldstück am Findling wird in Eigenregie gepflegt

Naturlehrpfad und neue Holzbänke

Hubertus Rößler / 09.03.2017, 07:45 Uhr
Kobbeln (MOZ) Den Verein "Kobbelner Steine" gibt es seit knapp sechs Jahren. Die 38 Mitglieder engagieren sich zurzeit mit mehreren Projekten: Zum einen wurden in Eigenarbeit neue Holzbänke und Wegweiser gebaut, zum anderen soll auf dem Gelände des Steins ein Naturlehrpfad entstehen.

Das kleine Waldstück rund um den Kobbelner Stein erwacht in diesen Tagen aus dem Winterschlaf. Freiliegende Wurzeln auf den Wegen und herabhängende Äste werden entfernt, Sträucher und Büsche verschnitten. Die ehrenamtlichen Arbeiten führen die Mitglieder des Vereins "Kobbelner Steine" durch. "Wir wollen das Gelände wieder auf Vordermann bringen und zeitgemäß ausstatten. Es kommen immer wieder Besucher zu unserem bekannten Stein, denen möchten wir natürlich einen ordentlichen Anblick bieten", sagt Manfred Holzhey, der den Verein seit dessen Gründung im Juli 2011 vorsteht.

Gemeinsam mit anderen Mitgliedern möchte er in Eigenregie ein attraktives Ausflugsziel schaffen und gleichzeitig die Gegebenheiten für örtliche Feierlichkeiten wie beispielsweise das Steinfest verbessern. "Das Bungalow und die Verkaufsstände sind bereits neu gestrichen, jetzt wollen wir einige Möbel hereinstellen und alles etwas ansehnlicher gestalten. Außerdem wollen wir eine öffentliche Toilette bauen, da wir bisher nur ein Pissoir und ein Plumpsklo haben. Dafür brauchen wir dann einen richtigen Wasseranschluss und einen Abfluss", berichtet der 64-Jährige, der sich auch als Kobbelner Ortsvorsteher engagiert.

Ein weiteres Projekt ist die Errichtung eines Naturlehrpfades. "Wir möchten zunächst hinten am Zaun mit einigen Stationen wie Ameisenhaufen, Sinnespfad, Insektenhotel, Fährtenlesen und Kletterröhren beginnen. Wir wollen das Gelände dadurch attraktiver machen und den Kindern die Natur auf spielerische Weise näherbringen. Das ganze soll ,Igelpfad' heißen, da es einen solchen schon einmal in Kobbeln gegeben hat." Vorgestellt werden sollen die ersten Stationen zum Steinfest am 8. Juli. Zudem ist später unten am Stein ein Lehrpfad zum Thema Eiszeit geplant. "Für den Aufbau des gesamten Naturlehrpfades werden wir sicherlich zwei Jahre benötigen. Ich habe auch einen Antrag an das Amt gestellt, um etwas Geld für das Vorhaben zu bekommen, aber das zieht sich meistens über Jahre hin. Wir fühlen uns von der Verwaltung hier schon häufig vergessen. Daher werden wir wohl alles alleine stemmen müssen. Natürlich hoffen wir auch auf Spenden", sagt Holzhey. Bei der Sitzung der Neuzeller Gemeindevertreter, der er ebenfalls angehört und die heute Abend um 19 Uhr im Kobbelner Gemeindehaus stattfindet, will er den Vorschlag machen, dass der Verein die Pflege des Stein-Geländes künftig in Eigenregie übernimmt und dafür eine Summe von 1000 Euro von der Gemeinde erhält. "Das hätte Vorteile für beide Seiten. Der Bauhof kommt doch bei der Arbeit überhaupt nicht mehr hinterher."

Das geologische Naturdenkmal "Kobbelner Stein" ist weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Mit einer Größe von 7,30 mal 5,25 mal 4,52 Metern und einem Gewicht von 256 Tonnen ist er nach dem Stein in Rauen der zweitgrößte Findling in Brandenburg. Er stammt von der Ostseeinsel Bornholm und wurde in den 1920-Jahren freigelegt. Um ihn herum führen seit jeher auch zwei Stein-Rundwege. Diese 1,2 Kilometer und 3,7 Kilometer langen Waldpfade werden von den Mitgliedern des Vereins ebenfalls in Schuss gehalten. An alten Baumstämmen werden dort nun 25 neue Holzwegweiser der Tourist-Information Neuzelle aufgestellt.

Außerdem wurden sieben neue Holzbänke gebaut - natürlich in Eigenregie. "Wir haben viele handwerklich begabte Leute und das Holz wurde uns geschenkt. Man sollte nicht immer auf Unterstützung der Verwaltung bauen, sondern selber anpacken", findet der Rentner. Der Neuzeller Ortsteil hat etwa 170 Einwohner - davon sind derzeit 38 Mitglieder in dem Verein "Kobbelner Steine" aktiv. "Das Besondere an Kobbeln ist, dass hier alle mithelfen. Wir sind eine großartige Gemeinschaft aus jung und alt", schwärmt Manfred Holzhey.

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