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30 Quadratmeter großer Eisenbahntraum

Connor (9) und sein Papa Marco waren das erste Mal im Spielzeugmuseum.
Connor (9) und sein Papa Marco waren das erste Mal im Spielzeugmuseum. © Foto: weber
Simone Weber / 10.03.2017, 10:45 Uhr
Kleßen (MOZ) Das Spielzeugmuseum in Kleßen besteht in diesem Jahr zehn Jahre. Im Dezember 2010 wurde im Obergeschoss auf einer Tischfläche von 30 Quadratmetern eine Märklin-Eisenbahnanlage der Spurweite 0 (Maßstab 1:45) mit 32 Millimeter Schienenbreite eingeweiht. Das Gleismaterial, der Fuhrpark und das Zubehör aus den Jahren 1932 bis 1954 stammen aus der Sammlung des Spielzeugmuseum-Mitbegründers Hans-Jürgen Thiedig, der in den 1990er Jahren das ehemalige Gutshaus in Kleßen kaufte und grundlegend sanierte. Dazu kam, als Dauerleihgabe, Material der Berlinerin Monika Reuter-Smerdka.

"Früher waren Modelleisenbahnanlagen Familienerbstücke. Sie wurden nur zu Weihnachten aufgebaut. Diese ständig aufgebaute Spur-0-Anlage ist so in Berlin und Brandenburg wohl einzigartig. Bis auf die Trafos ist alles original", betont Museumsleiter Frithjof Hahn. "Zum Eisenbahnspieltag an jedem zweiten Samstag im Monat darf jeder Besucher mit der Anlage spielen, das nächste Mal also am 11. März von 12.00 bis 16.00 Uhr. An anderen Öffnungstagen wird die Eisenbahn vorgeführt." So freute sich auch Connor beim kürzlichen Besuch im Spielzeugmuseum, die Bahn selbst steuern zu können. "Das ist das erste Mal, dass ich mit einer Spielzeugeisenbahn spiele. Das macht Spaß", sagte der Neunjährige. Er und sein Vater Marco besuchten das Spielzeugmuseum erstmals.

Das Konzept der Anlage entwickelte Jürgen Rohloff, Mitglied des Fördervereins zur Erhaltung technischen Kulturgutes e.V. in Rendsburg, der Partnerstadt Rathenows. Unterstützung beim Aufbau erhielt er durch Wilhelm Seehase aus Fockbek, Dr. Helmut Weber aus Falkensee sowie den Bernauer Michael Zastrau. Auf der Anlage fahren unter anderem der Schnelltriebwagen "Roter Pfeil" und der "Schienenzeppelin". Der "Schienenzeppelin" schrieb in den 1930er Jahren nördlich von Wittenberge Eisenbahngeschichte. Auch die ebenfalls ausgestellte Stromliniendampflok BR 05 von Borsig, "Blutwurst" genannt, fuhr in dieser Zeit südlich von Friesack einen Eisenbahnrekord. "Einmal in der Woche kommt der Berliner Modellbahnfreund Eckart Reuter nach Kleßen und wartet unsere Anlage", so Frithjof Hahn.

Im Jahr 1891 präsentierte die Firma Märklin auf der Leipziger Messe erstmals eine Spielzeugeisenbahn auf Schienen und begründete damit eine kleine erfolgreiche Revolution. Der damals entwickelten Spurweite 1 (45 Millimeter) folgte bald die kleinere Spurweite 0 (32 Millimeter). Nachdem die Spurweite bis 1937 produziert wurde, gab es Spur-0-Modellbahnen bis 1954. Als Nachfolger wurde die Spurweite H0 (Halb-Null) entwickelt.

Das Spielzeugmuseum ist mittwochs bis sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Mehr Infos unter 033235/29311 oder auf www.spielzeugmuseum-havelland.de

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