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Erst die Eidechsen, dann der Solarpark

Zuerst muss für die Zauneidechsen ein neues Habitat geschaffen werden.
Zuerst muss für die Zauneidechsen ein neues Habitat geschaffen werden. © Foto: OGA
Mandy Oys / 10.03.2017, 22:15 Uhr
Großwoltersdorf (GZ) Das Land vermutet in der Großwoltersdorfer Grube weitere wertvolle Sand- und Kiesvorkommen. Die Naturschutzbehörde verlangt neue Untersuchungen. Der Bau des Großwoltersdorfer Solarparks verzögert sich. Auflagen lassen das Gelände von 57 auf 44 Hektar schrumpfen.

Die Hamburger Firma Enerparc Solar lnvest 97 zieht sich - anders als frühere Interessenten - dennoch nicht zurück. Nachdem die nötigen Flächen für die Photovoltaikanlagen unter Vertrag genommen wurden, soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt werden, sagte Christian Tutsch aus dem Granseer Bauamt. "Wir wollen eine rechtssichere Planung", ergänzte Mirko Leddermann vom Architekturbüro Baukontor Neubrandenburg mit Blick auf die Stellungnahmen der Behörden. "Nicht, dass Sie denken, was machen die nur. Wir arbeiten intensiv daran", sagte der Planer in Richtung Gemeindeparlament. Er stellte am Donnerstag den Stand des Genehmigungsverfahrens vor. Mit den einstimmigen Beschlüssen, die im Anschluss gefällt wurden, werden die Pläne nun erneut öffentlich ausgelegt und die Behörden ein weiteres Mal beteiligt.

Mit dem Aufbau der Solarfelder und der Verlegung der Hauptleitung zum Umspannwerk Rheinsberg will Enerparc laut Mirko Leddermann im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres beginnen.

Man sei zuversichtlich, die Umsiedlung der Zauneidechsen bis dahin zu realisieren. Eine Kartierung ihres Lebensraumes hatte ergeben, dass nur wenige der Tiere auf den unbewachsenen Flächen der Kiesgrube leben. Dennoch fordert die Naturschutzbehörde die Schaffung eines Habitates. Leddermann zufolge werden im dritten, südöstlichen Bauabschnitt ideale Bedingungen geschaffen. Er bemerkte aber auch, dass schon die Kartierung des Eidechsenvorkommens viel Geld gekostet habe.

Sobald für die Tiere gesorgt ist, wird das Gelände im ersten und zweiten Bauabschnitt geebnet. Der dritte Bauabschnitt wird neues Heim der Tiere und deshalb zurückgestellt. Das Bauantragsverfahren ruht nun erst einmal. Die Firma Enerparc bleibt trotz der Verzögerungen zuversichtlich, das Verfahren in den nächsten Wochen zu Ende zu bringen, indem sie der Sicherung von Rohstoffen Vorrang einräumt und Naturschutzbelange erfüllt.

Großwoltersdorfs Gemeindevertreter reagierten am Donnerstag mit Unverständnis. Sie hatten 2012 einen Bebauungsplan verabschiedet, um die teilweise gefährliche Kiesgrube endlich beseitigen zu lassen. Dass dort ein Solarpark entsteht, nachdem die Flächen reguliert sind, erschienen Parlament und Amtsverwaltung sinnvoll.

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