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Streit über Sanierung des alten Speichers

Objekt der Begierde: 180 000 Euro plus Eigenmittel wollen die Mitglieder des Fördervereins Naturpark Barnim in diesem Jahr investieren, um im Speicher eine gastronomische Einrichtung zu etablieren. Dagegen regt sich Widerstand. Das Dach sei viel wichtiger
Objekt der Begierde: 180 000 Euro plus Eigenmittel wollen die Mitglieder des Fördervereins Naturpark Barnim in diesem Jahr investieren, um im Speicher eine gastronomische Einrichtung zu etablieren. Dagegen regt sich Widerstand. Das Dach sei viel wichtiger © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Hans Still / 12.03.2017, 06:06 Uhr
Hobrechtsfelde (MOZ) In diesem Jahr will der Förderverein Naturpark Barnim mit dem Bau einer Gaststätte im Speicher Hobrechtsfelde beginnen. 180 000 Euro Fördermittel wurden zugesagt, zudem liege eine Baugenehmigung vor. Aus dem Ort gibt es jetzt Widerstand.

"Mit Befremden" habe die Bürgerinitiative Hobrechtsfelde aus der Presse die Pläne für den Speicher zur Kenntnis genommen. Im persönlichen Gespräch legen Andreas Bossmann, Ulf Heitmann und Gerhard Sawatzki nach. "Wir hätten erwartet, dass diese Bauabsichten besser in Hobrechtsfelde kommuniziert werden", sagt Bossmann. Bereits im November 2015 wurde demnach vereinbart, die Bürger Hobrechtsfeldes in alle weiteren Planungsschritte mit einzubeziehen und sie transparent darüber zu informieren. Das aktuelle Vorgehen des Naturpark Barnim widerspricht diesen Zusagen allerdings, so die Vertrerter der Bürgerinitiative. "Gegen dieses Vorgehen verwahren wir uns und fordern den Verein Naturpark Barnim auf, eine öffentliche Veranstaltung zur Offenlegung der Planungen in Hobrechtsfelde zu organisieren und die Bevölkerung dazu einzuladen", heißt es nun.

So habe die Bürgerinitiative schon 2016 massiv Druck gemacht, um überhaupt in die Pläne eingeweiht zu werden. "Wir mussten massiv bitten und fordern, um mehr zum Bauantrag zu erfahren", sagt Bossmann bei einem Redaktionsbesuch.

Dabei sorgen sich die Vertreter der Bürgerinitiative nach eigener Darstellung zuerst um den Bestand des Denkmals. Das Dach sei nicht mehr dicht, dort müsste zuerst Hand angelegt werden, um das Gebäude zu sichern. "Es regnet ins Gebäude hinein, der Hausschwamm breitet sich aus, auch dort muss Abhilfe geschaffen werden", berichtet Ulf Heitmann. Er ist Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Bremer Höhe, selbst Mitglied im Förderverein Naturpark Barnim und bei der Hobrechtsfelder Bürgerinitative aktiv. Wie er sagt, habe er sich mit seinen Bedenken im Förderverein Naturpark Barnim nicht durchsetzen können.

Dass vor der Sanierung des Daches der Einbau einer gastronomische Einrichtung auf der Agenda steht, stößt bei der Bürgerinitative vom Bauablauf her, aber auch inhaltlich auf Widerspruch. So bestehen Befürchten, "dass durch die geplanten Umbaumaßnahmen der Status des Speichergebäudes als technisches Denkmal nachhaltig beeinträchtigt wird. Eine geplante Nutzung als Standort für Gastronomie beziehungsweise für größere Events lehnen wir ab, da die Gemeinde Panketal im Ortsteil Schwanebeck bereits einen Erlebnispark plant. Zwei Standorte mit ähnlichen Angeboten sind aus unserer Sicht nicht sinnvoll", formuliert Andreas Bossmann.

Daher werde der Verein Naturpark Barnim aufgefordert, "endlich Farbe zu bekennen und ein schlüssiges Finanzierungskonzept für die Planungen offenzulegen". Und weiter: "Hobrechtsfelde braucht den Speicher als Anziehungspunkt, aber keine Bauruine mit Gastronomie. Die vom Naturpark Barnim eingeworbenen Fördergelder sollten sinnvoll in den Erhalt des Denkmals investiert werden und nicht für unsinnige Bausünden."

Sorgen bereite beispielsweise die Vorstellung von Mauerdurchbrüchen im Gebäude und die ins Gespräch gebrachte Glasplatte im Erdboden des künftigen Schankraumes. Petra Bierwirth, sie ist Vorsitzende des Fördervereins Naturpark Barnim, zeigt sich von den Vorwürfen und Forderungen der Bürgerinitiative überrascht. Wie sie sagt, seien die Planungen vorgestellt und kommuniziert worden. "Es gab extra einen Workshop dazu, die Planungen entstanden mit Mitwirkung der Hobrechtsfelder. Niemand will an den Bürgern vorbei agieren", versicherte sie. Die Baugenehmigung habe Bestand und gilt für die Gastronomie. Diese sei für die Touristen erforderlich, der bestehende Imbiss könne dies nicht leisten.

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