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Gulasch à la Rosenbeck

In der Warteschleife: Noch hält der "Kräuterhof" am Werbellin-Kanal Winterschlaf. Bald schon jedoch soll hier, gleich an der Rosenbecker Schleuse, eine tschechische Gaststätte eröffnen.
In der Warteschleife: Noch hält der "Kräuterhof" am Werbellin-Kanal Winterschlaf. Bald schon jedoch soll hier, gleich an der Rosenbecker Schleuse, eine tschechische Gaststätte eröffnen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 15.03.2017, 05:45 Uhr
Eichhorst (MOZ) Noch ist nicht viel Leben zu erkennen an der Rosenbecker Schleuse. Der ehemalige "Kräuterhof" mit dem Schleusenwärterhäuschen, der Scheune und einem Stall liegt ruhig und verlassen da. Das soll sich jedoch schon bald ändern. Die Gemeinde hat das Gelände erneut verpachtet.

Unter drei Bewerbern konnte sich das Ehepaar Katja und Ludek Pachl aus Berlin durchsetzen, das dort im Schorfheider Ortsteil Eichhorst eine Pension und Gaststätte im tschechischen Stil einrichten will. Bereits Mitte Februar haben sich die Gemeindevertreter für ihr Konzept mit dem Namen "Zur kleinen Moldau" entschieden. "Wir werden jetzt die notwendigen rechtlichen Schritte zum Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages einleiten", erklärt Bürgermeister Uwe Schoknecht (Bündnis Schorfheide) am Dienstag.

Ein solcher Vertrag besagt, dass der Grund im Besitz der Gemeinde verbleibt und die Pächter für einen bestimmten Zeitraum - in diesem Fall für 50 Jahre - das Recht erwerben, darauf zu bauen. "Ich hoffe, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt und den Tourismus in unserer Gemeinde befördern wird." Das Oberhaupt der Gemeinde kündigt an, die neuen Pächter "im Rahmen unserer Möglichkeiten" zu unterstützen.

Da die Rosenbecker Schleuse nicht nur am Werbellin-Kanal, sondern auch am Radfernweg Berlin-Usedom liegt, werden mit Sicherheit viele Touristen am Betrieb der Pachls vorbeikommen. Mit einem möglichst breit angelegten Angebot wollen die beiden die Passanten dazu bringen, auf dem Gehöft auch eine Pause einzulegen. "Da es keine Übernachtungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe gibt", heißt es in ihrem Konzept, "richtet sich das Angebot vor allem an Erholungssuchende und Sporttouristen, die hier Rast machen, um zu essen und zu trinken, auszuruhen, zu übernachten oder einen Kurzurlaub in ländlicher Idylle am Rosenbecker See verbringen wollen."

Eine Fahrradwerkstatt, Sauna, ein Spielplatz und Bootsverleih sind ebenfalls geplant. Darüber hinaus soll das Gelände für Veranstaltungen gemietet werden können und Künstlern als Ausstellungsort dienen. Ludek Pachl selbst ist ebenfalls Künstler. Der 1971 in der damaligen Tschechoslowakei geborene Unternehmer betreibt eine Galerie in Berlin-Prenzlauer Berg, in der er unter dem Namen "Rebel-Art" seine Gemälde und Skulpturen ausstellt, sowie ein Geschäft für tschechische Spezialitäten.

Gastronomische Erfahrung bringt vor allem seine Frau Katja Pachl mit. Die gebürtige Berlinerin habe lange Zeit ein Restaurant in Berlin-Schöneberg geleitet, heißt es in dem Entwurf für "Zur kleinen Moldau". Momentan arbeite sie als Teamleiterin in einem Kaufhaus.

In Rosenbeck wollen die beiden nun voll auf tschechische Küche setzen. Es soll Gulasch und Suppen namens Cesneková (mit Knoblauch) und Kaustnica (mit Sauerkraut) geben sowie Bier aus einer kleinen Brauerei aus Svijany im Norden Tschechiens.

Wie Katja und Ludek Pachl bereits Ende Januar bei ihrer Präsentation vor dem Schorfheider Hauptausschuss erklärt haben, sollen aber auch Produkte aus der hiesigen Region angeboten werden. "Bauern aus der Umgebung erhalten die Möglichkeit des Verkaufs ihrer Produkte auf dem Grundstücksgelände", heißt es dazu im Konzept.

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