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Millionenschatz geborgen

Matthias Weber bei der Enthüllung der Schätze aus der Vergangenheit.Foto: Linckus
Matthias Weber bei der Enthüllung der Schätze aus der Vergangenheit.Foto: Linckus © Foto: MZV
Anja Linckus / 18.03.2017, 12:02 Uhr
Gollwitz (MZV) Eine einfache Zange reichte nicht aus, um der Kapsel, die in der Gollwitzer Kirchturmkugel bei Warchau verborgen war, beizukommen. Fachmann Matthias Weber griff kurzerhand zu schwererem Gerät und rückte dem verlöteten Blech mit der Flex zu Leibe. Was er schließlich ans Tageslicht brachte, kam einer kleinen Sensation gleich: Neben Münzen aus dem 18. und 19. Jahrhundert fanden sich auch Geldstücke aus dem NS-Reich, Geldscheine aus der Inflationszeit, Tageszeitungen und zeitgenössische Berichte - abgefasst in deutscher Schrift und auf der Schreibmaschine. Die Datierung fiel den anwesenden Mitgliedern des Fördervereins Gollwitzer Dorfkirche um ihren Vorsitzenden Walter Fräßdorf deshalb auch nicht schwer: 1935 wurde die Kapsel befüllt, versiegelt und der damals erneuerten, kupfernen Kirchturmbekrönung für nachfolgende Generationen übergeben. Wohl nicht das erste Mal, dass auf diese Art und Weise am ursprünglich im 12. Jahrhundert errichteten Gotteshaus Botschaften für die Nachwelt hinterlassen wurden, ältere Funde allerdings gab es bisher nicht. So war der Inhalt der vorletzten Kapsel so vermodert, dass lediglich die älteren Münzen des jetzigen Fundes die Zeit überdauert zu scheinen haben. Der Freude tat das am Donnerstag keinen Abbruch: Begeistert wurde der Fund, der nach der Dokumentation und Konservierung sowie ergänzt um neue Zeitdokumente ihren neuen, alten Platz in der Kugel über dem Kirchturm finden soll, von den Anwesenden in Augenschein genommen. Zu lesen sein wird dann in kommender Zeit nicht nur vom Zustand des Dorfes, seiner Einwohner und tagespolitischen Ereignissen, sondern auch vom Förderverein Golwitzer Dorfkirche, der sich seit 2004 für die Rettung seiner Kirche einsetzt und bereits die Notsicherung in Eigeninitiative geschafft hat. Ein wichtiger Teilschritt auf dem Weg dorthin wird in der kommenden Woche in Angriff genommen: Die Hüllensanierung des ältesten Bauwerks des Dorfes, gefördert mit 240.000 Euro aus dem Leader-Programm für ländliche Entwicklung.

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