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Enttäuschung in Groß Behnitz

Anwohner der "Alten Gärtnerei" in Groß Behnitz sprachen sich einhellig für die alleinige Nutzung der Fläche durch den Neubau der Kita aus.
Anwohner der "Alten Gärtnerei" in Groß Behnitz sprachen sich einhellig für die alleinige Nutzung der Fläche durch den Neubau der Kita aus. © Foto: Balzer
Wolfgang Balzer / 21.03.2017, 20:59 Uhr
Groß Behnitz (MOZ) Viele Groß Behnitzer sind enttäuscht und verärgert. Vom Ortsbeirat erfuhren sie kürzlich, dass die neue Kindertagesstätte nicht, wie von den Einwohnern gewollt, auf dem größeren Bereich der Grünfläche vor der jetzigen Kita gebaut, sondern in die spitz zulaufende Ecke gedrängt werden soll. An der ursprünglichen Stelle sei von der Stadt Nauen ein Hotelbau favorisiert worden, bestätigte Ortsvorsteher Wolfgang Jung bei einem Vororttermin der Anlieger der Grünfläche.

"Fünf Jahre diskutieren wir nun schon über eine mögliche Sanierung oder den inzwischen unumgänglich gewordenen Neubau einer Kita. Die vorgesehene Fläche ist ideal. Dort sind die Kinder ungestört", sagte er seine Meinung. "Wir wollen hier kein Hotel mit wahrscheinlich 110 Zimmern und dazu wohl 127 Parkplätze mit nur einer Zu- und Abfahrt vor unserem Haus", erklärten Ellen und Andreas Wegner nachdrücklich. Kinder machen auch Lärm, aber es sei gut zu wissen, dass es dem Nachwuchs in unserem schönen Ort gut geht.

Cornelia Lange lobte die positive Veränderungen auf dem jetzigen Landgut Stober nachdrücklich: "Wir sind froh, dass der einstige Schandfleck im Dorf verschwunden ist. Aber mit der neuen Variante haben wir vor und hinter unseren Reihenhäusern je ein Hotel mit dem entsprechenden Trubel", war sie nicht gerade begeistert von der neuen Variante der Stadt. Birgit Kossmann hat vor zwei Jahren eine kleine Fläche mit 156 Quadratmeter gepachtet und sich darauf eine Kleintierhaltung eingerichtet. Die wird nach der neuen Bebauungsvariante für das Kita-Gelände gebraucht. "Es empört mich auch, dass der einzige und viel genutzte Spielplatz im Dorf und das Volleyballfeld der Jugendlichen ersatzlos verschwinden sollen", fügte sie noch hinzu. Der habe 15.000 Euro gekostet, merkte Angelika Zöllner, Mitglied des Ortsbeirates, an. Man spiele hier mit der Zukunft unserer Kinder, reagierte Steven Liepe richtig sauer. Er, der sich selbst Ur-Behnitzer nennt, hat zwischenzeitlich mehrere Jahre in Berlin gewohnt, baut gegenwärtig in Groß Behnitz, sieht hier seine Zukunft und hat auf die ursprüngliche Planung vertraut. Er lasse deshalb seinen Nachwuchs nicht in Nauen betreuen und warte lieber auf die Fertigstellung des Neubaus, sagte Steven Liepe. Mittel dafür seien im Haushalt der Stadt für 2017 vorgesehen, bestätigte der Ortsvorsteher. Er verweist darauf, dass für ein Hotel ein Bebauungsplan benötigt wird und hält es für möglich, dass dadurch der Kita-Neubau erheblich verzögert werden könnte, da beide Gebäude auf einer Fläche stehen sollen. "Wir haben als Ort mit 560 Einwohnern nichts vom Hotel auf diesem Standort. Wir möchten, dass unsere Kinder hier eine schöne und ruhige Bleibe haben", sagte Jung unter Zustimmung der Anlieger. Er informierte sie von dem Ende Februar gefassten einstimmigen Beschluss des Ortsbeirates, der eine Hotelbebauung ablehnt und sich für den ursprünglichen Standort mit bereits positiv beschiedener Bauvoranfrage vom Oktober 2016 ausspricht. Da im Ort Wohnungsbauflächen fehlen, sollte die Fläche der jetzigen Kita Eigenheimen vorbehalten werden. "Wir wollten heute mit diesem Vororttermin ein Stimmungsbild der Einwohner bekommen", meinte Ortsbeiratsmitglied Eduard Dawid. "Es bestärkt uns in der Haltung, dass sich der Ortsbeirat für die ursprüngliche Planung ohne Hotel auf dieser Fläche einsetzen sollte," sagte er. Entschieden ist noch nichts. Nun müssen sich die Fachausschüsse der Stadt mit den Varianten beschäftigen und später die Stadtverordneten eine Entscheidung treffen.

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