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Trotz Unterzahl Spiel gedreht

Einen Tick schneller: Keeper Robert Wiebach fängt den Ball vor dem heranstürmenden Gartzer Christopher Freude.
Einen Tick schneller: Keeper Robert Wiebach fängt den Ball vor dem heranstürmenden Gartzer Christopher Freude. © Foto: Ingo Muhme
Ingo Muhme / 22.03.2017, 22:23 Uhr
Finow (MOZ) Stahl Finow, in der Hinrunde der Landesklasse Nord noch Abstiegskandidat Nr. 1, holt mit dem 2:1-Sieg in der Fußball-Landesklasse Nord gegen Blau-Weiß Gartz tabellarisch weiter auf und begibt sich damit schon in Sichtweite zur Konkurrenz.

"Es war ein Sieg des Herzens, der Zusammenhalt in der Truppe hat heute den Ausschlag gegeben" fasste Stahl-Trainer Oliver Touhsaint später die Partie zusammen. Dabei bekamen die 34 Zuschauer bei böigem Wind Abstiegskampf pur geboten. Beide Teams präsentierten gerade im ersten Durchgang fußballerische Magerkost. Nicht nur Wind und holpriger Untergrund machten es den Spielern schwer, auch eine starke Verunsicherung war zu spüren, gepaart mit vielen Fehlern im Spielaufbau. So konnte man in den ersten 45 Minuten eine Hand voll Strafraumszenen zählen. Gartz versuchte es über die spielerische Komponente und hatte im Mittelfeld auch optisch die Regie übernommen. Stahl hingegen bekam so gut wie gar nichts in die Offensive, wirke lange Zeit recht planlos und auch unkonzentriert. So schleppte sich die Partie sehr zerfahren Richtung Halbzeit, in der die Heimtruppe in den letzten zehn Minuten besser ins Spiel kam und das Geschehen ausgeglichener gestalten konnte. Doch Richtung Gästetor lief weiter kaum etwas zusammen. Stahl hatte große Probleme mit der guten Abseitsorganisation der Gartzer, fand dabei kein Mittel, diese Taktik irgendwie auszuhebeln.

Mit Wiederanpfiff wurde die Partie besser. Durch die Einwechslung von Charles Cyrille Tefe und der Maßnahme Patrice Ebangue Barros Noel offensiver werden zu lassen, bekam der Finower Auftritt verstärkt Struktur. Touhsaint hatte seiner Truppe scheinbar im Halbzeitgespräch mehr Mut eingeflößt, denn sein Team, zwar noch mit anfänglichem Stückwerk im Spielaufbau agierend, bekam das Geschehen immer besser in den Griff. Auch die Torabschlüsse wurden gefährlicher, so wie der von Toni Gensch, als er einen abgewehrten Ball vor die Füße bekam und diesen von der Strafraumgrenze knapp über das Tor jagte (56.). Gartz wirkte nun verunsichert und bekam kaum noch etwas auf die Reihe. Genau in dieser Phase bescherte der Finower Mannschaftskapitän Steven Menzel seinen Kollegen einen Bärendienst. Seinen Frust über eine aus seiner Sicht verpasste Entscheidung wegen Foulspiels, richtete er verbal Richtung Schiedsrichterassistent und musste bereits verwarnt folgerichtig per Ampelkarte den Platz verlassen (69.). Trotz Unterzahl behielt Stahl die Oberhand und blieb weiter im Chancenplus. Einer der sporadischen Gästeangriffe endete dann in einer Strafstoßentscheidung, Florian Fengler hatte im Zweikampf den Ball an die Hand bekommen. Blau-Weiss Torsteher Stefan Wilke machte den weiten Weg zum gegnerischen Elfmeterpunkt, blieb eiskalt und markierte die zu diesem Zeitpunkt doch recht schmeichelhafte Gästeführung (78.). Der Finower Glaube blieb in der Folge ungebrochen. Nur drei Minuten später hatte Patrice Ebangue Barros Noel seinen Auftritt, als er entscheidend nachsetzte und im Kampf um den Ball im Fünfmeterraum vom Gartzer Keeper von den Beinen geholt wurde. Den fälligen Elfer versenkte Jacob Scheuerecker zum viel umjubelten und auch verdienten Ausgleich. Doch Patrice Ebangue Barros Noel hatte noch nicht genug. Zum Ende der offiziellen Spielzeit setzte er noch einmal zu einem unnachahmlichen Solo an. Dabei ließ er die Gartzer Defensive zu Statisten erstarren und beendete seinen Lauf mit herrlichem Schuss, welcher unhaltbar unter der Latte einschlug.

Als dann Schiedsrichter Chris Wein drei Minuten später die Partie abpfiff, kannte der Jubel keine Grenzen. "In Unterzahl, mit viel Moral und das Risiko nach dem Ausgleich auf die vollen Punkte zu gehen, hat sich schlussendlich ausgezahlt", so ein überglücklicher Stahl-Verantwortlicher Oliver Touhsaint.

Finow: Wiebach, Fengler, Awell (46. Tefe), Gensch, Barros Noel, Schumacher, Nguidol Nguidjol, Menzel, Kühn, Witthun, Scheuerecker

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