Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Häuslebauer haben freie Fahrt

Sabine Rakitin / 23.03.2017, 20:59 Uhr
Ladeburg (MOZ) Der Abschluss der Erschließung einer weiteren Wohnsiedlung wurde am Donnerstagnachmittag in Ladeburg gefeiert. An der Plantage/Sonnenblumenring werden 17 neue Einfamilienhäuser entstehen.

920 Meter Straße, 1000 Quadratmeter Pflaster, 876 Meter Regenwasser-, 788 Meter Abwasser- und 715 Meter Trinkwasserkanal, 1838 Meter Stromleitungen - die Liste mit Arbeiten, die Jens Matlik, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Watiplan aus Schönwalde, vorträgt, ist lang. Rund 1,5 Millionen Euro hat Investor Walter Reuscher die Erschließung des Wohnviertels am Sonnenblumenring/Goldsternring mit 70 Grundstücken im Bauabschnitt eins sowie An der Plantage/Sonnenblumenring mit 17 Grundstücken im Bauabschnitt zwei gekostet. Und Projektsteuerer Matlik wartet mit einer weiteren Zahl auf: "Wir haben 12270 Kubikmeter Erde ausgehoben", sagt er. "Und damit Sie eine Vorstellung haben: Wenn wir den Boden hier aufgetürmt hätten, hätten wir hier an beiden Seiten 2,73 Meter hohe Erdwälle", weist der Ingenieur auf das neue Stück der Straße An der Plantage.

Er bescheinigt allen an der Planung und dem Bau beteiligten Firmen eine hervorragende Arbeit. Dieses Kompliment erhält auch Matlik selbst. "Sie haben exzellente Leistungen erbracht", lobt Investor Walter Reusch. Und einen weiteren Mann hebt er hervor: den Ladeburger Reiner Nowack, seinen "Bevollmächtigten", wie er ihn nennt. "Herr Nowack hat mich immer wieder inspiriert, mich für Ladeburg einzusetzen. Ohne ihn geht gar nichts", sagt der über 80-Jährige.

Es war eher ein Zufall, dass der Mann aus Frankfurt am Main vor 25 Jahren in den Niederbarnim kam. Seine Nachbarin, eine gebürtige Ladeburgerin, die in den 1950er Jahren in den Westen geflohen, hatte nach der Wende ihr verlorenes Land im Niederbarnim rückübertragen bekommen. Sie war damals bereits 72 Jahre alt. "Wollen Sie es nicht haben", fragte sie ihren Nachbarn. Der wollte. "Ich hatte Lust, etwas in Ladeburg zu machen", erinnert er sich. An die 70 Hektar übernahm Walter Reusch damals. Ein großer Teil des Landes ist bereits seit Jahren bebaut. Das erste Projekt war die Gagfah-Siedlung - schon damals betreute Reiner Nowack die Vermarktung des Viertels.

Von den 17 Grundstücken An der Plantage/Sonnenblumenring, die am Donnerstag zur Bebauung freigegeben werden, sind bereits 14 verkauft. "Das ging ganz schnell", sagt Investor Reusch. Zuvor hatte er sich im ersten Bauabschnitt am Sonnenblumenring/Goldsternring umgeschaut. "Da ist ja kaum noch ein Grundstück unbebaut", freut er sich.

Und das, obwohl die Grundstückspreise auch in Ladeburg kräftig angezogen haben. Die Nachfrage nach Flächen für den Einfamilienhausbau sei erheblich, sagt Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke). "Wir werden noch weitere Bauflächen für Einfamilienhäuser schaffen, vor allem in den Ortsteilen Ladeburg und Schönow", kündigt er an.

"Wir haben auch noch einiges vor - wenn wir es genehmigt bekommen", sagt Ladeburgs Ortsvorsteher Horst Seefeld mit schelmischem Unterton. Die genauen Pläne verrät er allerdings nicht. Doch dass sie etwas mit Walter Reusch zu tun haben, liegt auf der Hand. Der Frankfurter besitzt noch mehrere Hektar Land in Ladeburg - An der Plantage in Richtung Bernau, aber auch am Wasserturm. Und er habe noch Lust, weiterzumachen, sagt der Investor. Möglicherweise wird er sogar in naher Zukunft familiäre Verbindungen in Ladeburg haben. "Ein Grundstück habe ich für meine Tochter reserviert", sagt er und zeigt in die Ferne auf ein Gebiet an einem Wäldchen. Die hätte nämlich vor, hier zu leben, erzählt Walter Reusch. Eine weitere Tochter wohnt bereits in Birkenwerder (Oberhavel).

Doch erst einmal wird der Mann aus Frankfurt (Main) für das laufende Projekt gefeiert: "Sie haben viel für Ladeburg getan", sagt Ortsvorsteher Seefeld. Und Bürgermeister Stahl schließt sich an: "Danke für Ihren Mut zur Investition und Ihr Vertrauen in den Standort."

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG