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Zappenduster am Sternenhimmel

Oliver Schwers / 24.03.2017, 06:50 Uhr
Crussow/Dauerthal (MOZ) Abgeschaltet werden soll die Uckermark. Zumindest plant das die Firma Enertrag aus Dauerthal. Sie will das nächtliche Blinken der Windkraftanlagen am Sternenhimmel beenden. Leserin Angela Mans aus Crussow wollte nun wissen, wie es um den Bau des neuen Pilotprojekts steht. Von der Kreisverwaltung erhielt sie dazu eine etwas verwunderliche Antwort. "Trotz beharrlicher Bemühungen unsererseits ist in Ihrer Frage kein Weiterkommen möglich", schrieb das Amt für Kreisentwicklung. Dabei hatte Landrat Dietmar Schulze selbst in einer Pressekonferenz mit der Firma Enertrag den Start für das Vorhaben bekannt gegeben.

Im Leserauftrag wandte sich die Märkische Oderzeitung daher an das Unternehmen. Pressesprecher Robert Döring bestätigt den Aufbau des bisher einmaligen Radarsystems. Künftig bleiben demnach alle Windkraftanlagen so lange aus, bis sich ein Flugobjekt nähert. Das wird von einem Radarschirm erfasst und sofort blinken die Stromanlagen wieder zur Warnung. 2017 soll mit dem Aufbau begonnen werden. "Es kann bei einem solchen Pilotprojekt natürlich immer zu Verzögerungen kommen, denn wir machen das ja auch zum ersten Mal", so Robert Döring. "Zurzeit sprechen wir mit Fremdbetreibern, die sich mit einem zumutbaren Beitrag an der Sache beteiligen können. Daran sollten ohnehin alle Betreiber ein Interesse haben. Es handelt sich auch um einen Riesen-Bereich. Wünschenswert wäre eine bundesweit einheitliche Regelung zum Abschalten der Befeuerung."

Einzellösungen dazu gibt es bereits. Enertrag-Systemtechnik hat mehrere Projekte in Arbeit. Vor wenigen Tagen schaltete Schleswig-Holsteins Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Robert Habeck, 23 Windenergieanlagen rund um Langenhorn dunkel. Ein weiterer größerer Park soll folgen.

In der Uckermark wären weitaus mehr Windräder auf einen Schlag dunkel. Enertrag will die beiden kombinierten Radarsysteme mit einem Durchmesser von jeweils elf und 18 Kilometern für alle Betreiber anbieten. Nach bisherigen Berechnungen würden 90 Prozent aller Uckermark-Windräder unter das Überwachungsfeld fallen.

Das nächtliche Blinken riesiger Anlagen wird von vielen Anwohnern der Region als störend empfunden. Die weithin sichtbare Windkraft-Disko hat in der Vergangenheit immer wieder zu Kritik geführt.

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