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Landkreis fordert Änderung von Stadt Lebus

Mallnower wollen Straßennamen behalten

Ist den Anwohnern heilig: Die Schönfließer Straße in Mallnow. Doch in der Stadt Lebus, zu der das Dorf gehört, gibt es den Straßennamen noch einmal. Das soll sich ändern.
Ist den Anwohnern heilig: Die Schönfließer Straße in Mallnow. Doch in der Stadt Lebus, zu der das Dorf gehört, gibt es den Straßennamen noch einmal. Das soll sich ändern. © Foto: MOZ/Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 30.03.2017, 06:20 Uhr
Mallnow (MOZ) Die Botschaft der Mallnower an die Lebuser Stadtverordneten war am Dienstagabend eindeutig: Ihre Schönfließer Straße soll nicht umbenannt werden. Die Kommunalaufsicht des Landkreises fordert, dass einer des doppelt vorhandenen Straßennamens in Lebus verschwindet.

"Ich wohne seit 59 Jahren in der Schönfließer Straße - und das soll auch so bleiben", erklärte ein Anwohner am Dienstagabend in der Runde im Mallnower Kulturhaus. Der Ortsbeirat hatte seine Beratung in Erwartung vieler Besucher diesmal dorthin verlegt. Er sollte recht bekommen: Etwa 30 Bewohner des Lebuser Ortsteils waren erschienen. Die meisten, um zu bekunden, was sie nicht wollen: die Umbenennung ihrer Schönfließer Straße.

Die gibt es zweimal in der Oderstadt: In Lebus selbst und im Ortsteil Mallnow. Nach der Eingemeindung der Dörfer Mallnow und Schönfließ 2002 in die Stadt habe es mehrere Straßennamens-Dopplungen gegeben. Die Dorfstraßen bekamen damals Ergänzungen. Nur die Schönfließer Straße blieb doppelt, der Mahnung der Kommunalaufsicht zum Trotz, erinnerte Andreas Knopp aus dem Bauamt der Lebuser Amtsverwaltung am Dienstag.

14 Jahre lang wurde das Problem "ausgesessen". Bis die Kommunalaufsicht im vorigen Jahr nachlegte und die Lebuser Verantwortlichen zur Lösung des Problems aufforderte. Entscheiden müssen die Stadtverordneten. Die Mallnower befürchten, wie das ausgehen könnte. Schließlich sprechen die Zahlen für sich: Die Schönfließer Straße in Lebus hat 233 private und 13 gewerbliche Anwohner, die Schönfließer Straße in Mallnow nur 49 plus zwei. Doch bei den beiden Betrieben handelt es sich um die Gasverdichterstation von Gascade und den Mallnower Landwirtschaftsbetrieb.

Dessen Geschäftsführer Michael Karcher ist einer der beiden Stadtverordneten aus Mallnow. Die gesetzliche Grundlage, auf die sich der Landkreis berufe, gebe es nicht, erklärte Karcher am Dienstag. Das stimme nicht, sagt der Lebuser Bau- und Ordnungsamtsleiter Mike Bartsch. Paragraf 28 der Kommunalverfassung - und die ist Gesetz - regelt die Ordnungsfunktion der Gemeinden, zu der eine "eindeutige Zuordnung von Straßennamen" für Rettungsdienste, Polizei und Post gehört. Das Problem bestehe darin, dass bei der heutigen elektronischen Adressenerfassung Ortsteile keine Rolle mehr spielen. Und Lebus und Mallnow haben sogar die gleiche Postleitzahl.

Das macht im Übrigen auch den Unterschied zu Berlin aus, den ein Mallnower anführte: In der Hauptstadt gibt es zwar viele Straßennamen mehrfach, aber zu unterschiedlichen Postleitzahlen.

Die Unmutsbekundungen der betroffenen Mallnower, die ein weiteres Stück Dorf-Identität verloren gehen, Kosten und Aufwand zur Ummeldung auf sich zukommen sehen und die eher die Post und Rettungsdienste für in der Pflicht halten, sich ordentlich zu orientieren, machen es den Lebuser Stadtverordneten nicht leicht. Alternative Vorschläge für einen neuen Straßennamen brauchte Ortsvorsteherin Gabriele Neidhardt am Dienstag nicht zu erfragen.

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