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Bibliotheksbaracke wird verkauft

Irina Voigt / 02.04.2017, 07:16 Uhr
Hennickendorf (MOZ) Das ehemalige Mehrzweckgebäude in der Ringstraße soll zusammen mit dem unbefestigten Parkplatz verkauft werden. Vereine würden aber gern die Räume behalten.

Ehe ein Gemeindevertreterbeschluss umgesetzt wird, vergehen manchmal Jahre. Da kann sich kaum noch einer dran erinnern, was einst erklärtes Ziel war. Und inzwischen haben sich die Prioritäten verschoben, sind neue Begehrlichkeiten geweckt worden.

Das musste Bürgermeister André Schaller erfahren, als er die Gemeindevertreter darüber informierte, dass man sich größere Vermarktungschancen ausrechne, wenn man das Grundstück zwischen Gemeindehaus und Festplatz sowie die gegenüberliegende unbebaute Fläche zusammen zum Verkauf ausschreiben würde.

Dieses Vorgehen überraschte die Gemeindevertreter offensichtlich und es entspann sich eine längere Debatte darum. Sowohl der Hennickendorfer Förderverein für Städtepartnerschaft, Kultur und Sport als auch der Verein "Bürgerinitiative Gesund leben am Stienitzsee" machten dagegen auch schriftliche Einwände geltend. Beide Vereine sahen in der Baracke, die einst Jugendklub und Bibliothek beherbergt hatte, geeignete Räume für Zusammenkünfte, Veranstaltungen und Vereinsarbeit. Auch etliche Gemeindevertreter sahen die Notwendigkeit eines Verkaufes - vor allem des Gebäudes - nicht.

Schaller erinnerte sie daran, dass die Verwaltung in diesem Fall lediglich einen Beschluss aus dem Haushaltssicherungskonzept für die Jahre 2011 bis 2014 umsetzen würde, der die Veräußerung des Gebäudes beinhaltet hatte. Man habe länger gebraucht, geeignete Interessenten zu finden, und etliche hätten sich auch wieder zurückgezogen. Nun sei man eben der Meinung, bessere Chancen im Komplexverkauf zu haben.

Ortsvorsteherin Monika Döppner-Smyczek erinnerte daran, dass ja beide Grundstücke im Ortszentrum lägen und der Festplatz gleich daneben. Da sollte auf alle Fälle darauf geachtet werden, dass die touristischen Ziele bei der Ortsentwicklung nicht aus den Augen verloren werden. Ihre Idee ging dahin, den Parkplatz daher nicht komplett zu verkaufen. Viel zu ändern ist an den Verkaufsplänen offensichtlich nicht mehr. Denn, wie Schaller erklärte, habe man vor, nach Ostern für acht Wochen die Ausschreibung für beide Grundstücke zu veröffentlichen. Parallel dazu müsste der Bebauungsplan, der über dem Areal liegt, geändert werden. Denn dort sei eine niedrigere Geschossflächenzahl festgeschrieben. Städtebaulich sei es aber angebracht, hier aufstocken zu können.

Den Vereinen offerierte er, dass es in Rüdersdorf insgesamt viele Räume - große und kleine, Unterstellmöglichkeiten für Material und Technik in ausreichendem Maße geben würde.

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