to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Donnerstag, 17. August 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Margrit Meier 03.04.2017 07:30 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

heimat/artikel-ansicht/dg/0/

Gotteshaus mit Schiff im Schiff

Müncheberg (MOZ) Der Erfolg hat viele Namen, braucht Mitstreiter, er beflügelt und wird auch die kommenden 30, 40 Jahre die Stadtpfarrkirche St. Marien als Gotteshaus und kulturelles Zentrum voranbringen - lauteten die Botschaften der Festveranstaltung am Sonnabend.

heimat/artikel-ansicht/dg/0/1/1564028/
 

Andacht: Pfarrerin Karin Bertheau war die erste, die bei der Festveranstaltung das Wort ergriff. Von diesem Standort ist sehr gut das Schiff im Schiff (rechts die Arche) zu erkennen.

© MOZ/Margrit Meier

Als im April 1945 die Stadtpfarrkirche unter schweren Artilleriebeschuss der nach Berlin rückenden Front geriet, ahnte keiner, dass das Gotteshaus 46 Jahre in einen Dornröschenschlaf verfällt und zu einem von Wildwuchs geprägten, dachlosen Abenteuerspielplatz wird. Torwächter Horst Grothe erinnerte daran und an Oberstleutnant Wilhelm Wessling. Der war es, der 1991 den Anstoß gab, sich diesem Erbe zu stellen und die Kirche wieder zugänglich zu machen.

Sein Name wurde beim Festakt erwähnt, wie auch der anderer Enthusiasten - "sie schufen Identität bis in die Herzen hinein" -, wie CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Georg von der Marwitz betonte. Dazu gehören die mittlerweile Verstorbenen Gerhard Scholle, Hubert Müller, Klaus Stieger und Karl Schönfeld. Sie haben geholfen, das historische Erbe wieder erlebbar zu machen. Erlebbar zu machen, als ein Haus Gottes, wie Pfarrerin Karin Bertheau in der Andacht auf vielerlei Weise darlegte. "Diese Kirche macht die Arme auf", zitierte sie aus dem Schreiben eines Besuchers, der sich die Mühe gemacht hat, auf den buchsbaumgesäumten Sandhügel zu steigen und sich die ehemalige Zisterzienserkirche zu beschauen. Der die Treppen des von Schinkel entworfenen Turms empor stieg, um über Müncheberg zu schauen. Und im (Kirchen-)Schiff das beeindruckende Schiff des Architekten Klaus Block zu bewundern.

Als bemerkenswertes Konzept von beeindruckender Modernität für viele andere Kirchen in der Region bezeichnete Rudolf Keseberg, der in Vertretung von Kulturministerin Martina Münch nach Müncheberg gekommen war, diesen speziellen Müncheberger Mix. Und meinte damit sowohl die moderne Architektur der Arche, die die Stadtbibliothek samt Veranstaltungsraum enthält, als auch das Triumvirat, das die Geschicke von St. Marien leitet.

Gemeinde! Kirche, Stadt, Verein - so lautet denn auch der Slogan, der hier erfolgreich gelebt wird. Der Vorsitzende des überaus regen Fördervereins zum Wiederaufbau, zur Pflege und Nutzung der Stadtpfarrkirche, Bernd Zibell, erinnerte an das Entstehen, Vergehen und den Wiederaufbau des Hauses, das sich längst, so berichtete stolz Bürgermeisterin Uta Barkusky, überregional einen Bekanntheitsgrad als multikulturelles Zentrum erarbeitet hat. Als Dank für die bisher geleistete, außerordentliche Arbeit und als Ansporn, nicht nachzulassen, haben die Stadtverordneten beschlossen, dass sich der Förderverein zu diesem 20. Jubiläum in das Ehrenbuch der Stadt eintragen darf.

Superintendent Frank Schürer-Behrmann erinnerte an seine immer wiederkehrenden Begegnungen mit dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, das auch für SPD-Landtagsabgeordnete Simona Koß ein Zeichen fürs Nachhause-Kommen ist.

Einen großen Dank gab es auch für Ingrid Panse-Helmich, die viele Jahre die kulturellen Geschicke des Hauses leitete, und ihre Nachfolgerin Juliane Grützmacher von der Betreibergesellschaft. Letztere hat sich vorgenommen, mehr junge Leute nach St. Marien zu locken. Das wünscht sich auch der Förderverein: Junge, die nachrücken, sich im Förderverein zu engagieren.

Mit einem Konzert am Sonnabend Bach-Reflections - Bach meets Jazz und einem Festgottesdienst am Sonntag, geleitet von Bischof Markus Dröge, klang die Festwoche aus.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion