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Tierschutzpreis geht nach Ladeburg

Amtstierarzt Dr. Volker Mielke, Dr. Frank Ehlert, Dezernentin Silvia Ulonska, Vereinsvorsitzender Frank Henning sowie die Vorstandsmitglieder Dr. Stefanie Sewekow, Jürgen Arndt und Dr. Swaantje Lindert (v. l.) stehen vor den Hängebauchschweinen.
Amtstierarzt Dr. Volker Mielke, Dr. Frank Ehlert, Dezernentin Silvia Ulonska, Vereinsvorsitzender Frank Henning sowie die Vorstandsmitglieder Dr. Stefanie Sewekow, Jürgen Arndt und Dr. Swaantje Lindert (v. l.) stehen vor den Hängebauchschweinen. © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 06.04.2017, 08:00 Uhr
Ladeburg (MOZ) Der gemeinnützige Tierschutzverein Niederbarnim ist vom Landkreis mit dem diesjährigen Tierschutzpreis geehrt worden. Dezernentin Silvia Ulonska überbrachte am Dienstag die Auszeichnung. Sie hatte neben der Urkunde einen Scheck und ein Kunstwerk mitgebracht.

Der Treffpunkt am Aushängeschild des Niederbarnimer Tierschutzvereines spricht Bände: Seit Jahren gehört das Tierheim Ladeburg zu den festen Größen in Sachen Tierschutz. Fünf festangestellte Mitarbeiter kümmern sich dort gemeinsam mit einer Vielzahl Freiwilliger derzeit um 50 Hunde, 40 Katzen und diverse Kleintiere. Außerdem gehören die Pferde, Rinder und Schweine des Gnadenhofes zum in der Region bestens bekannten Tierheim.

"Mit diesem Preis würdigen wir die Tierschutzarbeit des Vereins", bekräftigt Dezernentin Silvia Ulonska das jahrelange Engagement des Vereines. Im vergangenen Jahr feierte der Verein seinen 25. Geburtstag - nun also diese imageträchtige Ehrung. An einer längeren Tafel kommt der Vereinsvorstand um den Vorsitzenden Frank Henning zu einer kleinen Feierstunde zusammen. "Wir hatten schon einige Ehrungen, aber den Tierschutzpreis gab es noch nie", freut sich ein strahlender stellvertretender Vereinsvorsitzender Dr. Frank Ehlert. Obwohl am Dienstag sein Hochzeitstag ansteht, nimmt auch er sich die Zeit für die Besucher aus der Kreisstadt, die ja nicht mit leeren Händen kommen. Neben einer Urkunde überreicht die Dezernentin einen Scheck über 300 Euro sowie eine thematische Arbeit der Eberswalder Künstlerin Gudrun Sailer.

Schon nach kurzer Zeit entwickelt sich ein Fachgespräch zu unterschiedlichen Themen des Tierschutzes. "Unsere Bildungsarbeit zahlt sich aus, es gibt immer weniger ausgesetzte Hunde und zu kastrierende Katzen", berichtet Ehlert vom praktischen und theoretischen Tierschutz. Das Wirken des Vereins im Landkreis Barnim sowie in Teilen von Oberhavel, Märkisch-Oderland und der Uckermark zahle sich zunehmend aus. Mit 160 Kommunen in 16 Amtsbereichen unterhält der Verein Kooperationen über die Aufnahme von Fundtieren.

Der ehemalige Barnimer Amtstierarzt Ehlert kennt die Situation im Landkreis bestens. Zur Sprache kommt auch die aktuelle Diskussion über Wölfe. "Das ist momentan alles etwas überhitzt. Aber gut ist ja, dass Brandenburg mit einem Wolfsmanagement beginnt", reagiert Ehlert. Er erinnert sich daran, als zu seiner aktiven Zeit als Amtstierarzt in Zepernick ein Wolf gesichtet wurde. "Es war irgendwie zwischen 1990 und 1991, als zweifelsfrei ein Wolf gesichtet wurde. Das Tier erlitt dann auf der A 11 einen Unfall." Vehement widerspricht Ehlert der Meinung einiger Jäger, die felsenfest davon überzeugt sind, polnische und deutsche Naturschützer hätten die Wölfe quasi in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" in Brandenburg angesiedelt. "Das ist ja Blödsinn. Alte Jäger kennen die Strecken der Wölfe, die noch heute begangen werden", kontert Ehlert. Gerade weil die Diskussionen über Wölfe, Biber, Waschbären und Kormorane mitunter so hochkochen, hat der Tierschutzverein Niederbarnim am 15. Juni einen Vortrags- und Gesprächsabend dazu initiiert. Jörg Stendel, Vorsitzender des Jagdverbandes Bernau, spricht dann über seine Sicht auf diese Themen. "Tierschützer und Jäger haben durchaus Gemeinsamkeiten, wir wollen in dieser Debatte Vermittler sein", betont Ehlert. Und der Barnimer Amtstierarzt Dr. Volker Mielke baut das Thema noch aus. "Auch mit den Hundezüchtern muss es Gespräche geben. So müssen beispielsweise die Züchter von Möpsen, englischen und französischen Bulldoggen angehalten werden, die Rassestandards zu beachten."

Im Fachjargon sind gerade Möpse so genannte Qualzuchten, weil die Tiere von Geburt an gesundheitliche Probleme haben, die durch die Auswahl der Zucht entstanden sind.

Die nächste Aktion startet der Tierschutzverein Niederbarnim übrigens am 6. Mai. Dann steht von 10.30 Uhr bis 15 Uhr eine Frühlingswanderung mit Hunden ins Haus. Treffen ist dann am Tierheim Ladeburg.

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