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Olympiasieger beim Turnier in Linde dabei

Auf der Geländestrecke unterwegs: Die Hindernisse auf dem Parcours wurden so in die Anlage eingefügt, dass sie nicht als Fremdkörper auffallen, sondern sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen.
Auf der Geländestrecke unterwegs: Die Hindernisse auf dem Parcours wurden so in die Anlage eingefügt, dass sie nicht als Fremdkörper auffallen, sondern sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen. © Foto: Volkmar Ernst/GZ
Volkmar Ernst / 10.04.2017, 08:18 Uhr
Linde (GZ) Jedes Jahr am zweiten Aprilwochenende schnellt die Zahl der Menschen in Linde in die Höhe. Es ist das Wochenende, an dem Tausende - und zwar Teilnehmer ebenso wie Zuschauer - zum Reit- und Vielseitigkeitsturnier auf den Hellberg kommen.

Henry Gürgens führt gerade "Faysa", eine Holsteiner Stute, über die weitläufige Anlage. Das Tier soll sich abkühlen, bevor Tochter Jule-Christin mit ihm zur nächsten Prüfung antritt, die Vielseitigkeit. Die Familie lebt auf Usedom. Doch das Turnier in Linde ist für die Gürgens Pflicht, wie Vater Henry erklärt. "Schließlich gibt es nicht so viele Vielseitigkeitsturniere in Deutschland. Außerdem ist die Anlage auf dem Hellberg toll gelegen, gut ausgestattet und prima in Schuss. Hier in die neue Saison zu starten, das ist wirklich ein guter Auftakt."

Das kann Inga von Mensenkampff nur bestätigen. Sie ist aus Ratzeburg in der Nähe von Lübeck nach Linde gekommen und kümmert sich gerade Dorian Grey. So heißt das Deutsche Reitpony, mit dem Tochter Josephine gerade auf einem Parcours unterwegs war. Während sich ihre Tochter frisch macht, umzieht und auf die nächste Prüfung vorbereitet, kümmert sich ihre Mutter um das Pferd. Auch das muss gebürstet und gestriegelt werden, ehe es den Juroren bei der Dressur-Prüfung vorgestellt werden kann. Linde hat die Familie vergangenes Jahr entdeckt und ist bewusst wiedergekommen: "Die Anlage ist schön und sie Atmosphäre hier stimmt einfach. Wir sind schon Donnerstag angereist, um mit dem Pferd die Anlage zu erkunden und ihm sozusagen die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen. Das durften wir, das ist toll."

Für das mittlerweile 13. Reit- und Vielseitigkeitsturnier des Reit- und Fahrclubs Löwenberg waren bis Sonnabend insgesamt 1 200 Starts gemeldet, sagt Tobias Pfitzmann, dem die Anlage auf dem Hellberg gehört. Das sich mit Frank Ostholt und seiner Frau, der gebürtigen Schwedin, Sara Altgotsson-Ostholt sogar zwei Olympia-Teilnehmer im Bereich der Vielseitigkeit angemeldet haben, freut Pfitzmann. 2004, 2012 und 2016 nahm Sara Altgotsson-Ostholt an den Spielen teil, 2012 in London konnte sie die Silbermedaille in der Vielseitigkeit mit nach Hause nehmen. Frank Ostholt ritt sowohl 2004 als auch 2008 bei Olympia auf und errang in Peking als Mitglied der deutschen Mannschaft sogar olympisches Gold. Solche Anmeldungen bestätigen Pfitzmann dahingehend, das Turnier und Anlage angenommen werden, selbst wenn es sich nur um einen nationalen Ausscheid handelt.

Während Ross und Reiter also in der Dressur, beim Springreiten oder im Gelände ihr Können unter Beweis stellen, dürfen die Freunde des Pferdesports und Neugierige das Gelände erkunden und sich einen Platz zum Zuschauen suchen, sogar auf den nicht benötigten Hindernissen auf der Vielseitigkeitsanlage.

Auch an den Hunger der Gäste haben die Organisatoren gedacht und Stände mit Süßem aber vor allem mit Deftigem geordert. Die Mitarbeiter des DRK sind vor Ort, um ihre Dienste sowohl den Turnierteilnehmern als auch den Besuchen anzutragen, wenn sie benötigt werden.

Eine besonderer Höhepunkt zum Abschluss des Turniers am Sonntagabend ist mittlerweile das Kutschenrennen geworden. Immerhin 31 Kutschen haben sich für einen Start am Sonntagabend angemeldet. Gestartet wird in den Kategorien Ein-, Zwei- und Vierspänner. Dabei haben die Gespanne einen Slalomparcours, der mit Kegeln abgesteckt ist, zu durchfahren. Gewertet wird zum einem die Zeit, zum anderen Geschicklichkeit, mit der der Kutscher sein Gespann um die Kegel lenkt. Denn auf denen befinden sich Tennisbälle, und fallen die herab, gibt es Strafsekunden, die von der Fahrzeit abgerechnet werden.

Die Zahl der Zuschauer, die extra für das Kutschenrennen kommen, wächst von Jahr zu Jahr.

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