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Bürger wollen ihr Schloss behalten

Schmuckstück im Ort: Das Schloss Krügersdorf wird unten und im Keller als Dorfgemeinschaftshaus genutzt, oben befinden sich Ferienwohnungen.
Schmuckstück im Ort: Das Schloss Krügersdorf wird unten und im Keller als Dorfgemeinschaftshaus genutzt, oben befinden sich Ferienwohnungen. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Jörg Kühl / 11.04.2017, 19:37 Uhr
Krügersdorf (MOZ) 22 Bürger aus Krügersdorf hatten sich am Montag um ihren Ortsbeirat versammelt, um über die Zukunft des Schlosses zu diskutieren. Im Publikum saßen Bürgermeister Frank Steffen und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Sven Wiebicke.

"Perle", "Juwel": Diese Begriffe tauchten in der Debatte häufig auf. Gemeint war das Schloss in Krügersdorf, das derzeit im Hochparterre und im Keller als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird. Das Obergeschoss hingegen wird von Familie Köppen im Auftrag der Stadt als Eigentümerin des Objekts an Feriengäste vermietet. Noch. Denn die Stadt will die Ferienwohnungen gemeinsam mit dem Bootshaus auf dem Fischerkiez ab 2019 an Dritte verpachten.

Dies betrachtet der Ortsbeirat jedoch kritisch, und zwar aus einem bestimmten Grund: Der Ort vermietet seine als Dorfgemeinschaftshaus genutzten Räume immer häufiger an Festgesellschaften, beispielsweise Hochzeiten, um Geld für die Ortsteilkasse einzuspielen. Dabei werden häufig auch die Ferienwohnungen im Obergeschoss für Übernachtungen mit genutzt. Bisher war dies "auf dem kurzen Dienstweg" durch ein Gespräch mit Frau Köppen zu organisieren, die die Ferienwohnungen dann frei hielt.

In Zukunft, so fürchtet der Ortsbeirat, könnte sich der Pächter, der die Ferienwohnungen im Schloss ja kommerziell betreiben muss, durch die Festgesellschaften gestört fühlen. Zudem können die Wohnungen nicht mehr so leicht für Festgesellschaften "reserviert" werden, da der private Pächter seine Priorität auf eine möglichst hohe Auslastung legen dürfte.

Gemeinsam mit den anwesenden Gästen diskutierte der Ortsbeirat unter Vorsitz von Ortsvorsteher Karlheinz Sommer Varianten eines künftigen Betriebs des Schlosses. "Alles sollte in einer Hand bleiben, eine separate Vermietung oben und unten funktioniert nicht", war eine der geäußerten Meinungen. Dabei wurde unterschieden zwischen einem Betrieb in der Hand des Ortes und einem Betrieb in der Hand eines Dritten. Die letzte Variante schied schnell aus, denn: "Dann wären wir draußen", stellte der Ortsvorsteher klar. Die Verwaltung des gesamten Objekts durch einen ehrenamtlich tätigen Freiwilligen aus dem Dorf wurde ebenfalls diskutiert, dann jedoch ebenfalls fallen gelassen. Begründung: "Viel zu aufwändig für ein Ehrenamt".

Schließlich schaltete sich Bürgermeister Frank Steffen ein: Das Schloss sei den Krügersdorfern als Dorfgemeinschaftshaus übereignet worden, und nicht, um möglichst viele Hochzeiten darin zu veranstalten. Die Vermietung an Dritte sei lediglich als eine zusätzliche Einnahmequelle für den Ortsteil zu verstehen gewesen. Er schlug vor, die Vermietungen an Festgesellschaften auf eine bestimmte Zahl im Jahr zu begrenzen. Zu den Ferienwohnungen im Obergeschoss sagte Steffen, diese seien zwar aus der jetzigen Situation heraus Bestandteil der Ausschreibung für die Neuverpachtung des Bootshauses. Sie könnten, wenn es erforderlich ist, aber auch aus dem Bootshaus-Paket herausgetrennt werden. Einige der 17 Bewerber, die sich schon für die Pacht gemeldet haben, hätten entsprechende Signale gesendet, sich auf das Bootshaus konzentrieren zu können oder zu wollen.

Schließlich fasste der Ortsbeirat den einstimmigen Beschluss, der auf ein Festhalten am Status Quo hinausläuft: Die Räumlichkeiten im Hochparterre und im Keller sollen als Dorfgemeinschaftshaus erhalten bleiben. Sie können weiterhin tageweise an Dritte vermietet werden.

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