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Frauen aus Friedrichsthal und Malz machen sich ein Bild von den Bewerbern ums Bürgermeisteramt

Erste gemeinsame Runde der Oranienburger Kandidaten

Sie wollen gern Bürgermeister oder Bürgermeisterin von Oranienburg werden. Enrico Rossius (Linke), Heiner Klemp (Grüne), Kerstin Kausche (CDU), Jennifer Collin (SPD), Alex Laesicke (parteilos) und Friedemann Humburg (parteilos, v.l.) stellen sich vor.
Sie wollen gern Bürgermeister oder Bürgermeisterin von Oranienburg werden. Enrico Rossius (Linke), Heiner Klemp (Grüne), Kerstin Kausche (CDU), Jennifer Collin (SPD), Alex Laesicke (parteilos) und Friedemann Humburg (parteilos, v.l.) stellen sich vor. © Foto: Friedhelm Brennecke/OGA
Friedhelm Brennecke / 12.04.2017, 11:57 Uhr
Malz (OGA) In Oranienburgs kleinstem Ortsteil Malz saßen sechs der acht Bürgermeisterkandidaten erstmals gemeinsam an einem Tisch. Edelgard Müller vom Frauenfrühstück hatte dazu eingeladen. Mehr als 40 Frauen aus Friedrichsthal und Malz waren gekommen, um die Bewerber um das höchste Amt in der Stadt näher kennenzulernen.

Die zwei Damen und die vier Herren stellen sich zunächst persönlich vor, lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich ihre Entscheidung sehr wohl überlegt haben und sich das Spitzenamt im Schloss natürlich absolut zutrauen. Die nötigen Führungsqualitäten bescheinigen sie sich. An Selbstbewusstsein fehlt es niemandem in der Runde. Respekt vor dem Amt empfinden sie alle sechs aber schon. Gern wollen sie diese Herausforderung annehmen, wohlwissend, dass sie im Rathaus ein Fulltime-Job erwartet, der sie im Normalfall mindestens locker 60 Stunden in der Woche fordert und in Krisenfällen noch mehr.

"Ohne einen starken Rückhalt und die Unterstützung in der Familie lässt sich so ein Amt nicht stemmen", sagt der Parteilose Alex Laesicke und verweist auf die Erkenntnisse, die er als Bürgermeistersohn in seiner Familie gewonnen habe. Die übrigen Bewerber sehen es ähnlich und sind sich sicher, dass sie genau diesen Rückhalt haben - egal ob in der klassischen oder in einer Patchwork-Familie.

Bis auf den parteilosen Friedemann Humburg, der Krankenpfleger gelernt, später Theologiestudiert hat und seit 14 Jahren als Pfarrer in Oranienburg tätig ist, verweisen alle übrigen Bewerber auf ihr langjähriges Wirken in der Kommunalpolitik. Humburg stellt seine kommunikativen Kompetenzen und Führungserfahrungen aus der Kirchengemeinde heraus.

Enrico Rossius (Linke) mischt über 20 Jahre in der Stadt und im Kreis politisch mit - zunächst in der SPD, später bei den Linken, deren Ortsverbandschef der Stadtverordnete ist. Jennifer Collin (SPD) - studierte Politikwissenschaftlerin und stellvertretende Leiterin einer Stabsstelle im Potsdamer Bildungsministerium - vertritt ihre Partei als sachkundige Einwohnerin im Bauausschuss und als Mitglied im Aufsichtsrat der Woba. "Sozialer Wohnungsbau liegt mir deshalb besonders am Herzen", sagt sie.

Heiner Klemp (Grüne) - er hat Informatik und Wirtschaftswissenschaften studiert - arbeitet als Berater in führender Position in der freien Wirtschaft und macht Kommunalpolitik seit 1998. Zuerst als Gemeindevertreter in Lehnitz und seit 2003 als Stadtverordneter und Fraktionschef der Grünen in Oranienburg. "Ich habe mich inzwischen in alle Bereiche eingearbeitet und fühle mich jetzt als Generalist", sagt der 53-Jährige.

Das kann auch Kerstin Kausche (CDU) von sich sagen, die seit 1989 in verschiedenen Bereichen der Kreisverwaltung arbeitete und seit 1999 rund 16 Jahren als stellvertretende Bürgermeisterin und Dezernentin an der Seite von Rathauschef Hans-Joachim Laesicke für Oranienburg tätig war. Sie bringt deshalb sicher die umfangreichste Verwaltungserfahrung mit.

Einen breiten Dialog mit den Bürgern - möglichst kontinuierlich und nicht nur vor Wahlen - wollen alle Bewerberinnen und Bewerber pflegen. Heiner Klemp will eigens eine Stabsstelle für Bürgerbeteiligung einrichten. Er fordert eine eigene Stadtbuslinie und ein einheitliches Tarifgebiet für Oranienburg. Alternativ sollte ein Bürgerbus geprüft werden, schlägt Jennifer Collin vor.

Als wachsende Stadt stehe Oranienburg massiv unter Druck und laufe vielfach Entwicklungen hinterher, bemängelte Enrico Rossius. Deshalb müssten rasch die dringend benötigten Plätze in Kitas und Schulen geschaffen werden, sind sich alle einig. Auch Wohnungsbau in den Ortsteilen müsse möglich werden, um junge Leute dort zu halten. Auch darüber besteht Konsens. Mit vielen Fragen löcherten die Frauen die Kandidaten, die sich auch noch Zeit für persönliche Gespräche nahmen.

"Wir konnten uns ein gutes Bild machen von den Frauen und Männern, die das Spitzenamt im Oranienburger Rathaus anstreben", zeigt sich Edelgard Müller am Ende der ersten gemeinsamen Kandidatenrunde des Superwahljahres zufrieden mit dem Verlauf.

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