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Mit Osterquelle Tradition begründet

Einsatz an der Osterquelle: Die Aufnahme aus dem Jahre 1996 zeigt Männer aus der Altersabteilung der Libbenichener Ortsfeuerwehr, hier Gerhard Krappe, Walter und Fritz Plönzke sowie Werner Schmidt und Walter Busch (v.l.) beim Ausmauern der Quelle an der O
Einsatz an der Osterquelle: Die Aufnahme aus dem Jahre 1996 zeigt Männer aus der Altersabteilung der Libbenichener Ortsfeuerwehr, hier Gerhard Krappe, Walter und Fritz Plönzke sowie Werner Schmidt und Walter Busch (v.l.) beim Ausmauern der Quelle an der O © Foto: Matthias Lubisch
Ines Weber-Rath / 12.04.2017, 19:20 Uhr
Libbenichen (MOZ) Vor 20 Jahren haben Senioren aus der Libbenichener Ortswehr die Osterquelle an der Oderbruchkante hergerichtet und mit der feierlichen Einweihung einen Brauch begründet, der sich heute in der Region großer Beliebtheit erfreut: den der Treffen am Osterfeuer.

"Wir waren damals die ersten in der Seelower Region, die ein Osterfeuer veranstaltet haben", sagt Frank Krappe stolz. Der Landwirt war vor 20 Jahren der Chef der Libbenichener Ortsfeuerwehr. Am Sonnabend werden die Feuerwehrleute beim traditionellen geselligen Treffen an der Osterquelle daran erinnern, was damals geschehen ist.

Es sei die Idee von Werner Schulze-Kahleyss gewesen, der nach der Wende aus dem Westen in die Heimat seiner Vorfahren zurückgekehrt war, erinnert sich der heutige Ortswehrführer Fred Jakob. Schulze-Kahleyss hatte Mitte der 90-er Jahre die älteren Herren aus der Libbenichener Feuerwehr für das Vorhaben begeistert, die Osterquelle an der Oderbruchkante herzurichten.

"Früher lief das Quellwasser aus einem Tonrohr aus dem Mühlenberg", erinnert sich Fred Jakob. Den Namen verdankt der Berg der Tatsache, dass dort einst die Mühle des Dorfes gestanden haben soll. Das Quellwasser versickerte ungenutzt - wenn nicht gerade Ostersonntag war. Da schickten die Dorfbewohner, einem alten Brauch gemäß, ihre unverheirateten Töchter hinunter zur Quelle, um Wasser zu holen. Daher der Name "Osterquelle".

Mit Technik von Werner Schulze-Kahleyss' Hof legten die Feuerwehrleute 1997 die Quelle frei und fassten sie ein. Das löste bei den Dorfbewohnern Freude, in der Seelower Naturschutzbehörde allerdings Ärger aus. Denn die Osterquelle liegt im Naturschutzgebiet. Vorm Rückbau der Quelleneinfassung und der später noch errichteten hölzernen Unterstände auf dem kleinen Festplatz an der Quelle bewahrte die Initiatoren unter anderem die Tatsache, dass der Platz direkt am Oderbruchbahn-Radweg liegt. "Hier legen viele Radler eine Rast ein", weiß Fred Jakob.

Zudem hätten die Feuerwehrleute auf dem Festplatz keine Natur zerstört. Denn "das war eine Müllkippe, auf die zu DDR-Zeiten die Klappersteine aus der Kartoffelsortieranlage der LPG gebracht wurden", erinnert der Ortswehrführer. Die Steine wurden mit Erde abgedeckt und Rasen eingesät.

Eingeweiht wurde die Osterquelle mit einem Osterfeuer - einer damals hierzulande kaum bekannten Tradition. "Wir hatten in den Jahren danach an unserem Osterfeuer bis zu 500 Besucher. Viele kamen aus umliegenden Dörfern - bis diese nach und nach selbst Osterfeuer veranstaltet haben", erinnert sich Frank Krappe.

Seit einigen Jahren organisiert die Libbenichener Feuerwehr auch einen Shuttleservice vom Ortskern zur Osterquelle und zurück. So auch diesmal, am Sonnabend, ab 16 Uhr, ab Alte Straße.Eine große Jubiläumsfeier werde es zu Ostern nicht geben, aber eine kleine Überraschung, sagt Fred Jakob. Groß gefeiert wird erst im Juli - 105 Jahre Ortsfeuerwehr und 20 Jahre Jugendabteilung.

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