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Turmuhr noch im Handbetrieb

Kraftaufwand: Tagtäglich zieht Reinhard Märker die Krügersdorfer Turmuhr auf. So hatte es schon sein Vater getan.
Kraftaufwand: Tagtäglich zieht Reinhard Märker die Krügersdorfer Turmuhr auf. So hatte es schon sein Vater getan. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Jörg Kühl / 18.04.2017, 19:37 Uhr
Krügersdorf (MOZ) Hans-Joachim Müller hat auf der jüngsten Sitzung des Krügersdorfer Ortsbeirats angeregt, die Turmuhr der Dorfkirche mit einem elektrischen Antrieb auszustatten. Das mechanische Uhrwerk wird derzeit per Hand aufgezogen, und zwar jeden Tag. Diesen Job erledigt bisher Reinhard Märker. Er hatte das Amt von seinem Vater Siegfried Märker übernommen. Müller, der Mitglied im Ortsbeirat ist, nannte als einen Vorteil einer elektrischen Anlage, dass nach einer Umrüstung die Totenglocke vom Friedhof aus per Funkfernsteuerung bedient werden könnte. "In anderen Orten ist eine solche Lösung schon längst vorhanden."

Rund 3200 Euro würde eine elektrische Anlage kosten. Wer die kosten übernehmen würde, auch darüber müsse noch geredet werden. Müller schlug einen Finanzierungsmix, an dem sich der Ortsteil Krügersdorf, die Stadt Beeskow und die Kirchengemeinde beteiligen könnten, vor. Auch der Ortsteil Schneeberg käme als Co-Finanzier in Betracht, da der Friedhof von beiden Ortsteilen gemeinsam genutzt wird.

Krügersdorfs Ortsvorsteher Karlheinz Sommer sagte, das Thema müsse im Ort erst umfassend diskutiert werden. "Heute treffen wir dazu definitiv keinen Beschluss." Er versprach, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Ortsbeiratsitzung zu setzen. "Wir müssten dazu ohnehin einen Nachtragshaushalt beantragen."

Nicht alle Krügersdorfer halten eine Elektrifizierung für notwendig. Marko Spreer meldete sich spontan bereit, das tägliche Aufziehen mit zu übernehmen: "Ich bin ein Fan mechanischer Uhrwerke", so der 44-Jährige. Das Amt könne er mit seinem Schichtdienst gut vereinbaren, schließlich verfüge das Uhrwerk über eine Gangreserve von 36 Stunden. Auch Märker würde den Job weitermachen: "So lange es die Gesundheit zulässt", so der 60-Jährige.

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