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Kino unterm Kirchendach

Wollen die Kinoabende etablieren: Marleen Matthes und Dirk Kunst setzen in der Hakenberger Kirche ihre Idee von einem Sommerkino im Dorf um.
Wollen die Kinoabende etablieren: Marleen Matthes und Dirk Kunst setzen in der Hakenberger Kirche ihre Idee von einem Sommerkino im Dorf um. © Foto: MZV
Markus Kluge / 19.04.2017, 17:36 Uhr
Hakenberg (RA) Ein Kino gab es im Oberen Rhinluch noch nie. Zu klein sind dafür die Dörfer dort. Wer künftig sich dennoch in Gemeinschaft cineastischen Freuden hingeben möchte, hat ab diesem Jahr dazu in Hakenberg beim Sommerkino die Möglichkeit - das nächste Mal am 28. April.

Wer "Kino in der Kirche" im Internet sucht, findet blitzschnell rund 679000 Einträge. Die Idee ist also nicht neu, dafür aber in vielen Orten umso beliebter. Der Gedanke, so etwas auch in Hakenberg zu etablieren, kam Ende vergangenen Jahres auf, berichten Marleen Matthes und Dirk Kunst, die nicht nur Mitglied im örtlichen Heimat- und Kulturverein, sondern auch in der Evangelischen Kirchengemeinde sind.

"Der Kulturverein funktioniert hier ganz gut", sagt Kunst. Seine Mitstreiter und er seien aber auf der Suche nach etwas gewesen, das das jährliche Programm im Dorf noch ergänzen und die Gemeinschaft im Ort fördern kann. "Darüber hinaus wäre es schön, wenn es auch über die Grenzen von Hakenberg bekannt ist und Leute anlockt", sagt Dirk Kunst. Die Idee vom Sommerkino war geboren.

Da die Kirche die meiste Zeit des Jahres stets ungenutzt leer steht, Publikum aber vor Wind und Wetter schützt, war das Gotteshaus als Kinosaal erste Wahl. "Es ist zudem eine gute Gelegenheit, den Menschen zu zeigen, dass das nicht nur ein frommer Ort ist, an dem gebetet wird. Jeder kann dort auch Freude haben", meint Marleen Matthes. Der Pfarrer war von der Idee jedenfalls angetan, gab sein Okay und sicherte seine Unterstützung zu. Da dieses Projekt auf möglichst kleiner finanzieller Flamme gekocht werden soll, nahmen beide auch das Angebot gerne an, dass Filme für die Aufführungen künftig über die Kirche ausgeliehen werden können. Voraussetzung dafür ist, dass keine kommerziellen Ziele verfolgt und keinen anderen Kinos Konkurrenz gemacht wird. Beide Voraussetzungen werden in Hakenberg spielend erfüllt. Die Einnahmen der jeweiligen Aufführungen sollen der Kirchengemeinde zugute kommen, die sie wiederum selbst einsetzen oder spenden kann.

Ein konkretes Ziel für das die Einnahmen gesammelt werden könnten, gibt es derzeit allerdings nicht. Dabei müsste die alte Orgel restauriert werden, was aber um die 100000Euro kostet. "Das wäre natürlich das Tüpfelchen auf dem i. Aber so viele Filme können wir wahrscheinlich gar nicht zeigen", vermutet Kunst.

Quasi als Testfilm wurde Ende vergangenen Jahres in der Kirche bereits "Die Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann gezeigt. Mit der Resonanz waren die Veranstalter durchaus zufrieden. An der schwierigen Akustik in der Kirche wollen sie noch ein wenig feilen. Auch die selbstgebastelte Leinwand soll irgendwann einer richtigen weichen. Laut Marleen Matthes ist es zudem nicht geplant, völlig unbekannte Filme zu zeigen oder eben jene, bei denen sich der Inhalt nur mit jedem Wort erschließt. Ziel ist, zusammen einen schönen Abend zu haben und gegebenenfalls über den Beitrag ins Gespräch zu kommen. Über Wünsche und Tipps vom Publikum zur Filmauswahl würden sich die Veranstalter auch freuen.

Für den ersten offiziellen Filmabend am 28. April haben beide den beliebten Film "Chocolat" mit Johnny Depp und Juliette Binoche in den Hauptrollen ausgewählt. Binoche als Zuckerbäckerin Vianne Rocher landet eines Tages eher zufällig in einem kleinen französischen Ort. Sie eröffnet eine Chocolaterie und weckt mit ihren Süßspeisen schnell die versteckten Sehnsüchte der Kunden. Lediglich dem Bürgermeister sind der Laden und seine kulinarischen Köstlichkeiten ein Dorn im Auge: Der selbst ernannte Sittenwächter sieht seine Macht schwinden und beschließt, Vianne mit allen Mitteln zu vertreiben.

In Hakenberg wird niemand vertrieben, sondern eher noch angelockt. Passend zum Film werden Zuschauern am Abend voraussichtlich heiße Schokolade und Pralinen angeboten.

"Chocolat" wird am 28. April um 19.30 Uhr in der Hakenberger Kirche gezeigt. Der Eintritt kostet drei Euro. Nächster Kino-Termin ist am 19. Mai um 20 Uhr.

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