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Bares für Projekte und Balsam für die Seele

Glücksboten: Torsten Jeran (l.), Chef der LAG Barnim, und Mitarbeiterin Ulrike Schubert (4. v. r.) überreichen dem Träger des Begegnungszentrums und dem Sportverein Förderschecks. Mit dem Geld soll auch die Fassade der alten Schule erneuert werden.
Glücksboten: Torsten Jeran (l.), Chef der LAG Barnim, und Mitarbeiterin Ulrike Schubert (4. v. r.) überreichen dem Träger des Begegnungszentrums und dem Sportverein Förderschecks. Mit dem Geld soll auch die Fassade der alten Schule erneuert werden. © Foto: Andreas Gora
Viola Petersson / 21.04.2017, 06:30 Uhr
Lunow (MOZ) Während die Kreisstadt noch auf den ersten Fördermittelbescheid wartet, haben die Dörfer schon mächtig "abgesahnt". Mehr als vier Millionen Euro wurden bereits als Zuschüsse für Projekte im Barnim ausgereicht. Jetzt erhielten zwei Lunower Vereine eine Finanzspritze.

Der Bedarf und der Verwendungszweck sind offensichtlich. Von der Fassade der alten Lunower Schule, dem jetzigen Begegnungszentrum, blättert die Farbe, der Putz bröckelt. Innen zieht es zum Teil wie Hechtsuppe. Und im Vereinsheim des SV Lunow regnet es durch. Dank Förderung aus Brüssel wollen die Lunower Vereine diese Missstände nun beseitigen.

Torsten Jeran und Ulrike Schubert von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Barnim, die Förderanträge prüft und ein Votum abgibt, betätigen sich als Glücksboten - und übergeben die Bewilligungsbescheide. Der Verein Begegnungszentrum Lunow, der selbiges seit gut zehn Jahren betreibt, erhält bei Gesamtkosten von 172 000 Euro einen Zuschuss von 129 000 Euro. Der Sportverein wiederum freut sich bei einer dringend notwendigen Instandsetzung von knapp 80 000 Euro über eine Finanzspritze von knapp 60 000 Euro.

An der alten, 1966 bis 1968 errichteten und 2002 geschlossenen Schule sollen Fenster und Türen ausgetauscht sowie der Giebel erneuert werden. Die Sportler können die lange geplante energetische Hüllensanierung ihres Domizils in Angriff nehmen. Den erforderlichen Eigenanteil haben beide Vereine "über Jahre angespart", sagt Andrea Teichert, die sich hier wie da engagiert. Einnahmen aus der Vereinsarbeit, Erlöse aus Festen. Für Projekttage, Workshops oder Trainingslager, wie sie das Begegnungszentrum anbietet, gebe es eine gute Nachfrage.

Neben dem ganz praktischen Nutzen macht Andrea Teichert, gleichzeitig Ortsvorsteherin, noch einen zweiten Effekt durch die Förderbescheide aus: einen seelischen. "Die Zuwendungen sind einfach auch Balsam für Lunow." In Zeiten, da immer mehr Infrastruktur wegbreche, da sich sogar die Sparkasse aus dem Ort verabschiedet, tun positive Nachrichten einfach gut. Die Förderung ermögliche Investitionen gegen den Verfall - gegen den Verfall von Immobilien und den Verlust dörflichen Lebens. "Ohne uns gäbe es beispielsweise keinen öffentlichen Spielplatz in Lunow", macht Teichert etwa die Bedeutung des Begegnungszentrums deutlich. Und bedankt sich gleichzeitig bei der LAG sowie Jeran und Schubert. "Sie haben uns bei der schwierigen Antragstellung begleitet und sehr gut betreut."

Im Rahmen der aktuellen Förderperiode (2014-2020) seien im Kreis bereits Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) in Höhe von 4,2 Millionen Euro ausgereicht worden, so Jeran. Nutznießer seien Kommunen, Vereine, Private und Unternehmen. Weitere Projekte mit einem Zuschuss-Volumen von 7,2 Millionen Euro befänden sich gerade in Bearbeitung. Insgesamt habe die LAG Barnim um die 100 Vorhaben positiv bewertet - mit einem Umfang von zwölf Millionen Euro. Bei 15,6 Millionen Euro, die der LAG Barnim bis 2020 "zustehen", sei man also "sehr gut unterwegs", sagt Jeran, der gleichzeitig auf einen "Nachschlag" hofft. Denn mit dem Stadt-Umland-Wettbewerb - ein Teil darin ist der ELER-Topf - seien bei den Bürgermeistern große Begehrlichkeiten geweckt worden.

Zu den bereits genehmigten Projekten gehören etwa die Sanierung des Brunold-Denkmals in Joachimsthal, der Einbau eines Behinderten-WC ins Holzschuhmacherzentrum Friedrichswalde oder die Errichtung eines Mehrzweckgebäudes für den Sportverein in Werneuchen (inklusive Jugendklub). Zwei, drei Vorhaben seien inzwischen auch schon realisiert worden, so Jeran. Beispielsweise die Sanierung der Friedhofsmauer in Niederfinow oder die Eröffnung eines Dorfkonsums in Willmersdorf.

Am Montag übergibt Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger der Gemeinde Schorfheide zwei Fördermittelbescheide; Treffpunkt: 10.30 Uhr am Schloss Lichterfelde

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