Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Anwohner fordern Ende der Raserei

Hier könnten die Poller aufgestellt werden: Ortsvorsteherin Edeltraud Will, Martina Brummack und Steffen Will (v.l.)
Hier könnten die Poller aufgestellt werden: Ortsvorsteherin Edeltraud Will, Martina Brummack und Steffen Will (v.l.) © Foto: MOZ/Hubertus Rößler
Hubertus Rößler / 22.04.2017, 07:09 Uhr
Möbiskruge (MOZ) Anwohner sowie der Ortsbeirat Möbiskruge fordern ein Ende der Raserei auf der Parkstraße. Diese dient vielen Kindern aus dem Neuzeller Ortsteil als Schulweg, wird aber gleichzeitig von einigen Autofahrern als Überholstrecke für die Ortsdurchfahrt genutzt.

Ruhig liegt die Parkstraße in Möbiskruge am Freitagvormittag da. Doch die Idylle trügt. Denn besonders zu den Stoßzeiten morgens zwischen 6 und 9 Uhr sowie nachmittags zwischen 14 und 16 Uhr rasen regelmäßig Autofahrer über die knapp 300 Meter lange Nebenstrecke - gerade dann, wenn auch viele Kinder zu ihrem Schulbus unterwegs sind auf der Straße, die keinen Fußgängerweg hat. "Wir sind sehr besorgt über die Verkehrssituation auf der Parkstraße. Viele Autofahrer und selbst Kleintransporter und Lkw benutzen diese in beiden Richtungen, um langsam fahrende landwirtschaftliche Maschinen auf der Ortsdurchfahrt Lindenstraße zu überholen. Dabei nehmen die Fahrer oftmals keine Rücksicht auf die Geschwindigkeitsbeschränkung", sagt Anwohner Steffen Will.

Erlaubt sind auf der Parkstraße 30 Stundenkilometer. "Gefühlt fahren aber Fahrzeuge mit 60 bis 70 km/h hier entlang", berichtet der junge Familienvater. Am Nachmittag werde die Strecke von vielen Kindern als Spielstraße genutzt, außerdem spazieren junge Mütter hier mit ihren Kinderwagen entlang. "Aufgrund der engen Straße, der überhöhten Geschwindigkeit und der Unübersichtlichkeit durch den Kirchberg kommt es immer wieder zu Notbremsungen und gefährlichen Situationen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein schwerer Unfall mit einem Kind passiert", befürchtet Steffen Will, der sich im vergangenen August mit dem Problem schriftlich an den Amtsdirektor wendete.

Er appelliert an das Amt Neuzelle, etwas gegen die Raserei zu unternehmen. In den öffentlichen Ortsbeiratssitzungen wurden schon viele Möglichkeiten besprochen. "Wir favorisieren das Einrichten einer Sackgasse durch das Aufstellen zwei klappbarer Poller, die an der engsten Stelle der Straße in Höhe der Kirchmauer in den Boden gelassen werden könnten. Die Müllabfuhr oder der Winterdienst könnten einen Schlüssel bekommen und bei Bedarf weiterfahren. Für alle anderen wäre die Durchfahrt dann nicht mehr möglich", erklärt er. Dies wäre nach seiner Ansicht nicht nur die beste, sondern auch die kostengünstigste Lösung. "Die beiden Poller würden zusammen nur hundert Euro kosten, dazu kämen die beiden Verkehrszeichen. Beim Straßenverkehrsamt Fürstenwalde und der Straßenmeisterei Eisenhüttenstadt haben wir schon nachgefragt, allerdings stellt sich das Amt Neuzelle quer."

Laut einem Schreiben von Neuzelles Bauamtsleiter Thomas Tavernier kann der Bauausschuss die Bedenken hinsichtlich der vorgetragenen Problemstellung zwar teilen, "sieht jedoch in einer Sperrung der Parkstraße für den Durchgangsverkehr nicht das geeignete Mittel zur Reduzierung der Durchschnittsgeschwindigkeit". Vielmehr favorisiert das Amt die Einrichtung einer Einbahnstraße aus Richtung Diehlo nach Neuzelle kommend. "Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die Parkstraße an einem Punkt auf die erforderliche Mindestbreite von 3,05 Meter einzuengen, zum Beispiel mittels bepflanzbarer Brunnenringe", erklärt Tavernier weiter.

Bis Montag soll sich der Ortsbeirat entscheiden, welche Variante umgesetzt werden soll. Allerdings hält Möbiskruges Ortsvorsteherin Edeltraud Will beide Vorschläge für nicht wirklich geeignet, um das Problem zu lösen. "Bei einer Einbahnstraße wird doch erst recht gerast, da die Fahrer davon ausgehen, dass kein Fahrzeug entgegenkommt. Und bei einer Einengung passen ja immer noch sogar Lastwagen hindurch, so dass Pkws ihr Tempo wohl kaum reduzieren müssen", sagt sie.

Bereits seit mehr als zwei Jahren kämpfen die Möbiskruger darum, dass etwas unternommen wird. Auch eine Ausweisung als Spielstraße gab es schon. "Doch diese wurde schnell wieder abgeschafft, da man dort nicht parken durfte. Wir benötigen aber die Parkplätze für die Anwohner." Da die Möglichkeit einer Einbahnstraße mit Pollern offenbar nicht realisiert werden kann, schlägt man andere verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Aufpflasterungen oder Bodenwellen vor. "Das geht woanders doch auch. Doch wir werden nicht gehört", klagt Edeltraud Will. Im Ort gebe es 45 Kinder zwischen null und zwölf Jahren, allein auf der Parkstraße wohnten acht davon. "Wir müssen handeln, bevor etwas passiert. Es geht doch hier um Kinder und nicht um irgendwelche Gesetze", sagt die ehrenamtliche Ortsvorsteherin.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG