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Mehr als 100 Teilnehmer an 35. Adonisröschenwanderung in Lindendorf / Pioniere der Veranstaltung geehrt

Wanderfreude in Dolgeliner Bergen

Ines Weber-Rath / 23.04.2017, 18:39 Uhr
Dolgelin (MOZ) Mehr als 100 Naturfreunde aus der Seelower Region und darüber hinaus sind am Sonnabend der Einladung zur 35. Dolgeliner Adonisröschenwanderung gefolgt. Wettergott Petrus war den Veranstaltern und Wanderern wohl gesonnen. Zum Start um 13 Uhr kam die Sonne raus.

Sie sind aus Seelow, Frankfurt und Bad Freienwalde, aus Wulkow, Petershagen und sogar aus der Schorfheide zum Treffpunkt am Dolgeliner Bahnhof gekommen. "Wir sind schon seit Jahren dabei", sagen Carola und Norbert Steeck aus dem Barnim.

Für den Obolus von zwei Euro bekommen auch sie einen Anhänger und Kuli mit der Aufschrift der Jubiläums-Wanderung. Dann teilt sich das etwa 100 Wanderer umfassende Starterfeld: Mehr als die Hälfte, unter ihnen Lindendorfs Bürgermeister Helmut Franz, steigt zu Dietmar Kaiser in den Bus nach Carzig, wo die rund sechs Kilometer lange große Tour beginnt. Die anderen Wanderer schließen sich Martin Schulze an. Der Dolgeliner Landwirt führt die Teilnehmer auf der rund 2,5 Kilometer langen kleinen Tour durch die Dolgliner Berge.

Dass es die Tour in sich hat, merken die Wanderer gleich zu Beginn. Es geht, am Schafstall des Dolgeliner Schäfers Wilfried Vogel vorbei, steigt steil bergan. An dem kleinen Parkplatz am Beginn des Naturschutzgebietes stoßen weitere Wanderer dazu - eine Gruppe aus dem Fürstenwalder Hundesportverein "Sechs Pfoten - eine Meinung" mit ihren Vierbeinern.

Beim ersten Halt auf der Bergkuppe, auf der ein Mahnmal an das Blutvergießen zum Ende des Zweiten Weltkrieges auf den Oderhängen bei Dolgelin erinnert und von wo man einen weiten Blick übers Oderbruch bis zum Reitweiner Sporn hat, pfeift der Wind den Wanderern ordentlich um die Ohren. Hier erklärt Martin Schulze, warum sich die Pflanze, die der Wanderung einst den Namen gab, an den Pontischen Hängen so wohl fühlt: Dem tief wurzelnden Adonisröschen machen weder Trockenheit noch Frosteinbrüche im Frühjahr etwas aus. Deshalb habe sich die aus der kasachischen Steppe stammende gelbe Pflanze nach der jüngsten Eiszeit, vor etwa 8000 bis 10 000 Jahren, am Oderbruch, ihrem nördlichsten Vorkommen in Deutschland, angesiedelt.

Nur wenige Schritte weiter bergab stehen sie dann büschelweise - die hübschen, aber giftigen gelben Blumen. In den vergangenen Jahren seien es immer mehr geworden. Auch, weil die Schafe und vor allem Ziegen von Wilfried Vogel die Verbuschung stoppen, erklärt Martin Schulze.

Vor einer kleinen Holzbrücke über einen Entwässerunggraben weist ein schön gestaltetes neues Hinweisschild den Wanderern den Weg: Der Dolgeliner Thomas Hartinger hat diesen und weitere Wegweiser neu gestaltet.

Es geht bergauf und bergab durchs sanft-hügelige Gelände, über eine Treppe hinunter in eine Schlucht, über eine weitere hinauf, auf die Trasse der einstigen Oderbruchbahn. Die Zwillinge Leni und Jakob aus Petershagen, mit fünf Jahren die jüngsten Teilnehmer der Wanderung, halten tapfer Schritt.

"Hier war früher unser Rodelberg", sagt die Dolgelinerin Annegret Ceglarek kurz vorm Ziel. Da ist der Alte Schafstall am Fuße der Dolgeliner Berge schon in Sicht und die Lutzketaler Musikanten begrüßen die Wanderer. Dolgelins Ortsvorsteher Michael Pfeiffer und seine vielen fleißigen Helfer laden zur Stärkung mit allerlei Leckerem ein. Später erfreut der Dolgeliner Männergesangsverein "Heimatklänge" mit einem Ständchen.

Nachdem auch die zweite Wanderergruppe unter Leitung von Bernhard Stolz (70) eingetroffen ist, bittet Michael Pfeiffer selbigen und Herbert Nagler (78) nach vorn. Der Ortsvorsteher ehrt beide als "Pioniere der Dolgeliner Adonisröschenwanderung". Sie gehörten vor 35 Jahren zu ihren Initiatoren und sind bis heute aktiv an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt.

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