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Blinkendes Blaulicht zwischen Kiefern

Wasser marsch: Christian Nüssel, Romano Selke und Mathias Woik von der Ortsfeuerwehr Groß Eichholz befüllen das Becken, aus dem Tanklöschfahrzeuge, die bei der Brandbekämpfung zum Einsatz kommen, mit Wasser befüllt werden
Wasser marsch: Christian Nüssel, Romano Selke und Mathias Woik von der Ortsfeuerwehr Groß Eichholz befüllen das Becken, aus dem Tanklöschfahrzeuge, die bei der Brandbekämpfung zum Einsatz kommen, mit Wasser befüllt werden © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 24.04.2017, 06:59 Uhr
Groß Eichholz (MOZ) Am Sonnabend fand in einem Waldgebiet bei Groß Eichholz im Zusammenwirken von Freiwilligen Feuerwehren aus den Landkreisen Oder-Spree und Dahme-Spreewald eine Waldbrandbekämpfungsübung statt. "Es ist super gelaufen", sagte Storkows Stadtwehrführer Frank Eber.

Soviel blinkendes Blaulicht hatte das rund 4500 Hektar große, durch Kiefern geprägte Waldareal noch nicht gesehen. Zirka 200 Feuerwehrleute waren mit 33 Fahrzeugen angerückt, größtenteils Tanklöschfahrzeuge aus dem Landkreis Oder-Spree. Beteiligt waren Wehren aus Storkow, Groß Eichholz, Selchow, Bugk, Kehrigk, Limsdorf und Schwerin. Die Kameraden der Kernstadt hatten bereits gemeinsam mit denen von Wendisch-Rietz, Philadelphia und Kummersdorf am Vorabend eine anderthalbstündige Übung bis 19.30 Uhr beim Storkower Baumarkt Leymann absolviert. Dabei ging es um einen simulierten Lagerhallenbrand mit einer vermissten Person. "Es musste geklärt werden, welche Materialien wo liegen und ob ausreichend Wasser vorhanden ist", berichtete Storkows Ortswehrführer Ingo Kittler. "Und es hat alles bestens geklappt", ist er stolz auf seine Kameraden. In Groß Eichholz war er mit drei Fahrzeugen der Ortswehr Storkow.

Zur Waldbrand-Übung am Sonnabend war auch die Brandschutzeinheit Oder-Spree anwesend, die aus 102 freiwilligen Einsatzkräften mit drei Löschzügen - insgesamt 20 Löschfahrzeugen - besteht. Sie fungiert als Katastropheneinheit für überörtliche Hilfeleistungen, wird geführt durch Karsten Schwebe und Klaus Decker und setzt sich aus Kameraden von fast allen Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises zusammen. Ihr letzter "scharfer Einsatz", so Kreisbrandmeister Klaus-Peter Schulz, fand 2012 zum Hochwasser in Leipzig statt. Am Sonnabend hatten sie über das Rote Kreuz die medizinische Ersthilfe und über die Johanniter die Verpflegung abzusichern. Es gab am Groß Eichholzer Gerätehaus Suppe aus der Gulaschkanone.

Die Einsatzleitung um Matthias Reinhold von der Freiwilligen Feuerwehr Groß Eichholz hatte strategische Hochleistung zu bewältigen, um alle Mitwirkenden zu erfassen und ihnen ihre Aufgaben und ihren Platz zuzuteilen. In drei Abschnitten qualmte es bedrohlich, brannte aber glücklicherweise nicht, denn das Feuer war nur durch Rauchmittel simuliert worden. Die Leistung der Einsatzkräfte bestand darin, die pausenlose Wasserversorgung zu gewährleisten. Dazu war ein Pendelverkehr von Löschfahrzeugen organisiert worden, die Wasser aus dem Dobrasee in Schwerin in ein Becken transportierten, aus dem sich die am Ort gebliebenen Fahrzeuge laufend bedienen konnten.

Das Übungsterrain war ganz bewusst ausgesucht worden. Zum einen gehört dieser bundeseigene Wald durch seinen Kiefernbestand zu den Waldbrandschwerpunkten. Den Zweck dieser speziellen Übung erklärte Dirk Busch, der Leiter des Betriebsbereichs Süd des Bundesforstbetriebs Havel-Oder-Spree mit Sitz in Klein Wasserburg bei Münchehofe: "Es handelt sich hier um eine zu Münchehofe gehörende Nase zwischen den Landkreisen Oder-Spree und Dahme-Spreewald. Dadurch ist im Brandfall die Abstimmung etwas schwierig. Der Alarm geht zur Leitstelle in Cottbus, und Oder-Spree wird nicht informiert. Die Feuerwehren kommen so teilweise von weiter her." Es sei also nötig, die Bürokratie zu überwinden, damit die örtlichen Wehren auf kurzem Wege zum Zuge kommen. "Wir sind sehr froh, dass wir durch diese Übung hier zusammenfinden", erklärte Dirk Busch.

Frank Ebert ist optimistisch, dass in Zukunft bei der Bekämpfung von Waldbränden in diesem Gebiet die Zusammenarbeit zwischen beiden Landkreisen klappen wird. "Wir sind zwar erst eine halbe Stunde später als geplant fertig geworden, aber es ist alles genau so gelaufen, wie wir es uns gedacht haben", ist er voll zufrieden.

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