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Gemeindevertreter Bliesdorf lehnen Ersatzmaßnahme einstimmig ab

Baumpflanzung verhindert Radweg

Lisa Mahlke / 26.04.2017, 05:15 Uhr
Bliesdorf (MOZ) Mit dem geplanten Radweg an der Bundesstraße 167 zwischen Neuhardenberg und Altfriedland beschäftigten sich am Montag die Gemeindevertreter Bliesdorf. Die Pflanzung von Laubbäumen auf beiden Seiten der Bundesstraße in der Gemeinde Bliesdorf als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme lehnten die Gemeindevertreter einstimmig ab.

Bei dem Radwegbau handelt es sich um einen Lückenschluss zwischen dem Radweg Neuhardenberg und dem Radfernweg "Tour Brandenburg", den das Landesamt für Bauen und Verkehr plant.

"Als problematisch haben sich die Ausgleichsmaßnahmen herausgestellt", erläuterte Helge Suhr, Leiter des Bau- und Ordnungsamtes im Amt Barnim-Oderbruch. Die Bepflanzung stünde dem Lückenschluss zur Fahrradroute "Tour Brandenburg" entgegen. Dieser sei erst gegeben, wenn der Radweg von Altfriedland über Metzdorf nach Kunersdorf weiterginge.

"Durch die Bepflanzung könnte der noch offene Abschnitt zwischen Altfriedland und Gottesgabe, letztendlich bis Kundersdorf, nicht umgesetzt werden, zumindest nicht straßenbegleitend", sagte Helge Suhr und schlug eine Ablehnung der Ersatzmaßnahme vor.

Eine solche Weiterführung des Radweges sei deshalb nicht möglich, weil die Laubbäume mit einem Abstand von nur 4,50 Metern zur Straße gepflanzt werden sollen. Auch Bürgermeister Reiner Labitzke unterstrich: "Wenn wir der Bepflanzung zustimmen, dann schließen wir die Lücke nicht mehr."

In den Antragsunterlagen zur Planfeststellung für das Bauvorhaben heißt es, bereits in den Jahren 1996/1997 gab es erste Entwurfsunterlagen für einen solchen Radweg zwischen Neuhardenberg und Altfriedland. Die Maßnahme sei unter anderem erforderlich, weil auf dieser Strecke durchgängig keine Wege für Fußgänger und Radfahrer vorhanden seien und Radfahrer auf der Straße fahren.

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Benno Koch 26.04.2017 - 11:30:28

Der Europaradweg R1 heißt Europaradweg R1

„Bei dem Radwegbau handelt es sich um einen Lückenschluss zwischen dem Radweg Neuhardenberg und dem Radfernweg "Tour Brandenburg", den das Landesamt für Bauen und Verkehr plant“ - wie wäre es, wenn sich die Redaktion der Märkischen Oderzeitung mal mit dem Thema Fahrradverkehr befassen würde? Also mit einem Mindestmaß an Grundwissen. Der Radweg Tour Brandenburg ist ein überregionaler Radfernweg – und führt unter anderem vom S-Bahnhof Strausberg Nord über Reichenow, Möglin und Bliesdorf nach Wriezen. Einen „Radweg Neuhardenberg“ gibt es nicht – das Ding heißt seit mehr als 30 Jahren schlicht Europaradweg R1 und führt unter anderem vom Bahnhof Strausberg über Buckow und Trebnitz nach Neuhardenberg und weiter nach Letschin. Soll ich mal in der Redaktion der Märkischen Oderzeitung vorbeikommen, um hier mal die einfachsten Grundregeln des Fahrradtourismus in einer Nachschulung zu erklären? Was einen Radweg entlang der B167 zwischen Altfriedland und Neuhardenberg betrifft: Radwege im Lärm- und Abgaskorridor des Kfz-Verkehrs sind für den Tourismus uninteressant: Wer will schon hinter der Leitplanke Urlaub machen? Richtig ist, dass der genannte Abschnitt auf der Bundesstraße nicht schön ist – und hier eine wichtige Verbindung für den Fahrradtourismus fehlt. Siehe http://fotos.benno-koch.de/v/Gefuehrte_Radtouren/Eintagesradtouren/Benno_Koch/Oderbruch-Fischerfest-Altfriedland-Backofenfest-Buschdorf/?g2_page=4 Das lässt sich als erstes dadurch ändern, indem die Märkische Oderzeitung mindestens einmal pro Woche im Blatt mal selbst daran erinnert, dass Radfahrer hier wie andernorts immer auf der Gegenfahrbahn überholt werden müssen: 1,5 Meter seitlichen Sicherheitsabstand Kfz-Rad, 1,0 Meter Fahrspur Rad und 1,0 Meter Sicherheitsabstand Rad-Bordstein/Straßengraben/Parkende Kfz – zusammen also 3,5 Meter. Radfahrer im Gegenverkehr zu überholen ist also ausgeschlossen. Und dann lassen sich auch im Abschnitt Altfriedland-Neuhardenberg schönere Ausbaustrecken für den Fahrradverkehr finden. Radwege dürfen auch aus dem Etat „Radwegebau an Bundesstraßen“ um den es hier geht in einem Korridor von bis zu fünf Kilometern neben der Bundesstraße neu gebaut werden. Und auch hier gibt es bereits mehrere geeignete Waldwege, die als asphaltierte Fahrradstraßen ausgebaut werden können – abseits von Lärm und Dreck des Autoverkehrs. Es wäre nicht das erste Mal, dass so was Gewagtes nur für die paar Radfahrer gemacht wird.

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