Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Neue Pferde und alte Hasen

© Foto: privat
Britta Gallrein / 26.04.2017, 07:40 Uhr
Elisenau (MOZ) Der Reitverein Elisenau entwickelt sich immer mehr zur Kaderschmiede für Nachwuchsreiter. Das zeigte sich beim heimischen Turnier, auf dem die Lokalmatadoren ganz gut abräumen konnten.

Die 16-jährige Saskia Hagewiesche ist schon längst kein Geheimtipp mehr. Die blonde Schülerin des Paulus-Praetorius-Gymnasiums, die nach dem Abitur Tiermedizin studieren will, hat sich in der Barnimer Reiterszene längst einen Namen gemacht - sowohl im Spring- als auch im Dressursattel ist sie bis zur Klasse L erfolgreich und hat inzwischen ihr Silbernes Reitabzeichen in der Tasche.

Dabei profitiert die Ruhlsdorferin von der Zusammenarbeit mit Alexander Gibson, Chef der Reitanlage in Elisenau. Er versorgt die Schülerin mit guten Ponys zum Durchstarten. Allen voran Holsteins Whisper. Der elfjährige Pony-Hengst und seine junge Reiterin sind inzwischen ein eingespieltes Team. Das bewiesen sie beim Turnier im eigenen Stall am vergangenen Wochenende. Zweite Plätze gab es für die beiden im Stilspringen Klasse A*, im Pony-L-Springen und im Punktespringen der Klasse L. Noch besser lief es in der Dressur. Sowohl die Pony-Dressurreiter L als auch die A*-Dressur konnten die beiden für sich entscheiden, in der L*-Dressur erritten sie sich den dritten Platz.

Im kommenden Jahr wird das Dream-Team allerdings getrennt. "Dann ist Sassi aus dem Pony-Alter raus und Whisper soll verkauft werden", berichtet Alexander Gibson, der den Hengst über den Züchter vermittelt hat. Doch Angst um die reitsportliche Karriere der Schülerin muss man nicht haben, hat sie doch mit der neunjährigen Hannoveraner Stute Dree Boeken's Donsmärchen bereits den nächsten "Kracher" gesattelt. "Das Pferd stand bei uns eigentlich zum Verkauf. Die Eltern von Sassi haben dann entschieden, sie zu kaufen", berichtet Alexander Gibson. Viel Turniererfahrung hat Donsmärchen nicht. Die Stute kommt direkt vom Züchter und war gerade zu Beginn nicht gerade einfach, verweigerte oft den Dienst. "Aber ein M- oder S-fertiges Pferd für die Juniorentour kostet zwischen 80 000 und 100 000 Euro. Donsmärchen ist noch nicht fertig, aber sie hat viel Potential. Ich denke, sie kann mal S-Dressur gehen. Sie muss halt noch weiter ausgebildet werden." Aber das wird die Schülerin nun in Angriff nehmen.

Ein weiteres Talent aus der Elisenauer Schule ist Eva Carlotta Kirsch. "Wir kennen uns schon lange. Seit zwei Jahren steht Eva jetzt mir ihrem Nachwuchspferd Anna bei uns. Die Stute hat sie schon, seit sie ein Fohlen ist. Ein Pferd mit viel Potential", schwärmt Trainer Gibson, der auch von seiner Reiterin viel hält und ihr sein Springpferd Lausanne zur Verfügung stellt. Mit ihr wurde die Abiturientin Kreismeisterin und beim heimischen Turnier konnte sie mit Lausanne Platz zwei im A**-Springen und Platz vier im Stilspringen A* erreiten. Mit ihrer eigenen Anna gab es Rang vier im Springpferde A.

Und noch ein weiteres Talent aus dem Stall in Elisenau macht auf sich aufmerksam. Die erst 13-jährige Isabell Krug. Sie konnte mit ihrem Pferd "Get up and fly" einen tollen dritten Platz im A** erreiten.

Eine, die es schon längst geschafft hat, sich auch auf nationaler Ebene einen Namen zu machen, ist Gibsons Tochter Kimberly. Spitzenpferd McLeod, mit dem sie schon einige nationale Erfolge sammeln konnte, musste operiert werden und befindet sich gerade erst wieder im Aufbautraining. Für ihn war ein Turnierstart noch zu früh. Doch seit Kurzem hat die 20-Jährige wieder Tingirl unterm Sattel. Die 14-jährige Stute hatte Kimberly Gibson bereits als Berittpferd im Stall, doch dann gab es Streit mit dem Besitzer. Jetzt hat Alexander Gibson seiner Tochter die Stute gekauft. Dass die beiden gut harmonieren, zeigt ein dritter Platz im Punkespringen der Klasse M.

Dort kam auch Kimberlys nächstes heißes Eisen im Feuer an den Start, Dree Boeken's Darcos Vulkan, ein sechsjähriger Hannoveraner Hengst. Altersgemäß noch etwas grün hinter den Ohren, aber auf jeden Fall eine Option für die Zukunft, wie ein dritter Platz in der Springprüfung der Klasse L mit dem Jungspund beweist.

Gerade in den großen Springprüfungen waren die Starterfelder beim Turnier in Elisenau allerdings sehr klein. Nur sechs Paare gingen in der Springprüfung Klasse L und dem Punktespringen der Klasse M an den Start, nur vier im M*-Springen.

Den Minusrekord bildeten die Pony-Prüfungen. Vier Starter in der Pony-L-Dressur und sogar nur drei in der Pony-Springprüfung der Klasse L liefern nicht gerade aussagekräftige Ergebnisse. "Wir wollten das Turnier eigentlich am Wochenende vor Ostern machen, aber dann wurde das Hallen-Championat dahin verschoben und wir mussten ausweichen", berichtet Alexander Gibson. "Inzwischen sind viele Springreiter schon die ersten Turniere im Grünen geritten, die wollen dann nicht nochmal in der Halle starten", erklärt er sich die mäßige Beteiligung.

Die kleinen Starterfelder bei den Pony-Prüfungen ist er schon gewohnt. "Es gibt eben in der Region nicht viele Ponyreiter, die auf dem Niveau reiten." Alexander Gibson will die Prüfungen aus alter Verbundenheit zum Pony-Sport trotzdem beibehalten. "Ich stehe zum Pony-Sport, deshalb bieten wir das auch künftig an", verspricht er.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG