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Wenn ein falscher Enkel Geld braucht

Warnt vor Betrügern: Detlef Scholz von der Polizeiprävention und Revierpolizist Lutz Lange informiert Ilse Burow, Anneliese Otto und Günter Boche
Warnt vor Betrügern: Detlef Scholz von der Polizeiprävention und Revierpolizist Lutz Lange informiert Ilse Burow, Anneliese Otto und Günter Boche © Foto: MOZ/Bettina Winkler
Bettina Winkler / 27.04.2017, 06:54 Uhr
Jänickendorf (MOZ) Dreiste Betrüger erbeuteten mit dem sogenannten Enkeltrick im vergangenen Jahr bei vier Straftaten im Bereich der hiesigen Polizeiinspektion über 80000 Euro. "Angezeigt wird allerdings nur jeder zehnte Betrugsversuch, so dass die Dunkelziffer viel höher liegt", erläuterte Detlef Scholz, Leiter der Polizei-Prävention am Mittwoch den meist hochbetagten Gästen beim Jänickendorfer Seniorennachmittag. "Genau auf diese Altersgruppe haben es die Betrüger abgesehen, insbesondere Frauen sind als Opfer auserkoren", sagte Detlef Scholz, der als Verstärkung seinen Kollegen, den zuständigen Revierpolizisten Lutz Lange, dabei hatte.

So erfuhren die interessierten Senioren von den Machenschaften und Vorgehensweisen der Straftäter, die meist als Enkel anrufen und von den Ahnungslosen Geld fordern. "Rate mal wer hier spricht?", seien oft die ersten Worte beim Telefonat. Ein eindrucksvolles Video zeigte, wie die Betrüger vorgehen. "Erst kürzlich wurde in Polen ein führender Kopf der Enkeltrick-Mafia, die ihren Hauptsitz im tiefsten Rumänien hat, verhaftet. Die Bande ist europaweit im Einsatz", erzählte Scholz.

Es gibt auch noch andere Maschen: Ein falscher Polizeibeamter treibt in Fürstenwalde sein Unwesen. Er nennt sich Inspektor Ralf und erfragt Kontodaten. In Eisenhüttenstadt hat sich ein Dieb bei einer 82-Jährigen als Handwerker ausgegeben. Er wolle die Wasseruhr ablesen, die Frau sollte dafür den Wasserhahn laufen lassen. Nach 15 Minuten wurde die alte Dame stutzig, ging ins Wohnzimmer. Vom Blaumann keine Spur. Eine Schatulle mit zwei Sparbüchern im Wert von 28 000 Euro und Schmuck waren verschwunden. "Die Diebe wissen genau, wo sie suchen müssen", so Detlef Scholz. Weiterhin informierten die Polizisten über Haustürgeschäfte, Autobahngold, falsche Gewinnversprechen, Zahlungskartenbetrug und Rententrick.Die Fachmänner mahnten die Senioren zu besonderer Vorsicht, Misstrauen und Nachfragen.

Für die rund 20 Teilnehmer aus Jänickendorf, Beerfelde und Schönfelde war es ein informativer Nachmittag. "Ich weiß jetzt Bescheid und passe besonders auf", sagte Ilse Burow (86).

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